„Dat Schörengericht“ bei der Niederdeutschen Bühne

Dieses Stück ist von der Niederdeutschen Bühne erst vor kurzem zum erstenmal aufgeführt worden.
Das Lustspiel ist eine plattdeutsche Bearbeitung des Kleist-Stückes „Der zerbrochene Krug“, und kein geringerer als Holger Krützfeldt gibt den Dorfrichter Adam.
Heinrich von Kleist ist ein weithin überschätzter Autor: Lest nur mal sein „Käthchen von Heilbronn“ (der Mann kriegte ja bisweilen noch nicht mal einen Blankvers zustande) oder seine Erzählung „Michael Kohlhaas“ – oder besser: laßt es.
Aber: Eine Bearbeitung eines Kleist-Dramas, aufgeführt von der Niederdeutschen Bühne – das ist ein ganz anderer Schnack.
Diese unsere Niederdeutsche Bühne bringt nämlich verläßlich Unterhaltsames.
Und Dinge zum Grübeln und Wundern.
So gehört hier überraschenderweise ein Porträt des Dichters Christoph Martin Wieland zur Bühnenausstattung. Erklärlich ist mir das zwar nicht, aber es ist stimmig, wie alles andere auch.
Also, Herrschaften, vergeßt, daß der ursprüngliche Dichter ein drittrangiger ist, und geht da bei Gelegenheit mal hin.
Denn die mit Begeisterung arbeitende Niederdeutsche Bühne Neumünster hat auch Euch als Zuschauer verdient.

Christoffel-Blindenmission tut was

Die Christoffel-Blindenmission leistet Bedeutendes:
Sie sorgt dafür, daß Menschen in Asien, Afrika und Südamerika, die am Grauen Star erkrankt sind, operiert werden können.
Damit ihre Sehfähigkeit wiederhergestellt wird.
Die Operation, bei der eine Linse eingesetzt wird, ist erstaunlich preiswert (um die 30 Euro), und dennoch für viele Menschen in den „Entwicklungsländern“ nicht erschwinglich. Daher ist die Arbeit dieser Mission so bedeutsam.
Neumünsteraner haben, Angaben der Kieler Nachrichten zufolge, im vergangenen Jahr 16.600 Euro für diese gute Sache gespendet. Weiter so, kann man da nur sagen.
Andererseits fragt man sich, warum einerseits die Spendenbereitschaft so groß ist, während andererseits 99% der Menschen ungerührt auf dem Gehweg an jemandem vorübergehen, der am Boden liegt.
99% wäre übertrieben?
Mag sein, aber 95% sind es mindestens.

Stadtwerke Neumünster: Änderungen ab April

Wenn die Stadtwerke Neumünster uns eine gute Nachricht übermitteln, dann ist zu erwarten, daß sich zwei schlechte anschließen.Und so geschah es:
Die gute Nachricht: Das Gas verbilligt sich zum 1. April. Aber das ist nur das Zuckerstückchen, das uns das Schlucken der bitteren Medizin erleichtern soll.
Denn die schlechte Nachricht Nummer 1 lautet: Fernwärme wird teurer.
Und dreimal, ach was nur einmal dürft Ihr raten, was die zweite schlechte Nachricht ist. Richtig, auch der Wasserpreis steigt. Noch nicht bis Oberkante Unterlippe, aber wesentlich. Man gibt allerdings dennoch weniger Geld für Wasser aus als bisher, wenn man die folgenden Ratschläge beherzigt:

1. Es gibt Möglichkeiten, die Toilettenspülung zu dosieren. Es ist einfach nicht nötig, nach dem sogenannten oder auch Wasserlassen 8 Liter Wasser zu verbrauchen.

2. Gibt es tatsächlich noch immer Menschen, die beim Zähneputzen das Wasser laufen lassen? Also mindestens drei Minuten lang, wen man gründlich putzt?
Herrschaften, habt Ihr eine Ahnung, wieviel da den Bach runtergeht. Laßt das!
Zur Schonung der natürlichen Ressourcen sowie Eurer Geldbörse.

3. Ähnliches gilt beim Duschen.
Man spült sich halt, meinetwegen auch ausgiebig, mit Wasser ab – aber warum sollte das Wasser noch laufen, während man sich einseift, duschgelt oder shampooniert?
Das ist doch eher hinderlich.
Also: Wenn man damit fertig ist, DANN kann man wieder das Wasser anstellen.
Nun werden manche sagen:
„Aber das dauert in meiner Dusche immer so lange, bis ich die richtige Temperatur gefunden habe. Das will ich nicht jeden Morgen zweimal durchmachen.“

Zugegeben, das ist bei manchen Duschen recht schwierig. Aber dagegen gibt es Mittel. Installationsbetriebe verstehen es da, Abhilfe zu schaffen.
Wie bitte, das kostet doch so viel?

