Archiv für den Autor: Atze Bacardi

KIWA – was ist das denn?

Das Akronym KIWA steht für Koorinationsstelle für innovative Wohn- und Pflegeformen im Alter.
Und diese befindet sich, obwohl für das ganze Land zuständig, nicht etwa in Kiel und auch nicht in Lübeck oder Flensburg, sondern in unserer schönen Stadt. Das unterstreicht die Bedeutung Neumünsters für Schleswig-Holstein.
Leider bin ich aber an dieser Stelle gezwungen, ein wenig zu schulmeistern: Es gibt weder Wohn- noch Pflegeformen, da Wohnen und Pflege weder Gegenstände noch Zustände, sondern Vorgänge sind. Zu sprechen wäre also von PflegeWEISEN.
Vielleicht sollte ich das den guten Leuten mal mitteilen, denn, wenn es auch der eine oder andere Leser nicht einsehen wird: Verbrechen gegen die Sprachlogik sind Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
Na gut, in diesem Fall ist es kein Verbrechen.
Grund ist vielmehr Fahrlässigkeit oder Dummheit. Dennoch darf so etws nicht unerwähnt bleiben.

Tatjana Großkopf und die Weltmusik

Die Musikschule Neumünster bietet einen Kurs über Weltmusik an. Maßgeblich dafür ist die Initiative von Tatjana Großkopf, einer jungen, rotschöpfigen, lieblichen und liebenswürdigen Dozentein, bei der man sich wirklich gern auch in die Geheimnisse von Spielarten der Musik einführen lassen würde, aber leider bin ich gegen diese Art von Tonkunst allergisch. Oder nein, es ist keine Allergie, es ist vielmehr ein fundiertes ästhetisches Urteil, das mich diese Musik ablehnen läßt.
Nichts gegen das, was dieser Musik unter anderem zugrunde liegt: Folk aller Weltteile. Aber was die Weltmusik daraus macht, ist vollenweidersches Gewaber, Musik, die immer auf das penetranteste vorgibt, Entspannung zu schaffen und Weisheit zu vermitteln.
Aber damit soll Tatjanas Engagement nicht geschmälert werden. Es muß und soll ja nicht jeder meiner Auffassung sein.

Stock Guss in Schwierigkeiten

Es hätte so schön werden für die hiesige Eisengießerei: Das Geschäft brummte vielleicht noch nicht, aber die Auftragslage hatte sich erheblich verbessert. Wer dies in Zusammenhang mit dem Umstand sieht, daß in unserem Land in den vergangenen Monaten 1000 Tonnen Bahn-Altschienen abhanden gekommen sind, der liegt falsch. Stock Guss ist eine seriöse Firma und arbeitet nicht mit Diebesgut.
Außerdem würde diese Angelegenheit nicht die verbesserte Auftragslage erklären. Die ist nämlich konjunkturell bedingt, also zyklisch, und der gegenwärtige Aufwärtstrend hat weder etwas mit irgendwelchen Leistungen der alten noch der neuen Bundesregierung zu tun.
Aber ich schweife ab.
Das Problem ist nun angeblich, daß der Strompreis um über 50 % erhöht worden ist, wenn man den Kieler Nachrichten glauben kann.
Daher sind angeblich Stellen in Gefahr.
Hallo!
Da sollte man doch aufmerken. Denn entweder bedroht eine Strompreiserhöhung den Betrieb in seiner Existenz, oder er kommt damit gut zurecht. Inwiefern aber sollte „Stellenabbau“ (mieser Euphemismus für Entlassungen) dem Betrieb in so einer Situation helfen?
Man wird also den Verdacht nicht los, daß die Strompreiserhöhung dazu dient, etwas zu rechtfertigen, das ohnehin geplant ist.
Entlassungen sind nun mal nicht gut fürs Image, und wer würde da den Schwarzen Peter nicht gern weitergeben (in diesem Fall an die Stadtwerke)?

Stegner und die Neumünsteraner CDU

Ist das nicht eine unheilige Allianz?
Stegner stimmt der Neumünsteraner CDU zu. In welcher Frage der SPD-Landesminister der CDU zustimmt, wollt Ihr wissen?
Es geht um nichts Geringeres als die städtische Wohnungsbau GmbH. Diese soll nach den Plänen der hiesigen CDU in eine Genossenschaft umgewandelt werden. Und da sehen wir, daß es doch nicht immer eine unheilige Allianz sein muß, wenn Sozial- und Christdemokraten zusammenfinden. Denn der von Stegner sehr wohlwollend aufgenomme Vorschlag der CDU ist ja nun mal einer, den man von linken SPD-Leuten erwartet, aber nicht von schwarzbrauntauben Nüssen.
Tja, auf regionaler, nein lokaler Ebene ist eben einiges möglich, das auf Bundesebene einen Sturm der Entrüstung bei der Springer-Presse, dem Spiegel und dergleichen auslösen würde.
(Wer sich jetzt wundert und meint, man könne doch nicht Springer-Presse und Spiegel in einem Atemzug nennen, der bekommt vielleicht nicht viel mit. Man denke nur an den gemeinsamen Vorstoß in Sachen Rechtschreibreform-Ablehnung: Aust und Friede Springer Seit an Seit, eine Einheitsfront bildend. Peter Hacks hatte übrigens schon in den 70er Jahren den Durchblick, als er den Spiegel als des deutschen Bourgeois` Bildzeitung bezeichnete.)

