Archiv für den Monat: Februar 2007

Kielius-Busse und Neumünster – eine schwierige Geschichte

Die Kielius-Busse halten bekanntlich in Neumünster am ZOB und an den Holstenhallen.
Was aber den letzten Bus aus Hamburg um 00:05 Uhr betrifft: Der liefert nur Leute in Neumünster ab, nimmt aber keine mehr auf. Wenn also von vornherein niemand in Neumünter aussteigen will, dann fährt er es gar nicht erst an.
Es kommt aber auch vor, daß der Kielius-Bus Neumünster, obwohl er es nach Fahrplan tun sollte, nicht anfährt.
Genau gesagt: Es sind Kleinbusse. Nun ja, man kann sie auch Großtaxis nennen. Sie werden eingesetzt, wenn ein regulärer Bus ausfällt, und das kommt ja öfter mal vor. Vor längerer Zeit, als ich einmal wieder nach Kiel wollte, geschah es tatsächlich, daß so ein Kleinbus Neumünster ausließ.
Und neulich geschah folgendes:
Ich stieg in Hamburg kurz nach 9 Uhr abends in den Bus, wiederum mit dem Fahrtziel Kiel.
Außer mir waren 7 Fahrgäste dort. Einer wollte nach Neumünster, alle anderen nach Kiel. Noch in Hamburg, bevor es auf die Autobahn ging, hielt der Fahrer an einer Bushaltestelle, die für diese Linie zum Halten nicht vorgesehen ist.
Der Busfahrer begann ausgiebig zu telofonieren, und die Fahrgäste wunderten sich. Nach einigen Minuten folgte seine Durchsage:
Der Bus schlage ihm dauernd furchtbar gegen das Lenkrad (was immer das bedeutet). Es sei ihm zu riskant, so auf die Autobahn zu fahren. Er werde den Bus jetzt da stehen lassen. Ein Ersatzwagen für uns sei bestellt.
Dieser Wagen kam 20 Minuten später, und der Fahrer sagte von vornherein, daß er sich in Neumünster nicht auskenne. Der eine Mensch, der in Neumünster aussteigen wollte, versprach, ihm zu helfen. Unser ursprünglicher Busfahrer fuhr übrigens nicht mit uns. Der Wagen war ohne ihn schon voll. Als wir bei Neumünster waren, fuhr der Fahrer an der Ausfahrt Neumünster-Mitte vorbei. Dabei ist doch klar, daß diese Abzweigung und nur diese die richtige ist.
Der Neumünsteraner gab dem Fahrer also offenbar einen falschen Tip, und ich als weiter hinten Sitzender hatte kaum eine Chance, mich bemerkbar zu machen.
Man nahm also die Ausfahrt Neumünster-Nord, und insgesamt dürfte sich daraus ein Umweg von mindestens 5 km ergeben haben.
Dort am ZOB stieg nun also der Neumünsteraner aus. Und der Fahrer mußte erst darauf aufmerksam gemacht werden, daß dort vielleicht ja auch noch einer einsteigen will. Wir fragten also die dort einsam sitzende Dame, ob sie auf den Kielius-Bus warte. Sie bejahte das überrascht.
Überrascht natürlich deshalb, weil der Bus nicht als Kielius erkennbar war,