Also, Leute, das ist eine einmalige Ausgabe in Höhe eines Betrages im zweistelligen oder unteren dreistelligen Bereich.
Was man damit aber auf die Dauer spart, ist enorm.

Soweit meine hoffentlich nicht ganz wertlosen Tips, wie man, trotz der Stadtwerke Neumünster, nicht verarmt.

Mit frisiertem Mofa durch Neumünster

Es geschah in der vergangenen Woche, und auch die Kieler Nachrichten berichteten davon.
Ein sechzehnjähriger Mofafahrer fuhr, nichts Böses ahnend, durch unsere Stadt, als er plötzlich von einem Polizeiwagen verfolgt wurde.
Der Jugendliche ergriff die Flucht, wobei das Mofa, das schon vorher auffallend schnell gewesen war, und eben deshalb die Aufmeksamkeit der Freunde und Helfer auf sich gezogen hatte, ungeahnte Leistung an den Tag legte: Die Augen des Gesetzes starrten bei der Verfolgung ungläubig auf den Tacho, der nicht weniger als 100 km/h anzeigte. Sollte man bei so einer Geschwindigkeit in der Stadt nicht die Verfolgung einstellen? Man gefährdet damit schließlich andere Verkehrsteilnehmer erheblich, und des Übeltäters hätte man wohl später immer noch habhaft werden können: Vier Bullaugen sahen schließlich den Jugendlichen, wie sollte er ihnen da entgehen. Wahrscheinlich ist er ja sogar an irgendeiner Stelle geblitzt worden.
Jedenfalls kann man annehmen, daß der Junge sich erst durch die Verfolgung zu einem echten Risiko entwickelt hat. Der wird doch vorher nicht 100 gefahren sein, das wäre doch gar zu blöd. 50 oder 60 vielleicht.
Also, wie ging das Ganze nun aus?
Der Junge stürzte in der Störstraße und erlitt Schürfwunden.
Man kann von Glück sagen, daß er sich nicht den Hals gebrochen hat.
Und wenn das geschehen wäre, wer wüsche dann seine Hände in Unschuld?
Richtig, die Polizisten. Denn es muß ja alles seine Ordnung haben: Fährt einer zu schnell, dann muß er auf Teufel komm raus verfolgt werden, egal, ob er sich erst durch die Verfolgung zu einer Geschwindigkeit zwingen läßt, die er nicht kontrollieren kann, so daß er ebenso in Lebensgefahr schwebt wie manche unbeteiligte Passanten.

Wettbüro in der Kaiserstraße überfallen

Das war am Sonntag, und der Täter erbeutete um die 1000 Euro. Seine Flucht war erfolgreich.
Es wundert micht, daß derlei nicht öfter vorkommt.
Es gibt doch viele, die sich von Wettbüros beschubbert fühlen.
Als Motiv kommt also nicht nur persönliche Bereicherung, sondern auch Rache in Frage.

Bundesrammlerschau in Neumünster

In dieser Woche war in Neumünster Bundesrammlerschau.
Jeder Kaninchenzüchter mit sowohl Rang als auch Namen war da, um sich und seine Geschöpfe zu präsentieren. Und natürlich vor allem, um sich den Preisrichtern zu stellen. Davon gab es immerhin 100!
Hundert Preisrichter, Herrschaften. Das ist schon große Welt.
Was allerdings für Katzen gilt, das gilt auch für Kaninchen: Die Stammform, die in der Natur vorkommende Form also, von der die Zuchttiere abstammen, ist die schönste. Da nützt eben alles Züchten nicht. Es sei, um die Tiere irgend schmackhafter zu machen. Das ginge, wie Beispiele anderer Arten zeigen.
Aber ums Essen ging es ja bei dieser Schau nicht.

Linke in Neumünster stark aufgestellt

Die Partei Die Linke, hervorgegangen aus PDS und WASG, ist auch in Neumünster stark aufgestellt. Bei den Kommunalwahlen 2008 wird sie in jedem der 23 Neumünsteraner Wahlkreise mit einem Kandidaten vertreten sein. Die Vermutung, daß die Partei nur im Osten stark sei und daß es im Westen erhebliche Personalprobleme geben würde, hat sich also als falsch erwiesen.
Nicht nur in Neumünster.