Orkanopfer in Neumünster

An dem Abend, an dem der Schienenverkehr flächendeckend eingestellt wurde, sah ich verzweifelte Menschen auf dem ZOB umherirren. Überall fragten sie, wo denn nun der Schienenersatzbus wohin auch immer sei.
Ja, es war schon recht sonderbar – gestrandete Menschen allenthalben. Man fühlte sich geradezu an die Ergebnisse der Verwüstungen in New Orleans nach dem Hurricane Katrina erinnert.
Das wäre übertrieben, meinst Du, geneigter Leser?
Na, ich habe die Ereignisse doch nicht gleichgesetzt, ich sagte ja nur, das eine erinnere an das andere.
Der Schienenersatzverkehr könnte übrigens wirklich effektiver sein.

Jana Reinert – Anmut in Bewegung

Der Neumünsteraner Sport hat eine Attraktion, die sonderbarerweise bislang kaum Beachtung findet. Sicher, ein Damen-Handball-Oberligist wie Olympia Neumünster ist normalerweise nicht imstande, Massen zu mobilisieren, aber in diesem Fall sollte man schon mal einen Blick riskieren:
Wenn auch nur wegen Jana Reinert, und zwar deshalb, weil sie eine der stilistisch besten Handballerinnen unter der Sonne ist. Ja, man kann sogar mit Fug und Recht behaupten: Sie verleiht dem Spiel Anmut und Würde.
Und das ist etwas, das ich im Frauenhandball nie und nimmer erwartet hätte.

Westenseer Ortswehr mit brandneuer Führung

Es ist schon lange Zeit her – damals war Ignaz Kiechle Bundeslandwirtschaftsminister: Da brachte das famose Satiremagazin Titanic eben diesen inzwischen verstorbenen Allgäuer auf die Titelseite, und unter dem Poträtfoto stand:

Katoffeln sprechen.

Irgendwie und ich weiß selbst nicht warum fühlte ich mich daran erinnert, als ich heute in den Kieler Nachrichten ein Foto mit den neuen Spitzenkräften der Westenseer Ortswehr sah.
Neu dabei sind Jan Zabienski als Stellvertretender Wehrführer und Gruppenführer, Michael Schulat als Wehrführer sowie Christian Lüders als Stellvertretender Gruppenführer.
Da gratuliere ich natürlich recht herzlich all den wehrhaften Führern, die offenkundig gegen solche Bezeichnungen wie „Wehrführer“ rein gar nichts einzuwenden haben.
Deutsch bleibt deutsch.

Gunter Gabriel in Neumünster

Das war am vergangenen Samstag, und er brachte sogar ein Neumünster-Lied zu Gehör.
Daneben auch seine ölleren Kamellen aus der Zeit, als er richtig populär war.
Tja, der gute Gunter läßt nichts aus. Neulich bekannte er ja bereits im Fernsehen, er lasse sich sogar privat engagieren. Für 1000 Euro die Stunde, und er gucke da nicht so genau auf die Uhr. Kein schlechter Stundenlohn, aber da muß man natürlich auch an Zeit und Geld für die Anreise denken, das ist wohl wahr.
Und sollte er mal wieder in Neumünster aufkreuzen, dann geht mal ruhig hin, denn unfreiwillig komische Qualitäten hat seine erdige Vortragskunst durchaus.
Einmal sang er im Fernsehen gar das folgende (Melodie: House of the Rising Sun):

Da ist ein Haus im Kosovo,
das ist zerstört und leer.
Und die Jungs aus Good Old Germany,
die stelln das Haus wieder her.

Stefan Raab antwortete damals so:

Da ist ein Haus, ein Irrenhaus.
Da lebt der Gunter drin.
Da läßt man ihn jetzt nicht mehr raus,
denn da gehört er hin.

Ich habe übrigens ein neues Betätigungsfeld für den Gunter entdeckt: Umwelt-, Natur- und Tierschutz.
Wie wäre es zum Beispiel, wenn er seinen alten Hit

Ohne Moos, ohne Moos nichts los.
Ich bin immer pleite, mir fällt gar nichts in den Schoß.

abwandeltete zu:

Ozelot, Ozelot in Not.
Das Fell hängt anner Schickse, und das Fleisch liegt aufm Brot.

