Mit frisiertem Mofa durch Neumünster

Es geschah in der vergangenen Woche, und auch die Kieler Nachrichten berichteten davon.
Ein sechzehnjähriger Mofafahrer fuhr, nichts Böses ahnend, durch unsere Stadt, als er plötzlich von einem Polizeiwagen verfolgt wurde.
Der Jugendliche ergriff die Flucht, wobei das Mofa, das schon vorher auffallend schnell gewesen war, und eben deshalb die Aufmeksamkeit der Freunde und Helfer auf sich gezogen hatte, ungeahnte Leistung an den Tag legte: Die Augen des Gesetzes starrten bei der Verfolgung ungläubig auf den Tacho, der nicht weniger als 100 km/h anzeigte. Sollte man bei so einer Geschwindigkeit in der Stadt nicht die Verfolgung einstellen? Man gefährdet damit schließlich andere Verkehrsteilnehmer erheblich, und des Übeltäters hätte man wohl später immer noch habhaft werden können: Vier Bullaugen sahen schließlich den Jugendlichen, wie sollte er ihnen da entgehen. Wahrscheinlich ist er ja sogar an irgendeiner Stelle geblitzt worden.
Jedenfalls kann man annehmen, daß der Junge sich erst durch die Verfolgung zu einem echten Risiko entwickelt hat. Der wird doch vorher nicht 100 gefahren sein, das wäre doch gar zu blöd. 50 oder 60 vielleicht.
Also, wie ging das Ganze nun aus?
Der Junge stürzte in der Störstraße und erlitt Schürfwunden.
Man kann von Glück sagen, daß er sich nicht den Hals gebrochen hat.
Und wenn das geschehen wäre, wer wüsche dann seine Hände in Unschuld?
Richtig, die Polizisten. Denn es muß ja alles seine Ordnung haben: Fährt einer zu schnell, dann muß er auf Teufel komm raus verfolgt werden, egal, ob er sich erst durch die Verfolgung zu einer Geschwindigkeit zwingen läßt, die er nicht kontrollieren kann, so daß er ebenso in Lebensgefahr schwebt wie manche unbeteiligte Passanten.