Lieblingsschlagzeile aus den Kieler Nachrichten

Diese lautet:

„Verfahren wegen Hehlerei eingestellt“

Das heißt, Hehlerei führte zur Einstellung eines Gerichtsverfahrens, obwohl doch in einem Rechtsstaat Hehlerei im Gegenteil zur Aufnahme eines Verfahrens führen müßte.
Aber natürlich meinen die KN etwas anderes:
nämlich, daß ein Verfahren gegen einen Geschäfsbesitzer, der wegen Hehlerei angeklagt war, vom Neumünsteraner Amtsgericht wegen geringer Schuld eingestellt wurde.
Aber was sie da in der Überschrift schreiben – na, sie merken eben nichts.

KIWA – was ist das denn?

Das Akronym KIWA steht für Koorinationsstelle für innovative Wohn- und Pflegeformen im Alter.
Und diese befindet sich, obwohl für das ganze Land zuständig, nicht etwa in Kiel und auch nicht in Lübeck oder Flensburg, sondern in unserer schönen Stadt. Das unterstreicht die Bedeutung Neumünsters für Schleswig-Holstein.
Leider bin ich aber an dieser Stelle gezwungen, ein wenig zu schulmeistern: Es gibt weder Wohn- noch Pflegeformen, da Wohnen und Pflege weder Gegenstände noch Zustände, sondern Vorgänge sind. Zu sprechen wäre also von PflegeWEISEN.
Vielleicht sollte ich das den guten Leuten mal mitteilen, denn, wenn es auch der eine oder andere Leser nicht einsehen wird: Verbrechen gegen die Sprachlogik sind Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
Na gut, in diesem Fall ist es kein Verbrechen.
Grund ist vielmehr Fahrlässigkeit oder Dummheit. Dennoch darf so etws nicht unerwähnt bleiben.

Tatjana Großkopf und die Weltmusik

Die Musikschule Neumünster bietet einen Kurs über Weltmusik an. Maßgeblich dafür ist die Initiative von Tatjana Großkopf, einer jungen, rotschöpfigen, lieblichen und liebenswürdigen Dozentein, bei der man sich wirklich gern auch in die Geheimnisse von Spielarten der Musik einführen lassen würde, aber leider bin ich gegen diese Art von Tonkunst allergisch. Oder nein, es ist keine Allergie, es ist vielmehr ein fundiertes ästhetisches Urteil, das mich diese Musik ablehnen läßt.
Nichts gegen das, was dieser Musik unter anderem zugrunde liegt: Folk aller Weltteile. Aber was die Weltmusik daraus macht, ist vollenweidersches Gewaber, Musik, die immer auf das penetranteste vorgibt, Entspannung zu schaffen und Weisheit zu vermitteln.
Aber damit soll Tatjanas Engagement nicht geschmälert werden. Es muß und soll ja nicht jeder meiner Auffassung sein.

Stock Guss in Schwierigkeiten

Es hätte so schön werden für die hiesige Eisengießerei: Das Geschäft brummte vielleicht noch nicht, aber die Auftragslage hatte sich erheblich verbessert. Wer dies in Zusammenhang mit dem Umstand sieht, daß in unserem Land in den vergangenen Monaten 1000 Tonnen Bahn-Altschienen abhanden gekommen sind, der liegt falsch. Stock Guss ist eine seriöse Firma und arbeitet nicht mit Diebesgut.
Außerdem würde diese Angelegenheit nicht die verbesserte Auftragslage erklären. Die ist nämlich konjunkturell bedingt, also zyklisch, und der gegenwärtige Aufwärtstrend hat weder etwas mit irgendwelchen Leistungen der alten noch der neuen Bundesregierung zu tun.
Aber ich schweife ab.
Das Problem ist nun angeblich, daß der Strompreis um über 50 % erhöht worden ist, wenn man den Kieler Nachrichten glauben kann.
Daher sind angeblich Stellen in Gefahr.
Hallo!
Da sollte man doch aufmerken. Denn entweder bedroht eine Strompreiserhöhung den Betrieb in seiner Existenz, oder er kommt damit gut zurecht. Inwiefern aber sollte „Stellenabbau“ (mieser Euphemismus für Entlassungen) dem Betrieb in so einer Situation helfen?
Man wird also den Verdacht nicht los, daß die Strompreiserhöhung dazu dient, etwas zu rechtfertigen, das ohnehin geplant ist.
Entlassungen sind nun mal nicht gut fürs Image, und wer würde da den Schwarzen Peter nicht gern weitergeben (in diesem Fall an die Stadtwerke)?