Ist doch nett, gell?

Zugegeben, nicht so schön wie Gabriels beste Verse:
Er ist ein Kerl, ein ganzer Mann,
und sein Zuhause ist die Autobahn.

und:

Er heißt Dankwart
und ist Tankwart.

Dankwart?
Kann man so heißen?
fragen jetzt einige Menschen.
Doch, das kann man in der Tat, und eine Gestalt im Nibelungenlied trägt diesen Namen.
Das paßt: So ursprünglich und hünenhaft wirkt er, unser Gunter, wie eine Gestalt aus der mittelalterlichen Heldenepik.
Ja, auf sonderbare Weise ist der Mann wirklich sympathisch, und da freut es uns doch, daß der deutsche Country-Barde öfter mal in Neumünster aufkreuzt.

Hilf Dir selbst, dann hilft Dir auch die Polizei

An die Küh und an die Bulln vorbei,
überholn wir auch die Polizei.

An diesen schönen Doppelvers aus eiem Hit der Gruppe Torfrock erinnerte mich, was ich heute in den Kieler Nachrichten las:
Ein fünfundzwanzigjähriger Mann wollte sich im Keller eines Wohnhauses, das nicht das seine war, mit Lebensmitteln versorgen.
Ein dort wohnender Mensch bemerkte den Einbruch und stellte den Delinquenten. Dieser wehrte sich offenbar nicht, sondern ergriff die Flucht: Durch die Rendsburger und die Victoriastraße, und zwar unter Zurücklassung des Diebesgutes. Aber es nutzte alles nichts, der Verfolger war dennch schneller, überwältigte ihn und übergab ihn der Polizei.

Zu solch einer Verfolgungsjagd gehört schon einiges an Mut.
Also, ein Hoch auf den unbekannten, weil ungenannten Verfolger.

Handball-WM

Huhu, Mädels und Jungs, es ist Handball-WM!
Seid Ihr denn noch gar nicht so recht begeistert?
Das ist angesichts der Popularität dieses harten Sports in Neumünster und ganz Schleswig-Holstein sonderbar, aber erklärlich.

An sich ist Handball in Schleswig-Holstein so populär wie Fußball. Aber ach, in Deutschland insgesamt sieht es doch ganz anders aus:
Die Medien wollen mit dem Handball wenig zu tun haben, im überregionalen Fernsehen ist zwar am laufenden Meter Fußball, aber während der Saison wird nur einmal wöchentlich Hanball live gezeigt.
Wenn ich den richtigen Überblick habe.
In den überregionalen Nachrichten werden die Ergebnisse der ersten Fußball-Bundesliga und sogar die der zweiten Liga genannt, aber nicht die der ersten Handball-Bundesliga.
Und das ist, gestehen wir es hier in Neumünster doch ein, einfach richtig so, denn insgesamt ist selbst die zweite Fußball-Bundesliga um ein Vielfaches populärer als die erste Handball-Bundesliga.
Und jede der beiden Fußball-Regionalligen kann ohne weiteres mit der Handball-Bundesliga mithalten, was die Popularität betrifft.
Das sollte uns klar machen, daß Schleswig-Holstein tatsächlich ein Sonderfall ist.
(Daher werden übrigens in den NDR-Nachrichten die Ergebnisse der Handball-Bundesliga mit norddeutscher Beteiligung durchaus genannt.)
Aber das Problem ist: Auch hier sieht man eben vor allem überregionales Fernsehen. Das führt dazu, daß die Handball-WM-Stimmung hier ein wenig gedämpft ist. Das wäre tatsächlich vollkommen anders, wenn Schleswig-Holstein ein souveränder Staat wäre und das staatsweite Fernsehen uns dann gebührend auf eine Handball-WM einstimmen würde.
Aber wollen wir mal ausnahmsweise keine separatistische Propaganda machen.
Jedenfalls, was ich sagen will, ist: Laßt Euch nicht von den bundesweit operierenden Medien niederdrücken.
Versammelt Euch und feiert ein Fest des Handballs!

Schweinegilde Gadeland feiert hundertjähriges Bestehen

Das muß in der Tat gefeiert werden, und es WIRD gefeiert, und zwar an diesem Wochenende.
Da haben sich vor hundert Jahren tatsächlich ein paar patente Leute zusammengetan und sich gesagt:
Wir versichern uns selbst bzw. gegenseitig gegen die Gefahren, denen man als schweinehaltender Geschäftsmann ausgesetzt ist.
Das sollte man sich heute zum Vorbild nehmen. Tut Euch zusammen, Bürger! Inzwischen muß so etwas ja nicht mehr lokal oder regional begrenzt sein. Das Internet bietet unbegrenzte Möglichkeiten. Gründet Bürgerversicherungen, statt Euch von den üblichen Versicherungen das Fell über die Ohren ziehen zu lassen.
Und laßt Euch nicht davon beirren, daß auf der Schweinegilde Gadeland ein Fluch lastet:
Sämtliche Gründungsmitglieder sind gestorben.

