„Dat Schörengericht“ bei der Niederdeutschen Bühne

Dieses Stück ist von der Niederdeutschen Bühne erst vor kurzem zum erstenmal aufgeführt worden.
Das Lustspiel ist eine plattdeutsche Bearbeitung des Kleist-Stückes „Der zerbrochene Krug“, und kein geringerer als Holger Krützfeldt gibt den Dorfrichter Adam.
Heinrich von Kleist ist ein weithin überschätzter Autor: Lest nur mal sein „Käthchen von Heilbronn“ (der Mann kriegte ja bisweilen noch nicht mal einen Blankvers zustande) oder seine Erzählung „Michael Kohlhaas“ – oder besser: laßt es.
Aber: Eine Bearbeitung eines Kleist-Dramas, aufgeführt von der Niederdeutschen Bühne – das ist ein ganz anderer Schnack.
Diese unsere Niederdeutsche Bühne bringt nämlich verläßlich Unterhaltsames.
Und Dinge zum Grübeln und Wundern.
So gehört hier überraschenderweise ein Porträt des Dichters Christoph Martin Wieland zur Bühnenausstattung. Erklärlich ist mir das zwar nicht, aber es ist stimmig, wie alles andere auch.
Also, Herrschaften, vergeßt, daß der ursprüngliche Dichter ein drittrangiger ist, und geht da bei Gelegenheit mal hin.
Denn die mit Begeisterung arbeitende Niederdeutsche Bühne Neumünster hat auch Euch als Zuschauer verdient.