Stegner und die Neumünsteraner CDU

Ist das nicht eine unheilige Allianz?
Stegner stimmt der Neumünsteraner CDU zu. In welcher Frage der SPD-Landesminister der CDU zustimmt, wollt Ihr wissen?
Es geht um nichts Geringeres als die städtische Wohnungsbau GmbH. Diese soll nach den Plänen der hiesigen CDU in eine Genossenschaft umgewandelt werden. Und da sehen wir, daß es doch nicht immer eine unheilige Allianz sein muß, wenn Sozial- und Christdemokraten zusammenfinden. Denn der von Stegner sehr wohlwollend aufgenomme Vorschlag der CDU ist ja nun mal einer, den man von linken SPD-Leuten erwartet, aber nicht von schwarzbrauntauben Nüssen.
Tja, auf regionaler, nein lokaler Ebene ist eben einiges möglich, das auf Bundesebene einen Sturm der Entrüstung bei der Springer-Presse, dem Spiegel und dergleichen auslösen würde.
(Wer sich jetzt wundert und meint, man könne doch nicht Springer-Presse und Spiegel in einem Atemzug nennen, der bekommt vielleicht nicht viel mit. Man denke nur an den gemeinsamen Vorstoß in Sachen Rechtschreibreform-Ablehnung: Aust und Friede Springer Seit an Seit, eine Einheitsfront bildend. Peter Hacks hatte übrigens schon in den 70er Jahren den Durchblick, als er den Spiegel als des deutschen Bourgeois` Bildzeitung bezeichnete.)

Orkanopfer in Neumünster

An dem Abend, an dem der Schienenverkehr flächendeckend eingestellt wurde, sah ich verzweifelte Menschen auf dem ZOB umherirren. Überall fragten sie, wo denn nun der Schienenersatzbus wohin auch immer sei.
Ja, es war schon recht sonderbar – gestrandete Menschen allenthalben. Man fühlte sich geradezu an die Ergebnisse der Verwüstungen in New Orleans nach dem Hurricane Katrina erinnert.
Das wäre übertrieben, meinst Du, geneigter Leser?
Na, ich habe die Ereignisse doch nicht gleichgesetzt, ich sagte ja nur, das eine erinnere an das andere.
Der Schienenersatzverkehr könnte übrigens wirklich effektiver sein.

Jana Reinert – Anmut in Bewegung

Der Neumünsteraner Sport hat eine Attraktion, die sonderbarerweise bislang kaum Beachtung findet. Sicher, ein Damen-Handball-Oberligist wie Olympia Neumünster ist normalerweise nicht imstande, Massen zu mobilisieren, aber in diesem Fall sollte man schon mal einen Blick riskieren:
Wenn auch nur wegen Jana Reinert, und zwar deshalb, weil sie eine der stilistisch besten Handballerinnen unter der Sonne ist. Ja, man kann sogar mit Fug und Recht behaupten: Sie verleiht dem Spiel Anmut und Würde.
Und das ist etwas, das ich im Frauenhandball nie und nimmer erwartet hätte.

Westenseer Ortswehr mit brandneuer Führung

Es ist schon lange Zeit her – damals war Ignaz Kiechle Bundeslandwirtschaftsminister: Da brachte das famose Satiremagazin Titanic eben diesen inzwischen verstorbenen Allgäuer auf die Titelseite, und unter dem Poträtfoto stand:

Katoffeln sprechen.

Irgendwie und ich weiß selbst nicht warum fühlte ich mich daran erinnert, als ich heute in den Kieler Nachrichten ein Foto mit den neuen Spitzenkräften der Westenseer Ortswehr sah.
Neu dabei sind Jan Zabienski als Stellvertretender Wehrführer und Gruppenführer, Michael Schulat als Wehrführer sowie Christian Lüders als Stellvertretender Gruppenführer.
Da gratuliere ich natürlich recht herzlich all den wehrhaften Führern, die offenkundig gegen solche Bezeichnungen wie „Wehrführer“ rein gar nichts einzuwenden haben.
Deutsch bleibt deutsch.

Gunter Gabriel in Neumünster

Das war am vergangenen Samstag, und er brachte sogar ein Neumünster-Lied zu Gehör.
Daneben auch seine ölleren Kamellen aus der Zeit, als er richtig populär war.
Tja, der gute Gunter läßt nichts aus. Neulich bekannte er ja bereits im Fernsehen, er lasse sich sogar privat engagieren. Für 1000 Euro die Stunde, und er gucke da nicht so genau auf die Uhr. Kein schlechter Stundenlohn, aber da muß man natürlich auch an Zeit und Geld für die Anreise denken, das ist wohl wahr.
Und sollte er mal wieder in Neumünster aufkreuzen, dann geht mal ruhig hin, denn unfreiwillig komische Qualitäten hat seine erdige Vortragskunst durchaus.
Einmal sang er im Fernsehen gar das folgende (Melodie: House of the Rising Sun):

Da ist ein Haus im Kosovo,
das ist zerstört und leer.
Und die Jungs aus Good Old Germany,
die stelln das Haus wieder her.