Diese Dame nahm nun also den Platz ein, den der in Neumünster Ausgestiegene freigemacht hatte. Daß sie überhaupt mitfahren konnte, ist der Initiative der Fahrgäste zu verdanken.
Außerdem wäre für einen weiteren Fahrgast kein Platz gewesen.
Man hätte also gleich mit zwei Taxis / Bussen losfahren müssen, um wenigstens mit einiger Wahrscheinlichkeit dafür zu sorgen, daß alle, die mitfahren wollen, dies auch können.
Unser Rechtsempfinden sagt uns hier folgendes:
Indem die Autokraft, denn um die geht es hier, Pläne aushängt, verpflichtet sie sich, den Busverkehr diesen Plänen entsprechend zu gestalten. Wenn das Angebot, das man mittels Plan macht, nicht realisiert wird, dann gibt es dafür nur einen akzeptablen Grund:
höhere Gewalt.
Und es ist eben keine höhere Gewalt, wenn in Neumünster drei Leute warten, von denen dann nur einer mitfahren kann, weil die Autokraft Kleinbusse spart.
Daß in diesem Fall zu dieser mißlichen Lage nicht gekommen ist, war, wie gesagt, purer Zufal.
Außerdem kann man doch wohl erwarten, daß ein Busfahrer einen Ersatzfahrer hinreichend unterweist. Ds ist in diesem Fall offenbar nicht geschehen, sonst hätte der Ersatzfahrer ja gewußt, daß die Möglichkeit des Zustiegs in Neumünster besteht.
Also, das sind Zustände, die man an sich nicht dulden kann. Aber es hilft vermutlich rein gar nicht, dagegen in irgendeiner Weise vorzugehen. Wenn die Autokraft auch nicht im Recht ist, so ist es in solchen Fällen doch nicht aussichtsreich, rechtlich gegen sie vorzugehen. Man müßte sich schon zusammentun und eine Reihe ähnlicher Fälle sammeln und bezeugen.
Und selbst dann könnte man die Autokraft vermutlich nicht dazu bringen, verläßlicher zu arbeiten.
Eine weitere Möglichkeit bestünde natürlich darin, die Medien auf diese Mißstände aufmerksam zu machen. Aber auch das ist aussichtslos, weil die Provinzjournalisten von den Kieler Nachrichten zur Kritik weder in der Lage noch bereit sind.
Es bleibt also nur die Möglichkeit zu hoffen, daß Internet-Publikationen bald genügend Gewicht haben werden, um Druck auszuüben. Ich meine damit natürlich auch und gerade dieses Blog. Es kann nicht mehr lange dauern, bis es das wichtigste Medium für Neumünster und Umgebung ist.
Die gegenwärtige Lage läßt noch zu wünschen übrig, das ist auch mir klar.
Oder, positiv ausgedrückt:
Ds Blog ist ausbaufähig.
Daß Ihr es zuhauf lest, wie die statistische Werte zeigen, freut mich zwar, aber es reicht nicht. Wenn es sich zu DEM Neumünsteraner Medium entwickeln soll, dann braucht man mehr Kommentare und vor allem mehr regelmäßige Autoren.
Also, Herrschaften, Damen und Herren: Ran an das Blog, und teilt den anderen Neumünsteranern Eure Erfahrungen auch mit der Autokraft mit.