Die Titte der Kellnerin auf der Schulter des Gastes

Es soll hier davon berichtet werden, was mir in einem Neumünsteraner Cafe geschah.
Den Namen werde ich nicht verraten, sonst könnte es rechtliche Probleme geben, was weiß denn ich!

Also: In recht großer Gesellschaft befand ich mich neulich nachmittags in diesem Cafe.
Kaffee und Kuchen waren gut, das muß man sagen, und die Kellnerin war durchaus nicht unfreundlich. Aber eins fiel doch auf: Diese recht kleine Person parkte beim Eingießen immer ihre linke Titte auf der rechten Schulter des Gastes. Ob sie sich, so abgesichert, eine höhere Zielgenauigkeit beim Eingießen erhoffte?
Das wird es wohl kaum gewesen sein.
Aber es war wirklich offensichtlich: Sie machte ihre Runde um den großen Tisch, und bei jedem Eingießen küßte ihre linke Milchdrüse die Schulter eines dürstenden Gastes.

Warum machen Frauen sowas?
– –
Wie bitte?
Die Frage wäre pauschal und daher sexistisch?

Ich sage ja nicht, daß alle Frauen das machen.
Aber ich habe es auch vorher schon bei anderen gesehen. Nötig ist das wohl kaum, um eingießen zu können. Und hier war es eben besonders auffällig.
Es bleibt also die Frage: Warum?
Da habe ich eine Theorie:

Wenn Kellnerinnen Gäste bedienen, ergibt sich daraus an sich kein hierarchisches Verhältnis:
Die Kellnerinnen arbeiten eben, während die Gäste ihre Freizeit gestalten.
Dennoch wirken die alten Verhältnisse, in denen der Bedienende eben ein Dienender war, ein Mensch, der zum Personal gehörte, während der Bediente ein Herr war oder eine Herrin, im Geiste fort.
Das heißt, die Bedienende fühlt sich auch heute noch den Gästen untergeordnet, und dieses Gefühl ist gewiß kein angenehmes.
Was ist dagegen zu tun?
(Wohlgemerkt, wir sprechen hier nicht von bewußten Prozessen und Entscheidungen: Das Gefühl, untergeben zu sein, ist der Kellnerin ebensowenig vollständig bewußt wie ihre Art des Eingießens.)
Die Kellnerin beginnt, sich als Ernährende zu begreifen und die Gäste als ihre Kinder.
Genauer: Sie ist die Mutter, die Gäste bilden ihr ideelles Gesamtbaby.
Daher berührt ihre Dudel den Gast, während sie eingießt.
Beide Vorgänge zusammengenommen, ist das, als würde sie einem Säugling Milch geben.
Auf diese Weise kehrt sie das von ihr angenommene hierarchische Verhältnis um.

X-mas-Party in der Papierfabrik

Wer möchte nicht dem weihevollen weihnachtlichen Einerlei entkommen!
Also, wenn alles getan ist –
alle Geschenke in der Familie verteilt,
alle Geschenke entgegengenommen,und wenn man hinlänglich seine Freude bekundet hat über die möglicherweise nutzlosen Präsente –
dann kann man sich auf den Weg in die Papierfabrik machen.
Ab 23.00 Uhr (Heiligabend natürlich) kann man sich dort den Weihnachtsstreß aus den Gliedern schütteln.

Zu spät, der Hinweis?
Na, dann eben nächstes Jahr.

Schlesier bleiben wie sie sind

Die Schlesier sind in Neumünster besonders umtriebig. Jedenfalls die, die in der „Landsmannschaft Schlesien“ organisiert sind.
Daß sie Schlesien immer noch als Bestandteil Deutschlands betrachten, daß sie also Revanchisten sind, geht ja schon zweifelsfrei aus ihrem Namen vervor.
Am vergangenen Wochenende rotteten sie sich mal wieder zusammen.
Es setzte im Kiek In ein Video über „Breslau“, und es fogte das Verspeisen schlesischer Wellwurst. Auch etwas, worauf man vermutlich stolz ist. Und es klingt ja schon reichlich unappetitlich.
Danach wird man noch ein wenig palavert haben – in dem polnisch-deutschen Idiom, das sie für einen deutschen Dialekt halten.