Stefan Raab antwortete damals so:

Da ist ein Haus, ein Irrenhaus.
Da lebt der Gunter drin.
Da läßt man ihn jetzt nicht mehr raus,
denn da gehört er hin.

Ich habe übrigens ein neues Betätigungsfeld für den Gunter entdeckt: Umwelt-, Natur- und Tierschutz.
Wie wäre es zum Beispiel, wenn er seinen alten Hit

Ohne Moos, ohne Moos nichts los.
Ich bin immer pleite, mir fällt gar nichts in den Schoß.

abwandeltete zu:

Ozelot, Ozelot in Not.
Das Fell hängt anner Schickse, und das Fleisch liegt aufm Brot.

Ist doch nett, gell?

Zugegeben, nicht so schön wie Gabriels beste Verse:
Er ist ein Kerl, ein ganzer Mann,
und sein Zuhause ist die Autobahn.

und:

Er heißt Dankwart
und ist Tankwart.

Dankwart?
Kann man so heißen?
fragen jetzt einige Menschen.
Doch, das kann man in der Tat, und eine Gestalt im Nibelungenlied trägt diesen Namen.
Das paßt: So ursprünglich und hünenhaft wirkt er, unser Gunter, wie eine Gestalt aus der mittelalterlichen Heldenepik.
Ja, auf sonderbare Weise ist der Mann wirklich sympathisch, und da freut es uns doch, daß der deutsche Country-Barde öfter mal in Neumünster aufkreuzt.

Hilf Dir selbst, dann hilft Dir auch die Polizei

An die Küh und an die Bulln vorbei,
überholn wir auch die Polizei.

An diesen schönen Doppelvers aus eiem Hit der Gruppe Torfrock erinnerte mich, was ich heute in den Kieler Nachrichten las:
Ein fünfundzwanzigjähriger Mann wollte sich im Keller eines Wohnhauses, das nicht das seine war, mit Lebensmitteln versorgen.
Ein dort wohnender Mensch bemerkte den Einbruch und stellte den Delinquenten. Dieser wehrte sich offenbar nicht, sondern ergriff die Flucht: Durch die Rendsburger und die Victoriastraße, und zwar unter Zurücklassung des Diebesgutes. Aber es nutzte alles nichts, der Verfolger war dennch schneller, überwältigte ihn und übergab ihn der Polizei.

Zu solch einer Verfolgungsjagd gehört schon einiges an Mut.
Also, ein Hoch auf den unbekannten, weil ungenannten Verfolger.

Handball-WM

Huhu, Mädels und Jungs, es ist Handball-WM!
Seid Ihr denn noch gar nicht so recht begeistert?
Das ist angesichts der Popularität dieses harten Sports in Neumünster und ganz Schleswig-Holstein sonderbar, aber erklärlich.

An sich ist Handball in Schleswig-Holstein so populär wie Fußball. Aber ach, in Deutschland insgesamt sieht es doch ganz anders aus:
Die Medien wollen mit dem Handball wenig zu tun haben, im überregionalen Fernsehen ist zwar am laufenden Meter Fußball, aber während der Saison wird nur einmal wöchentlich Hanball live gezeigt.
Wenn ich den richtigen Überblick habe.
In den überregionalen Nachrichten werden die Ergebnisse der ersten Fußball-Bundesliga und sogar die der zweiten Liga genannt, aber nicht die der ersten Handball-Bundesliga.
Und das ist, gestehen wir es hier in Neumünster doch ein, einfach richtig so, denn insgesamt ist selbst die zweite Fußball-Bundesliga um ein Vielfaches populärer als die erste Handball-Bundesliga.
Und jede der beiden Fußball-Regionalligen kann ohne weiteres mit der Handball-Bundesliga mithalten, was die Popularität betrifft.
Das sollte uns klar machen, daß Schleswig-Holstein tatsächlich ein Sonderfall ist.
(Daher werden übrigens in den NDR-Nachrichten die Ergebnisse der Handball-Bundesliga mit norddeutscher Beteiligung durchaus genannt.)
Aber das Problem ist: Auch hier sieht man eben vor allem überregionales Fernsehen. Das führt dazu, daß die Handball-WM-Stimmung hier ein wenig gedämpft ist. Das wäre tatsächlich vollkommen anders, wenn Schleswig-Holstein ein souveränder Staat wäre und das staatsweite Fernsehen uns dann gebührend auf eine Handball-WM einstimmen würde.
Aber wollen wir mal ausnahmsweise keine separatistische Propaganda machen.
Jedenfalls, was ich sagen will, ist: Laßt Euch nicht von den bundesweit operierenden Medien niederdrücken.
Versammelt Euch und feiert ein Fest des Handballs!