Stephan Frey: Warum zog er seine Kandidatur zurück?

Neumünsteraner Sozis, hat man sowas schon gesehen?
Erst kündigt der kaum bekannte Stephan Frey an, sich als Gegenkandidat Stegners um den SPD-Vorsitz in Schleswig-Holsten zu bewerben – und nun zieht er seine Kandidatur zurück. Aus gesundheitlichen Gründen, wie es heißt. Nun ja, immerhin hat er mal auf sich aufmerksam gemacht, und das war ja vielleicht der Sinn der Sache.

Neumünsteraner als Leuchte des Nordens

Sönke Baroh ist Neumünsteraner und Banker. Das sind offenbar gute Voraussetungen, um Quiz-Karriere zu machen. Der Mann ist doch tatsächlich „Leuchte des Nordens“ geworden – in der gleichnamigen Quiz Show des NDR.
Was kann es Schöneres geben?
Natürlich einen Auftritt bei „Wer wird Millionär“ und das Abräumen einer Million dort bei G. Jauch.
Dort auftreten wäre meine Sache nicht – aber, Sönke, laß mich Dein Telefon-Joker sein.
Es soll Dein Schaden nicht sein.
Ich verlange nur 50% der Einnahmen.

Jens Rose haut in den Sack

Der Physiotherapeut des VfR Neumünster, Jens Rose, haut in den Sack. Er verläßt den VfR, dem er bislang mit Tat, Tat, und nochmals Tat zur Seite stand. Er war ein großer Muskelkneter vor dem Herrn. Nun muß sich der VfR anderweitig orientieren.

„Dat Schörengericht“ bei der Niederdeutschen Bühne

Dieses Stück ist von der Niederdeutschen Bühne erst vor kurzem zum erstenmal aufgeführt worden.
Das Lustspiel ist eine plattdeutsche Bearbeitung des Kleist-Stückes „Der zerbrochene Krug“, und kein geringerer als Holger Krützfeldt gibt den Dorfrichter Adam.
Heinrich von Kleist ist ein weithin überschätzter Autor: Lest nur mal sein „Käthchen von Heilbronn“ (der Mann kriegte ja bisweilen noch nicht mal einen Blankvers zustande) oder seine Erzählung „Michael Kohlhaas“ – oder besser: laßt es.
Aber: Eine Bearbeitung eines Kleist-Dramas, aufgeführt von der Niederdeutschen Bühne – das ist ein ganz anderer Schnack.
Diese unsere Niederdeutsche Bühne bringt nämlich verläßlich Unterhaltsames.
Und Dinge zum Grübeln und Wundern.
So gehört hier überraschenderweise ein Porträt des Dichters Christoph Martin Wieland zur Bühnenausstattung. Erklärlich ist mir das zwar nicht, aber es ist stimmig, wie alles andere auch.
Also, Herrschaften, vergeßt, daß der ursprüngliche Dichter ein drittrangiger ist, und geht da bei Gelegenheit mal hin.
Denn die mit Begeisterung arbeitende Niederdeutsche Bühne Neumünster hat auch Euch als Zuschauer verdient.

Christoffel-Blindenmission tut was

Die Christoffel-Blindenmission leistet Bedeutendes:
Sie sorgt dafür, daß Menschen in Asien, Afrika und Südamerika, die am Grauen Star erkrankt sind, operiert werden können.
Damit ihre Sehfähigkeit wiederhergestellt wird.
Die Operation, bei der eine Linse eingesetzt wird, ist erstaunlich preiswert (um die 30 Euro), und dennoch für viele Menschen in den „Entwicklungsländern“ nicht erschwinglich. Daher ist die Arbeit dieser Mission so bedeutsam.
Neumünsteraner haben, Angaben der Kieler Nachrichten zufolge, im vergangenen Jahr 16.600 Euro für diese gute Sache gespendet. Weiter so, kann man da nur sagen.
Andererseits fragt man sich, warum einerseits die Spendenbereitschaft so groß ist, während andererseits 99% der Menschen ungerührt auf dem Gehweg an jemandem vorübergehen, der am Boden liegt.
99% wäre übertrieben?
Mag sein, aber 95% sind es mindestens.

Stadtwerke Neumünster: Änderungen ab April

Wenn die Stadtwerke Neumünster uns eine gute Nachricht übermitteln, dann ist zu erwarten, daß sich zwei schlechte anschließen.Und so geschah es:
Die gute Nachricht: Das Gas verbilligt sich zum 1. April. Aber das ist nur das Zuckerstückchen, das uns das Schlucken der bitteren Medizin erleichtern soll.
Denn die schlechte Nachricht Nummer 1 lautet: Fernwärme wird teurer.
Und dreimal, ach was nur einmal dürft Ihr raten, was die zweite schlechte Nachricht ist. Richtig, auch der Wasserpreis steigt. Noch nicht bis Oberkante Unterlippe, aber wesentlich. Man gibt allerdings dennoch weniger Geld für Wasser aus als bisher, wenn man die folgenden Ratschläge beherzigt:

1. Es gibt Möglichkeiten, die Toilettenspülung zu dosieren. Es ist einfach nicht nötig, nach dem sogenannten oder auch Wasserlassen 8 Liter Wasser zu verbrauchen.