In Neumünster wird gekegelt

In Neumünster gibt es einen Zweitligisten in Sachen Kegeln. Und dieser befindet sich immerhin auf dem sechsten Tabellenplatz. Unlängst gewann diese Mannschaft sogar mir 3:0 gegen Goldene Neun Bremerhaven.
In der Rudi-Kreimsen-Arena.
Vor 120 Zuschauern.
Und einer war begeisterter als der andere.
Aber was heißt das überhaupt in diesem Fall, 3:0?
Spielen die da nach Sätzen, wie im Tennis?
120 Zuschauer, das ist allerdings nicht von schlechten Eltern für eine Stadt dieser Größe und eine Sportart, die nicht als Zuschauersport bekannt ist.
Die Begeisterung sollte die Mannschaft in die Erste Liga tragen.

Randalierende Türken???

Die Kieler Nachrichten berichteten am 13. November auf Seite 15 von einer einen Tag vorher frühmorgens stattgehabten Schlägerei zwischen Rechtsradikalen und Türken vor einer Gaststätte in der Gasstraße.
Die Kieler Nachrichten sprechen in diesem Zusammenhang von „verfeindeten „Gruppen“ und lassen auch sonst nicht erkennen, wer der Aggressor gewesen sein könnte.
Offenbar sind KN-Redakteuren Türken genauso mißliebig wie Neonazis.
Von wem aber in solchen Fällen grundsätzlich die Aggression ausgeht, dürfte klar sein:
Machen Türken Front gegen Rechtsradikale?
Brüllen sie „Blonde und Blauäugige raus“ und „Deutschland den Türken“?
Wie, nie gehört?
Seht Ihr?

Neuerdings lasen die Menschen ihre Handys fallen

Immer wieder ist es in Bussen, auf der Straße oder sonstwo zu beobachten – zumindest in Neumünster, aber wahrscheinlich nicht nur hier:
Die Menschen lassen ihre Handys fallen und müssen sie dann im Stück, wenn sie Glück haben, ansonsten eben in verstreuten Einzelteilen aufsammeln.
Zugegeben, das passiert nicht alle paar Minuten, aber es kommt vor.
Vor zwei Jahren noch konnte man dieses Phänomen kaum je beobachten.
Was ist inzwischen geschehen?
Ganz einfach: Die Menschen haben sich an ihre Handys gewöhnt.
Vor ein paar Jahren noch behandelten sie ihr Handy wie ein rohes Ei und saßen davor, wie andere vor einem Altar knieen.
Heute ist das Handy zur Selbstverständlichkeit geworden, die entsprechend achtlos behandelt und eben auch mal fallengelassen wird.

Praktisch zweimal WM-Silber für Neumünster

Renate Schröder wohnt zwar in Eckernförde, aber sie wirkt als Tennisspielerin für den (im Bereich Damen 50) mehrfachen Mannschaftsmeister Olympia Neumünster.
Und eben diese Renate Schröder errang bei den Weltmeisterschaften in der Türkei zweimal Silber.
Und zwar im Einzel und im Doppel.
Da gibt es überhaupt nichts zu grinsen, liebe Leser. Ich weiß, Ihr seid alle noch jung, aber respektiert doch bitte auch die Leistungen der älteren Semester.
Ich bin sicher, daß ich gegen diese Dame völlig chancenlos wäre.
Und sehen lassen kann sich ihr Spiel auch:
Sie ist eine wirklich gute Stilistin.
(Tja, rein stilistisch dürfte John McEnroe auch heute noch allen Top-Ten-Spielern wolkenkratzerhoch überlegen sein.)

FDP contra Stadtbücherei

Die FDP Neumünster will folgende Möglichkeit prüfen lassen:
Die Stadtbücherei könnte ins Gebäude des Capitol-Kinos umziehen; der somit freigewordene Platz soll von der Norddeutschen Retail-Service (NRS) genutzt werden.
Die Stadtbücherei aufs Abstellgleis, so hätten es die Liberalen gern.
Die FDP ist die Partei des Sozialabbaus, und die Stadtbücherei ist ja AUCH eine soziale Einrichtung.
Sie wird nicht ausschließlich, aber doch zu einem guten Teil von Menschen aufgesucht, die es sich nicht leisten können, alles, was sie lesen, selbst zu kaufen.
Und eben die sind der FDP schnurz, auch wenn es aufgrund neoliberaler Politik auch anderer Parteien immer mehr davon gibt.
Die FDP ist Feind aller öffentlichen Büchereien.
Soviel sollte jedem bei Kommunalwahlen klar sein.