Schweinegilde Gadeland feiert hundertjähriges Bestehen

Das muß in der Tat gefeiert werden, und es WIRD gefeiert, und zwar an diesem Wochenende.
Da haben sich vor hundert Jahren tatsächlich ein paar patente Leute zusammengetan und sich gesagt:
Wir versichern uns selbst bzw. gegenseitig gegen die Gefahren, denen man als schweinehaltender Geschäftsmann ausgesetzt ist.
Das sollte man sich heute zum Vorbild nehmen. Tut Euch zusammen, Bürger! Inzwischen muß so etwas ja nicht mehr lokal oder regional begrenzt sein. Das Internet bietet unbegrenzte Möglichkeiten. Gründet Bürgerversicherungen, statt Euch von den üblichen Versicherungen das Fell über die Ohren ziehen zu lassen.
Und laßt Euch nicht davon beirren, daß auf der Schweinegilde Gadeland ein Fluch lastet:
Sämtliche Gründungsmitglieder sind gestorben.

Die Titte der Kellnerin auf der Schulter des Gastes

Es soll hier davon berichtet werden, was mir in einem Neumünsteraner Cafe geschah.
Den Namen werde ich nicht verraten, sonst könnte es rechtliche Probleme geben, was weiß denn ich!

Also: In recht großer Gesellschaft befand ich mich neulich nachmittags in diesem Cafe.
Kaffee und Kuchen waren gut, das muß man sagen, und die Kellnerin war durchaus nicht unfreundlich. Aber eins fiel doch auf: Diese recht kleine Person parkte beim Eingießen immer ihre linke Titte auf der rechten Schulter des Gastes. Ob sie sich, so abgesichert, eine höhere Zielgenauigkeit beim Eingießen erhoffte?
Das wird es wohl kaum gewesen sein.
Aber es war wirklich offensichtlich: Sie machte ihre Runde um den großen Tisch, und bei jedem Eingießen küßte ihre linke Milchdrüse die Schulter eines dürstenden Gastes.

Warum machen Frauen sowas?
– –
Wie bitte?
Die Frage wäre pauschal und daher sexistisch?

Ich sage ja nicht, daß alle Frauen das machen.
Aber ich habe es auch vorher schon bei anderen gesehen. Nötig ist das wohl kaum, um eingießen zu können. Und hier war es eben besonders auffällig.
Es bleibt also die Frage: Warum?
Da habe ich eine Theorie:

Wenn Kellnerinnen Gäste bedienen, ergibt sich daraus an sich kein hierarchisches Verhältnis:
Die Kellnerinnen arbeiten eben, während die Gäste ihre Freizeit gestalten.
Dennoch wirken die alten Verhältnisse, in denen der Bedienende eben ein Dienender war, ein Mensch, der zum Personal gehörte, während der Bediente ein Herr war oder eine Herrin, im Geiste fort.
Das heißt, die Bedienende fühlt sich auch heute noch den Gästen untergeordnet, und dieses Gefühl ist gewiß kein angenehmes.
Was ist dagegen zu tun?
(Wohlgemerkt, wir sprechen hier nicht von bewußten Prozessen und Entscheidungen: Das Gefühl, untergeben zu sein, ist der Kellnerin ebensowenig vollständig bewußt wie ihre Art des Eingießens.)
Die Kellnerin beginnt, sich als Ernährende zu begreifen und die Gäste als ihre Kinder.
Genauer: Sie ist die Mutter, die Gäste bilden ihr ideelles Gesamtbaby.
Daher berührt ihre Dudel den Gast, während sie eingießt.
Beide Vorgänge zusammengenommen, ist das, als würde sie einem Säugling Milch geben.
Auf diese Weise kehrt sie das von ihr angenommene hierarchische Verhältnis um.

