Neumünster-Blog: Das Weblog von Neumünsteranern für Neumünsteraner

Themen anzeigen:

Januar 2007
M D M D F S S
« Dez   Feb »
1234567
891011121314
15161718192021
22232425262728
293031  

Autoren gesucht - jetzt mitbloggen über deine Stadt!

Do
25
Jan '07

Lieblingsschlagzeile aus den Kieler Nachrichten

Diese lautet:

“Verfahren wegen Hehlerei eingestellt”

Das heißt, Hehlerei führte zur Einstellung eines Gerichtsverfahrens, obwohl doch in einem Rechtsstaat Hehlerei im Gegenteil zur Aufnahme eines Verfahrens führen müßte.
Aber natürlich meinen die KN etwas anderes:
nämlich, daß ein Verfahren gegen einen Geschäfsbesitzer, der wegen Hehlerei angeklagt war, vom Neumünsteraner Amtsgericht wegen geringer Schuld eingestellt wurde.
Aber was sie da in der Überschrift schreiben – na, sie merken eben nichts.

KIWA – was ist das denn?

Das Akronym KIWA steht für Koorinationsstelle für innovative Wohn- und Pflegeformen im Alter.
Und diese befindet sich, obwohl für das ganze Land zuständig, nicht etwa in Kiel und auch nicht in Lübeck oder Flensburg, sondern in unserer schönen Stadt. Das unterstreicht die Bedeutung Neumünsters für Schleswig-Holstein.
Leider bin ich aber an dieser Stelle gezwungen, ein wenig zu schulmeistern: Es gibt weder Wohn- noch Pflegeformen, da Wohnen und Pflege weder Gegenstände noch Zustände, sondern Vorgänge sind. Zu sprechen wäre also von PflegeWEISEN.
Vielleicht sollte ich das den guten Leuten mal mitteilen, denn, wenn es auch der eine oder andere Leser nicht einsehen wird: Verbrechen gegen die Sprachlogik sind Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
Na gut, in diesem Fall ist es kein Verbrechen.
Grund ist vielmehr Fahrlässigkeit oder Dummheit. Dennoch darf so etws nicht unerwähnt bleiben.

Tatjana Großkopf und die Weltmusik

Die Musikschule Neumünster bietet einen Kurs über Weltmusik an. Maßgeblich dafür ist die Initiative von Tatjana Großkopf, einer jungen, rotschöpfigen, lieblichen und liebenswürdigen Dozentein, bei der man sich wirklich gern auch in die Geheimnisse von Spielarten der Musik einführen lassen würde, aber leider bin ich gegen diese Art von Tonkunst allergisch. Oder nein, es ist keine Allergie, es ist vielmehr ein fundiertes ästhetisches Urteil, das mich diese Musik ablehnen läßt.
Nichts gegen das, was dieser Musik unter anderem zugrunde liegt: Folk aller Weltteile. Aber was die Weltmusik daraus macht, ist vollenweidersches Gewaber, Musik, die immer auf das penetranteste vorgibt, Entspannung zu schaffen und Weisheit zu vermitteln.
Aber damit soll Tatjanas Engagement nicht geschmälert werden. Es muß und soll ja nicht jeder meiner Auffassung sein.

Stock Guss in Schwierigkeiten

Es hätte so schön werden für die hiesige Eisengießerei: Das Geschäft brummte vielleicht noch nicht, aber die Auftragslage hatte sich erheblich verbessert. Wer dies in Zusammenhang mit dem Umstand sieht, daß in unserem Land in den vergangenen Monaten 1000 Tonnen Bahn-Altschienen abhanden gekommen sind, der liegt falsch. Stock Guss ist eine seriöse Firma und arbeitet nicht mit Diebesgut.
Außerdem würde diese Angelegenheit nicht die verbesserte Auftragslage erklären. Die ist nämlich konjunkturell bedingt, also zyklisch, und der gegenwärtige Aufwärtstrend hat weder etwas mit irgendwelchen Leistungen der alten noch der neuen Bundesregierung zu tun.
Aber ich schweife ab.
Das Problem ist nun angeblich, daß der Strompreis um über 50 % erhöht worden ist, wenn man den Kieler Nachrichten glauben kann.
Daher sind angeblich Stellen in Gefahr.
Hallo!
Da sollte man doch aufmerken. Denn entweder bedroht eine Strompreiserhöhung den Betrieb in seiner Existenz, oder er kommt damit gut zurecht. Inwiefern aber sollte “Stellenabbau” (mieser Euphemismus für Entlassungen) dem Betrieb in so einer Situation helfen?
Man wird also den Verdacht nicht los, daß die Strompreiserhöhung dazu dient, etwas zu rechtfertigen, das ohnehin geplant ist.
Entlassungen sind nun mal nicht gut fürs Image, und wer würde da den Schwarzen Peter nicht gern weitergeben (in diesem Fall an die Stadtwerke)?

Stegner und die Neumünsteraner CDU

Ist das nicht eine unheilige Allianz?
Stegner stimmt der Neumünsteraner CDU zu. In welcher Frage der SPD-Landesminister der CDU zustimmt, wollt Ihr wissen?
Es geht um nichts Geringeres als die städtische Wohnungsbau GmbH. Diese soll nach den Plänen der hiesigen CDU in eine Genossenschaft umgewandelt werden. Und da sehen wir, daß es doch nicht immer eine unheilige Allianz sein muß, wenn Sozial- und Christdemokraten zusammenfinden. Denn der von Stegner sehr wohlwollend aufgenomme Vorschlag der CDU ist ja nun mal einer, den man von linken SPD-Leuten erwartet, aber nicht von schwarzbrauntauben Nüssen.
Tja, auf regionaler, nein lokaler Ebene ist eben einiges möglich, das auf Bundesebene einen Sturm der Entrüstung bei der Springer-Presse, dem Spiegel und dergleichen auslösen würde.
(Wer sich jetzt wundert und meint, man könne doch nicht Springer-Presse und Spiegel in einem Atemzug nennen, der bekommt vielleicht nicht viel mit. Man denke nur an den gemeinsamen Vorstoß in Sachen Rechtschreibreform-Ablehnung: Aust und Friede Springer Seit an Seit, eine Einheitsfront bildend. Peter Hacks hatte übrigens schon in den 70er Jahren den Durchblick, als er den Spiegel als des deutschen Bourgeois` Bildzeitung bezeichnete.)