Die Volkshochschule Neumünster und der Islam

Ich zitiere aus den Kieler Nachrichten vom 9. November, S. 35:

„Einen kurzen Überblick über die Geschichte des Islam und eine Einführung in die Glaubensgrundsätze dieser Weltreligion wird am 16. November um 19.00 Uhr in Neumünsters Volkshochschule Muammar Muslu geben, Imam aus Neumünster geben.“

(Das steht da wörtlich so, mit falscher Wortstellung im Satz und doppeltem „geben“.)
Man zeigt sich also auch in Neumünster außerordentlich verständnisvoll, wenn es um den Islamismus geht.
Wie bitte, ich hätte Islam und Islamismus verwechselt?
Verzeihung, soll nicht wieder vorkommen. Sie sind ja so leicht auseinanderzuhalten, denn sie unterscheiden sich so deutlich voneinander (da hat H. G. Gremliza zweifellos recht) wie die Armut von der Powerteh.

Schumann in Neumünster

Es jährt sich in diesen Tagen der 150. Todestag des Komponisten Robert Schumann.
Und der wird auch in Neumünster begangen.
Schumann war ohne Zweifel ein inspirierter Liedschmied. und ich ziehe ihn Schubert allemal vor.
Daher kann ich der Aussage Leonard Bernsteins, Lennon/McCartney seien die größten Liedkomponisten seit Schubert, nicht zustimmen.
In der Neumünsteraner Musikbücherei nun findet am 10. November ein Schumann-Konzert statt.
Es singt eine Dame aus Hamburg mit großem Stimmumfang (zumindest ist darauf aus dem Umstand zu schließen,daß sie als Mezzosopranistin und Altistin firmiert. Aber vielleicht soll das ja nur heißen, daß sie sich zwischen den beiden Stimmlagen befindet.)
Am Klavier begleitet wird sie von einem Jochen Brockmann.
Und wenn es den beiden gelingt, Schumann adäquat zu interpretiren, dann sollt sich auch dem gröbsten Klotz etwas von der Kunst des Meisters vermitteln.

Soll Stadt Kunstrasenplatz bezuschussen?

Das ist ja nun ein überlanges Hin und Her um Kunstrasen, Lärmschutz und so fort.
Es bleibt die Frage: Soll die Stadt Neumünster den geplanten Kunstrasenplatz des THC mit 200.000 € bezuschussen, wovon der THC ja ausgeht, oder leider nicht.
Umgerechnet sind das nämlich 2-3 € pro Neumünsteraner Einwohner.
Das sollte doch mal drin sein.
Oder rede ich jetzt Unsinn?
Stellt am besten mal den einen oder anderen Kommentar ein.

Wahr und wahrhaftig – Wise Guys in der Holstenhalle

Soviel ist jetzt sicher. Sie werden am 11. November bei uns aufkreuzen und ab 20.00 Uhr spielen.
… Nein, nicht spielen: Wie Ihr wahrscheinlich wißt, machen die fünf Männer alles a cappella. Sie singen in höchsten und tiefsten Tönen und ahmen auch noch stimmlich Musikinstrumente unterschiedlichster Art nach.
Fragt sich bloß, warum die Brüder Wise Guys heißen. „Wise guy“ ist nämlich ein verschleiernder Ausdruck für einen Mafioso.
Na denn man tau.

Martin Wittig norddeutscher Meister im Super-Schwergewicht

Jüngst waren die Norddeutschen Meisterschaften im Amateurboxen – bei uns in der Neumünsteraner Stadthalle.
Leider wird das Amateurboxen in diesem Lande oft nur am Rande wahrgenommen.
Wirklich ganz zu unrecht.
Das Amateurboxen ist keine Vorstufe des Berufsboxens, obwohl es von vielen als solche wahrgenommen wird.
Werner Schneyder kam der Sache näher, als er sagte, es sei eine andere Sportart.
Natürlich ist das übertrieben, aber die Unterschiede sind doch gewaltig.
In jedem Fall sind Meisterschaften – auch regionale – im Amateurboxen immer ein Ereignis.
Und um so schöner war es, als Martin Wittig, unser Neumünsteraner Superschwergewicht, den Titel klar und hochverdient nach Punkten gewann.
Und nun will er nicht an den bevorstehenden Deutschen Meisterschaften teilnehmen, bei denen er gewiß nicht chancenlos wäre.
Das enttäuscht doch mächtig.

VFR Neumünster spitze!

Zugegeben, im Spiel gegen Henstedt-Rhen war nicht nur Sonnenschein, wenn auch das Ergebnis mit 4:0 deutlich genug ist.
Aber der VFR ist nun in einer Lage, in der man tatsächlich nach oben schauen kann. Nur Altona und Wolfsburg sind noch vor dem VFR – der Aufstieg ist drin.
Das hebt die Stimmung und macht n schlanken Fuß. So kamen denn gegen Henstedt 621 Zuschauer, also, wenn ich nicht irre, ungefähr dreimal soviel wie im Durchschnitt in der letzten Saison, als der VFR so vor sich hindümpelte.
Die wahren Fans sind das vielleicht nicht, die jetzt erst kommen, sondern vielmehr Schönwetter-Sportfreunde.
Damit will ich nicht sagen, daß man auf die auch verzichten könnte – nein, die werden natürlich gebraucht.
Jeder Zuschauer sollte willkommen sein, außer den verdammten Rassisten, die Spieler mit Nazi-Parolen bepöbeln.