X-mas-Party in der Papierfabrik

Wer möchte nicht dem weihevollen weihnachtlichen Einerlei entkommen!
Also, wenn alles getan ist –
alle Geschenke in der Familie verteilt,
alle Geschenke entgegengenommen,und wenn man hinlänglich seine Freude bekundet hat über die möglicherweise nutzlosen Präsente –
dann kann man sich auf den Weg in die Papierfabrik machen.
Ab 23.00 Uhr (Heiligabend natürlich) kann man sich dort den Weihnachtsstreß aus den Gliedern schütteln.

Zu spät, der Hinweis?
Na, dann eben nächstes Jahr.

Schlesier bleiben wie sie sind

Die Schlesier sind in Neumünster besonders umtriebig. Jedenfalls die, die in der „Landsmannschaft Schlesien“ organisiert sind.
Daß sie Schlesien immer noch als Bestandteil Deutschlands betrachten, daß sie also Revanchisten sind, geht ja schon zweifelsfrei aus ihrem Namen vervor.
Am vergangenen Wochenende rotteten sie sich mal wieder zusammen.
Es setzte im Kiek In ein Video über „Breslau“, und es fogte das Verspeisen schlesischer Wellwurst. Auch etwas, worauf man vermutlich stolz ist. Und es klingt ja schon reichlich unappetitlich.
Danach wird man noch ein wenig palavert haben – in dem polnisch-deutschen Idiom, das sie für einen deutschen Dialekt halten.

In Neumünster wird gekegelt

In Neumünster gibt es einen Zweitligisten in Sachen Kegeln. Und dieser befindet sich immerhin auf dem sechsten Tabellenplatz. Unlängst gewann diese Mannschaft sogar mir 3:0 gegen Goldene Neun Bremerhaven.
In der Rudi-Kreimsen-Arena.
Vor 120 Zuschauern.
Und einer war begeisterter als der andere.
Aber was heißt das überhaupt in diesem Fall, 3:0?
Spielen die da nach Sätzen, wie im Tennis?
120 Zuschauer, das ist allerdings nicht von schlechten Eltern für eine Stadt dieser Größe und eine Sportart, die nicht als Zuschauersport bekannt ist.
Die Begeisterung sollte die Mannschaft in die Erste Liga tragen.

Randalierende Türken???

Die Kieler Nachrichten berichteten am 13. November auf Seite 15 von einer einen Tag vorher frühmorgens stattgehabten Schlägerei zwischen Rechtsradikalen und Türken vor einer Gaststätte in der Gasstraße.
Die Kieler Nachrichten sprechen in diesem Zusammenhang von „verfeindeten „Gruppen“ und lassen auch sonst nicht erkennen, wer der Aggressor gewesen sein könnte.
Offenbar sind KN-Redakteuren Türken genauso mißliebig wie Neonazis.
Von wem aber in solchen Fällen grundsätzlich die Aggression ausgeht, dürfte klar sein:
Machen Türken Front gegen Rechtsradikale?
Brüllen sie „Blonde und Blauäugige raus“ und „Deutschland den Türken“?
Wie, nie gehört?
Seht Ihr?

Neuerdings lasen die Menschen ihre Handys fallen

Immer wieder ist es in Bussen, auf der Straße oder sonstwo zu beobachten – zumindest in Neumünster, aber wahrscheinlich nicht nur hier:
Die Menschen lassen ihre Handys fallen und müssen sie dann im Stück, wenn sie Glück haben, ansonsten eben in verstreuten Einzelteilen aufsammeln.
Zugegeben, das passiert nicht alle paar Minuten, aber es kommt vor.
Vor zwei Jahren noch konnte man dieses Phänomen kaum je beobachten.
Was ist inzwischen geschehen?
Ganz einfach: Die Menschen haben sich an ihre Handys gewöhnt.
Vor ein paar Jahren noch behandelten sie ihr Handy wie ein rohes Ei und saßen davor, wie andere vor einem Altar knieen.
Heute ist das Handy zur Selbstverständlichkeit geworden, die entsprechend achtlos behandelt und eben auch mal fallengelassen wird.

Praktisch zweimal WM-Silber für Neumünster

Renate Schröder wohnt zwar in Eckernförde, aber sie wirkt als Tennisspielerin für den (im Bereich Damen 50) mehrfachen Mannschaftsmeister Olympia Neumünster.
Und eben diese Renate Schröder errang bei den Weltmeisterschaften in der Türkei zweimal Silber.
Und zwar im Einzel und im Doppel.
Da gibt es überhaupt nichts zu grinsen, liebe Leser. Ich weiß, Ihr seid alle noch jung, aber respektiert doch bitte auch die Leistungen der älteren Semester.
Ich bin sicher, daß ich gegen diese Dame völlig chancenlos wäre.
Und sehen lassen kann sich ihr Spiel auch:
Sie ist eine wirklich gute Stilistin.
(Tja, rein stilistisch dürfte John McEnroe auch heute noch allen Top-Ten-Spielern wolkenkratzerhoch überlegen sein.)