2. Gibt es tatsächlich noch immer Menschen, die beim Zähneputzen das Wasser laufen lassen? Also mindestens drei Minuten lang, wen man gründlich putzt?
Herrschaften, habt Ihr eine Ahnung, wieviel da den Bach runtergeht. Laßt das!
Zur Schonung der natürlichen Ressourcen sowie Eurer Geldbörse.

3. Ähnliches gilt beim Duschen.
Man spült sich halt, meinetwegen auch ausgiebig, mit Wasser ab – aber warum sollte das Wasser noch laufen, während man sich einseift, duschgelt oder shampooniert?
Das ist doch eher hinderlich.
Also: Wenn man damit fertig ist, DANN kann man wieder das Wasser anstellen.
Nun werden manche sagen:
„Aber das dauert in meiner Dusche immer so lange, bis ich die richtige Temperatur gefunden habe. Das will ich nicht jeden Morgen zweimal durchmachen.“

Zugegeben, das ist bei manchen Duschen recht schwierig. Aber dagegen gibt es Mittel. Installationsbetriebe verstehen es da, Abhilfe zu schaffen.
Wie bitte, das kostet doch so viel?

Also, Leute, das ist eine einmalige Ausgabe in Höhe eines Betrages im zweistelligen oder unteren dreistelligen Bereich.
Was man damit aber auf die Dauer spart, ist enorm.

Soweit meine hoffentlich nicht ganz wertlosen Tips, wie man, trotz der Stadtwerke Neumünster, nicht verarmt.

Mit frisiertem Mofa durch Neumünster

Es geschah in der vergangenen Woche, und auch die Kieler Nachrichten berichteten davon.
Ein sechzehnjähriger Mofafahrer fuhr, nichts Böses ahnend, durch unsere Stadt, als er plötzlich von einem Polizeiwagen verfolgt wurde.
Der Jugendliche ergriff die Flucht, wobei das Mofa, das schon vorher auffallend schnell gewesen war, und eben deshalb die Aufmeksamkeit der Freunde und Helfer auf sich gezogen hatte, ungeahnte Leistung an den Tag legte: Die Augen des Gesetzes starrten bei der Verfolgung ungläubig auf den Tacho, der nicht weniger als 100 km/h anzeigte. Sollte man bei so einer Geschwindigkeit in der Stadt nicht die Verfolgung einstellen? Man gefährdet damit schließlich andere Verkehrsteilnehmer erheblich, und des Übeltäters hätte man wohl später immer noch habhaft werden können: Vier Bullaugen sahen schließlich den Jugendlichen, wie sollte er ihnen da entgehen. Wahrscheinlich ist er ja sogar an irgendeiner Stelle geblitzt worden.
Jedenfalls kann man annehmen, daß der Junge sich erst durch die Verfolgung zu einem echten Risiko entwickelt hat. Der wird doch vorher nicht 100 gefahren sein, das wäre doch gar zu blöd. 50 oder 60 vielleicht.
Also, wie ging das Ganze nun aus?
Der Junge stürzte in der Störstraße und erlitt Schürfwunden.
Man kann von Glück sagen, daß er sich nicht den Hals gebrochen hat.
Und wenn das geschehen wäre, wer wüsche dann seine Hände in Unschuld?
Richtig, die Polizisten. Denn es muß ja alles seine Ordnung haben: Fährt einer zu schnell, dann muß er auf Teufel komm raus verfolgt werden, egal, ob er sich erst durch die Verfolgung zu einer Geschwindigkeit zwingen läßt, die er nicht kontrollieren kann, so daß er ebenso in Lebensgefahr schwebt wie manche unbeteiligte Passanten.

Wettbüro in der Kaiserstraße überfallen

Das war am Sonntag, und der Täter erbeutete um die 1000 Euro. Seine Flucht war erfolgreich.
Es wundert micht, daß derlei nicht öfter vorkommt.
Es gibt doch viele, die sich von Wettbüros beschubbert fühlen.
Als Motiv kommt also nicht nur persönliche Bereicherung, sondern auch Rache in Frage.