Kielius-Busse und Neumünster – eine schwierige Geschichte

Die Kielius-Busse halten bekanntlich in Neumünster am ZOB und an den Holstenhallen.
Was aber den letzten Bus aus Hamburg um 00:05 Uhr betrifft: Der liefert nur Leute in Neumünster ab, nimmt aber keine mehr auf. Wenn also von vornherein niemand in Neumünter aussteigen will, dann fährt er es gar nicht erst an.
Es kommt aber auch vor, daß der Kielius-Bus Neumünster, obwohl er es nach Fahrplan tun sollte, nicht anfährt.
Genau gesagt: Es sind Kleinbusse. Nun ja, man kann sie auch Großtaxis nennen. Sie werden eingesetzt, wenn ein regulärer Bus ausfällt, und das kommt ja öfter mal vor. Vor längerer Zeit, als ich einmal wieder nach Kiel wollte, geschah es tatsächlich, daß so ein Kleinbus Neumünster ausließ.
Und neulich geschah folgendes:
Ich stieg in Hamburg kurz nach 9 Uhr abends in den Bus, wiederum mit dem Fahrtziel Kiel.
Außer mir waren 7 Fahrgäste dort. Einer wollte nach Neumünster, alle anderen nach Kiel. Noch in Hamburg, bevor es auf die Autobahn ging, hielt der Fahrer an einer Bushaltestelle, die für diese Linie zum Halten nicht vorgesehen ist.
Der Busfahrer begann ausgiebig zu telofonieren, und die Fahrgäste wunderten sich. Nach einigen Minuten folgte seine Durchsage:
Der Bus schlage ihm dauernd furchtbar gegen das Lenkrad (was immer das bedeutet). Es sei ihm zu riskant, so auf die Autobahn zu fahren. Er werde den Bus jetzt da stehen lassen. Ein Ersatzwagen für uns sei bestellt.
Dieser Wagen kam 20 Minuten später, und der Fahrer sagte von vornherein, daß er sich in Neumünster nicht auskenne. Der eine Mensch, der in Neumünster aussteigen wollte, versprach, ihm zu helfen. Unser ursprünglicher Busfahrer fuhr übrigens nicht mit uns. Der Wagen war ohne ihn schon voll. Als wir bei Neumünster waren, fuhr der Fahrer an der Ausfahrt Neumünster-Mitte vorbei. Dabei ist doch klar, daß diese Abzweigung und nur diese die richtige ist.
Der Neumünsteraner gab dem Fahrer also offenbar einen falschen Tip, und ich als weiter hinten Sitzender hatte kaum eine Chance, mich bemerkbar zu machen.
Man nahm also die Ausfahrt Neumünster-Nord, und insgesamt dürfte sich daraus ein Umweg von mindestens 5 km ergeben haben.
Dort am ZOB stieg nun also der Neumünsteraner aus. Und der Fahrer mußte erst darauf aufmerksam gemacht werden, daß dort vielleicht ja auch noch einer einsteigen will. Wir fragten also die dort einsam sitzende Dame, ob sie auf den Kielius-Bus warte. Sie bejahte das überrascht.
Überrascht natürlich deshalb, weil der Bus nicht als Kielius erkennbar war,
Diese Dame nahm nun also den Platz ein, den der in Neumünster Ausgestiegene freigemacht hatte. Daß sie überhaupt mitfahren konnte, ist der Initiative der Fahrgäste zu verdanken.
Außerdem wäre für einen weiteren Fahrgast kein Platz gewesen.
Man hätte also gleich mit zwei Taxis / Bussen losfahren müssen, um wenigstens mit einiger Wahrscheinlichkeit dafür zu sorgen, daß alle, die mitfahren wollen, dies auch können.
Unser Rechtsempfinden sagt uns hier folgendes:
Indem die Autokraft, denn um die geht es hier, Pläne aushängt, verpflichtet sie sich, den Busverkehr diesen Plänen entsprechend zu gestalten. Wenn das Angebot, das man mittels Plan macht, nicht realisiert wird, dann gibt es dafür nur einen akzeptablen Grund:
höhere Gewalt.
Und es ist eben keine höhere Gewalt, wenn in Neumünster drei Leute warten, von denen dann nur einer mitfahren kann, weil die Autokraft Kleinbusse spart.
Daß in diesem Fall zu dieser mißlichen Lage nicht gekommen ist, war, wie gesagt, purer Zufal.
Außerdem kann man doch wohl erwarten, daß ein Busfahrer einen Ersatzfahrer hinreichend unterweist. Ds ist in diesem Fall offenbar nicht geschehen, sonst hätte der Ersatzfahrer ja gewußt, daß die Möglichkeit des Zustiegs in Neumünster besteht.
Also, das sind Zustände, die man an sich nicht dulden kann. Aber es hilft vermutlich rein gar nicht, dagegen in irgendeiner Weise vorzugehen. Wenn die Autokraft auch nicht im Recht ist, so ist es in solchen Fällen doch nicht aussichtsreich, rechtlich gegen sie vorzugehen. Man müßte sich schon zusammentun und eine Reihe ähnlicher Fälle sammeln und bezeugen.
Und selbst dann könnte man die Autokraft vermutlich nicht dazu bringen, verläßlicher zu arbeiten.
Eine weitere Möglichkeit bestünde natürlich darin, die Medien auf diese Mißstände aufmerksam zu machen. Aber auch das ist aussichtslos, weil die Provinzjournalisten von den Kieler Nachrichten zur Kritik weder in der Lage noch bereit sind.
Es bleibt also nur die Möglichkeit zu hoffen, daß Internet-Publikationen bald genügend Gewicht haben werden, um Druck auszuüben. Ich meine damit natürlich auch und gerade dieses Blog. Es kann nicht mehr lange dauern, bis es das wichtigste Medium für Neumünster und Umgebung ist.
Die gegenwärtige Lage läßt noch zu wünschen übrig, das ist auch mir klar.
Oder, positiv ausgedrückt:
Ds Blog ist ausbaufähig.
Daß Ihr es zuhauf lest, wie die statistische Werte zeigen, freut mich zwar, aber es reicht nicht. Wenn es sich zu DEM Neumünsteraner Medium entwickeln soll, dann braucht man mehr Kommentare und vor allem mehr regelmäßige Autoren.
Also, Herrschaften, Damen und Herren: Ran an das Blog, und teilt den anderen Neumünsteranern Eure Erfahrungen auch mit der Autokraft mit.