FDP contra Stadtbücherei

Die FDP Neumünster will folgende Möglichkeit prüfen lassen:
Die Stadtbücherei könnte ins Gebäude des Capitol-Kinos umziehen; der somit freigewordene Platz soll von der Norddeutschen Retail-Service (NRS) genutzt werden.
Die Stadtbücherei aufs Abstellgleis, so hätten es die Liberalen gern.
Die FDP ist die Partei des Sozialabbaus, und die Stadtbücherei ist ja AUCH eine soziale Einrichtung.
Sie wird nicht ausschließlich, aber doch zu einem guten Teil von Menschen aufgesucht, die es sich nicht leisten können, alles, was sie lesen, selbst zu kaufen.
Und eben die sind der FDP schnurz, auch wenn es aufgrund neoliberaler Politik auch anderer Parteien immer mehr davon gibt.
Die FDP ist Feind aller öffentlichen Büchereien.
Soviel sollte jedem bei Kommunalwahlen klar sein.

Die Volkshochschule Neumünster und der Islam

Ich zitiere aus den Kieler Nachrichten vom 9. November, S. 35:

„Einen kurzen Überblick über die Geschichte des Islam und eine Einführung in die Glaubensgrundsätze dieser Weltreligion wird am 16. November um 19.00 Uhr in Neumünsters Volkshochschule Muammar Muslu geben, Imam aus Neumünster geben.“

(Das steht da wörtlich so, mit falscher Wortstellung im Satz und doppeltem „geben“.)
Man zeigt sich also auch in Neumünster außerordentlich verständnisvoll, wenn es um den Islamismus geht.
Wie bitte, ich hätte Islam und Islamismus verwechselt?
Verzeihung, soll nicht wieder vorkommen. Sie sind ja so leicht auseinanderzuhalten, denn sie unterscheiden sich so deutlich voneinander (da hat H. G. Gremliza zweifellos recht) wie die Armut von der Powerteh.

Schumann in Neumünster

Es jährt sich in diesen Tagen der 150. Todestag des Komponisten Robert Schumann.
Und der wird auch in Neumünster begangen.
Schumann war ohne Zweifel ein inspirierter Liedschmied. und ich ziehe ihn Schubert allemal vor.
Daher kann ich der Aussage Leonard Bernsteins, Lennon/McCartney seien die größten Liedkomponisten seit Schubert, nicht zustimmen.
In der Neumünsteraner Musikbücherei nun findet am 10. November ein Schumann-Konzert statt.
Es singt eine Dame aus Hamburg mit großem Stimmumfang (zumindest ist darauf aus dem Umstand zu schließen,daß sie als Mezzosopranistin und Altistin firmiert. Aber vielleicht soll das ja nur heißen, daß sie sich zwischen den beiden Stimmlagen befindet.)
Am Klavier begleitet wird sie von einem Jochen Brockmann.
Und wenn es den beiden gelingt, Schumann adäquat zu interpretiren, dann sollt sich auch dem gröbsten Klotz etwas von der Kunst des Meisters vermitteln.

Soll Stadt Kunstrasenplatz bezuschussen?

Das ist ja nun ein überlanges Hin und Her um Kunstrasen, Lärmschutz und so fort.
Es bleibt die Frage: Soll die Stadt Neumünster den geplanten Kunstrasenplatz des THC mit 200.000 € bezuschussen, wovon der THC ja ausgeht, oder leider nicht.
Umgerechnet sind das nämlich 2-3 € pro Neumünsteraner Einwohner.
Das sollte doch mal drin sein.
Oder rede ich jetzt Unsinn?
Stellt am besten mal den einen oder anderen Kommentar ein.

Wahr und wahrhaftig – Wise Guys in der Holstenhalle

Soviel ist jetzt sicher. Sie werden am 11. November bei uns aufkreuzen und ab 20.00 Uhr spielen.
… Nein, nicht spielen: Wie Ihr wahrscheinlich wißt, machen die fünf Männer alles a cappella. Sie singen in höchsten und tiefsten Tönen und ahmen auch noch stimmlich Musikinstrumente unterschiedlichster Art nach.
Fragt sich bloß, warum die Brüder Wise Guys heißen. „Wise guy“ ist nämlich ein verschleiernder Ausdruck für einen Mafioso.
Na denn man tau.