Aber der harte Kern der Fans, die mit ihrer Mnnschaft nicht nur durch Dick, sondern auch durch Dünn gehen, ist in Neumünster zu klein.
Was ist da zu tun?
Ich habe keine Ahnung.
Aber so traurig soll dieser Artikel nicht enden.
Führen wir uns lieber das Konto des VFR vor Augen: Nach 7 Spielen 13 Punkte und 14:6 Tore. So kann es weitergehen.

I had a dream!

Ja, ich hatte heute nacht einen Traum:
Ich befand mich, was ja nicht weiter verwunderlich ist, in Neumünster, genauer in Faldera.
Mitten in einem Volksfest, und ich kam mir einsam vor, weil das Fest überhaupt nicht hip war.
Oder war ich nicht hip?
Und alle anderen waren es?
Das weiß man im Traum ja nie so genau.
Und ist das Wort „hip“ überhaupt noch hip?
Aber das fragte ich mich nicht im Traum, das frage ich mich nur jetzt, von der Sache mich entfernend, zu der ich jetzt sofort zurückkomme.
Also, das Ganze wirkte auf mich extrem provinziell, wie man es sonst nur von Dörfern mit höchstens 400 Einwohnern erwartet. Es gab Brezelbuden und dergleichen. Genau erinnere ich mich nicht.
Was ich aber noch weiß:
Da waren US-amerikanische Gogo-Boys,die halbnackt einen Spielmannszug bildeten.
Und sie sangen:
Wir machen durch bis morgen früh und singen
bumsfaldera!
Bumsfaldera!
Bumsfaldera!

Nun frage ich Euch: Was soll das denn?
Ich bin jedenfalls schweißgebadet aufgewacht. Einen schlimmeren Alptraum hatte ich, soweit ich mich erinnere, nie.
Kann ihn mir mal jemand interpretieren?

Neueröffnung einer Diskothek

In unserer schönen Stadt wird eine neue Diskothek eröffnet.
Das erscheint durchaus nicht sinnlos. Denn übersättigt ist Neumünster mit Diskotheken bislang nicht.
Auch der Ort im Gewerbegebiet Süd (Wrangelstraße 34) ist ja nicht der ungünstigste.
Am Freitag, dem 29.9. ist es soweit.
Da wird dann also der Orange & Blue Club eröffnet.
Kommt massenhaft!
Mir geht es jedenfalls so, daß ich jedesmal, wenn ich eine neue Cola, Remoulade, was auch immer sehe, diese erstmal kaufen muß. Dann wird aufmerksam geschmeckt, und ich sage mir:
„Interessant, sehr interessant.“
Aber in den meisten Fällen auch:
„Einmal und nie wieder!“
So verfahre ich auch mit Neuem in unserer Stadt.
Man sollte doch allem Neuen eine Chance geben. Zu vermuten ist übrigens, daß diese Diskothek auf eine andere Klientel schielt als das Sky. Während dort einmal im Monat der blödeste Schmollmund und die drallsten Dudeln gewählt werden, deutet doch ein Name wie „Orange &Blue Club“ auf ein höheres Maß an Seriosität hin.
Aber vielleicht täuscht der Name ja.
Und vielleicht herrscht ja auch Langeweile da, wo man Seriosität anstrebt.
Wir werden sehen.

Neulich im Lokschuppen: Vagina-Monologe

Einerseits ist es berüchtigt, andererseits wird es belächelt:
Das Stück „Vagina-Monologe“.
Und so beginnt der Artikel in den Kieler Nachrichten über das Weibsstück, daß vom Theater Combinale Lübeck aufgeführt wurde:

„Manche nennen sie Hildegard, Marika Rökk oder ´die gute Stube´, für andere heißt sie Tschoubidou: Wissenswertes aus dem Reich des weiblichen Südens …“

und so weiter und so fort.
Hat da ein Redakteur / eine Redakteurin dem Verstand hitzefrei gegeben?
Aber so heiß war es doch gar nicht Anfang September, als der Artikel geschrieben wurde. Dann muß es wohl an innerer Hitze gelegen haben.
Gehen wir doch die verhüllenden Bezeichnungen des zitierten Artikelanfangs der Reihe nach durch:

Hildegard?
Da schaue ich doch gerade mal im Lexikon nach …
Also, „Hilde“ geht auf ein althochdeutsches Wort zurück, das „Kampf“ bedeutet.
Die Bedeutung des zweiten Teils (-gard) ist unbekannt.
Da sind wir auf Vermutungen angewisen:
Hildegard=Kampflesbe?
Gleichviel, es erklärt nicht, warum man die Vagina ausgerechnet Hildegard nennen sollte.
Da kann man ja mit jedem weiblichen Vornamen kommen.
Also weiter:
Marika Rökk?
Irgendeine Unterhaltungsmumie aus der NS-Zeit.
Mir auch völlig unverständlich.
Die gute Stube?
Na, das ist doch wenigstens verständlich.
Ein Raum eben, in den liebe Menschen anderen Geschlechts gern eingeladen und mit Flüssigem bewirtet werden.
Aber wie nennt man dann eine Vergewaltigung?
Haus- und Stubenfriedensbruch?

Und nun auch das noch:
Tschoubidou!
Da wird es doch gar zu kindisch.
Sollte sich darin ein Wunsch ausdrücken?
„Tschou“ klingt schließlich wie englisch „chew“: kauen.
Das erinnert mich an die Ausdrucksweise von Afroman in dessen Hit „Because I got high“:

„I was gonna make love to you,
but then I got high.
I was gonna eat your pussy, too,
but then I got high.
Now I´m spanking off
and I know why:
because I got high,
because I got high,
bacause I got high.“

Zu deutsch etwa:

Ich war im Begriff, mit Dir geschlechtlich zu verkehren,
aber dann war ich infolge der Einnahme illegaler Drogen benebelt.
Ich war auch bereit, Deine Muschi zu essen,
aber dann war ich infolge der Einnahme illegaler Drogen benebelt.
Nun hole ich mir einen runter (oder zwei, oder drei, das geht aus dem Wortlaut des Originals nicht hervor; Anmerkung des Übersetzers),
und ich weiß warum:
weil ich infolge der Einnahme illegaler Drogen benebelt war,
weil ich infolge der Einnahme illegaler Drogen benebelt war,
weil ich infolge der Einnahme illegaler Drogen benebelt war.

Zugegeben, das war jetzt ein wenig umständlich, aber so weiß wenigstens jeder, was gemeint ist.

Aber so ist das wohl zu verstehen:
Tschoubidou=Chew! Be! Do!
Chew!
Be!
Do!
Das bedeutet: Kaue (Genauer:Zunge, Zähne und Lippen sollen zum Einsatz kommen.)
Sei (so ieb!)
Tu (es!)
Eine Aufforderung einer Frau an einen Mann also.
Aber lest doch mal den Anfang des Romans „Moskauer Schönheit“ von Jerofejew (und gleicht das Gelesene mit eigenen Erfahrungen ab, sofern vorhanden). Von unterschiedlichen Tschoubidou-Aromen ist da die Rede:
Bergamotte,
Steinpilz
und vieles andere.
Aber eben auch Bratfisch.
Die Aufforderung Chewbedo können sich eben nicht alle Frauen leisten.
Daher ist der Name Tschoubidou nicht in jedem Fall geeignet.
Was gibt es für Alternativen?
Silberbüchse?
Pantoffeltierchen?
Schweifrutsche?
Sahnegrübchen?
Damit soll es nun aber auch genug sein.
Nur das noch:
Es ist längst erwiesen, daß Frauen um ein Vielfaches mehr reden als Männer.
Und was nun die Vagina-Monologe betrifft:
Redet, was statt zwei Lippen vier hat, doppelt soviel, oder müssen wir hier gar die Potenz berechnen?

Photo Ruser und die Bücher

Wer eine Kamera hat und meint, er könne nun fotografieren, der hat einerseits recht, andererseits aber gibt es noch einiges zu lernen.
Und wenn man nicht gleich wieder einen Kurs belegen will, dann geht man halt zu Photo Ruser in der Lüthjenstraße 1.
Denn da erhält man wesentliche Literatur zu vielen Aspekten des Fotgrafierens.
Und das Fotografieren hat mehr Aspekte, als sich der Laie träumen läßt.

Baden und Musik in Bad Bramstedt

„Roland Oase“ nennt sich ein Freibad in Bad Bramstedt (Am Badesteig 5).
Genauer: Die Roland Oase versteht sich als „Sauna und Warmwasserfreibad“.
Und man bietet dort auch Solarium, Massage und Wellness. Das ist doch etwas für alle, denn wer hätte wohl etwas dagegen, wenn ihm well wäre?
Es gibt dort sogar Events!
Neulich zum Beispiel eine „lange Nacht der Musik“.
Dabei bot man, wie es in einer Anzeige des Unternehmens heißt, „3 verschiedene Bands“.
Na, da sind wir aber froh, daß es nicht drei gleiche Bands waren!
Offenbar sollen alle Bevölkerungsgruppen mit der Wassermusik angesprochen werden.