Neumünster-Blog: Das Weblog von Neumünsteranern für Neumünsteraner

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Di
23
Jan '07

Westenseer Ortswehr mit brandneuer Führung

Es ist schon lange Zeit her - damals war Ignaz Kiechle Bundeslandwirtschaftsminister: Da brachte das famose Satiremagazin Titanic eben diesen inzwischen verstorbenen Allgäuer auf die Titelseite, und unter dem Poträtfoto stand:

Katoffeln sprechen.

Irgendwie und ich weiß selbst nicht warum fühlte ich mich daran erinnert, als ich heute in den Kieler Nachrichten ein Foto mit den neuen Spitzenkräften der Westenseer Ortswehr sah.
Neu dabei sind Jan Zabienski als Stellvertretender Wehrführer und Gruppenführer, Michael Schulat als Wehrführer sowie Christian Lüders als Stellvertretender Gruppenführer.
Da gratuliere ich natürlich recht herzlich all den wehrhaften Führern, die offenkundig gegen solche Bezeichnungen wie “Wehrführer” rein gar nichts einzuwenden haben.
Deutsch bleibt deutsch.

Gunter Gabriel in Neumünster

Das war am vergangenen Samstag, und er brachte sogar ein Neumünster-Lied zu Gehör.
Daneben auch seine ölleren Kamellen aus der Zeit, als er richtig populär war.
Tja, der gute Gunter läßt nichts aus. Neulich bekannte er ja bereits im Fernsehen, er lasse sich sogar privat engagieren. Für 1000 Euro die Stunde, und er gucke da nicht so genau auf die Uhr. Kein schlechter Stundenlohn, aber da muß man natürlich auch an Zeit und Geld für die Anreise denken, das ist wohl wahr.
Und sollte er mal wieder in Neumünster aufkreuzen, dann geht mal ruhig hin, denn unfreiwillig komische Qualitäten hat seine erdige Vortragskunst durchaus.
Einmal sang er im Fernsehen gar das folgende (Melodie: House of the Rising Sun):

Da ist ein Haus im Kosovo,
das ist zerstört und leer.
Und die Jungs aus Good Old Germany,
die stelln das Haus wieder her.

Stefan Raab antwortete damals so:

Da ist ein Haus, ein Irrenhaus.
Da lebt der Gunter drin.
Da läßt man ihn jetzt nicht mehr raus,
denn da gehört er hin.

Ich habe übrigens ein neues Betätigungsfeld für den Gunter entdeckt: Umwelt-, Natur- und Tierschutz.
Wie wäre es zum Beispiel, wenn er seinen alten Hit

Ohne Moos, ohne Moos nichts los.
Ich bin immer pleite, mir fällt gar nichts in den Schoß.

abwandeltete zu:

Ozelot, Ozelot in Not.
Das Fell hängt anner Schickse, und das Fleisch liegt aufm Brot.

Ist doch nett, gell?

Zugegeben, nicht so schön wie Gabriels beste Verse:
Er ist ein Kerl, ein ganzer Mann,
und sein Zuhause ist die Autobahn.

und:

Er heißt Dankwart
und ist Tankwart.

Dankwart?
Kann man so heißen?
fragen jetzt einige Menschen.
Doch, das kann man in der Tat, und eine Gestalt im Nibelungenlied trägt diesen Namen.
Das paßt: So ursprünglich und hünenhaft wirkt er, unser Gunter, wie eine Gestalt aus der mittelalterlichen Heldenepik.
Ja, auf sonderbare Weise ist der Mann wirklich sympathisch, und da freut es uns doch, daß der deutsche Country-Barde öfter mal in Neumünster aufkreuzt.

Hilf Dir selbst, dann hilft Dir auch die Polizei

An die Küh und an die Bulln vorbei,
überholn wir auch die Polizei.

An diesen schönen Doppelvers aus eiem Hit der Gruppe Torfrock erinnerte mich, was ich heute in den Kieler Nachrichten las:
Ein fünfundzwanzigjähriger Mann wollte sich im Keller eines Wohnhauses, das nicht das seine war, mit Lebensmitteln versorgen.
Ein dort wohnender Mensch bemerkte den Einbruch und stellte den Delinquenten. Dieser wehrte sich offenbar nicht, sondern ergriff die Flucht: Durch die Rendsburger und die Victoriastraße, und zwar unter Zurücklassung des Diebesgutes. Aber es nutzte alles nichts, der Verfolger war dennch schneller, überwältigte ihn und übergab ihn der Polizei.

Zu solch einer Verfolgungsjagd gehört schon einiges an Mut.
Also, ein Hoch auf den unbekannten, weil ungenannten Verfolger.

Handball-WM

Huhu, Mädels und Jungs, es ist Handball-WM!
Seid Ihr denn noch gar nicht so recht begeistert?
Das ist angesichts der Popularität dieses harten Sports in Neumünster und ganz Schleswig-Holstein sonderbar, aber erklärlich.

An sich ist Handball in Schleswig-Holstein so populär wie Fußball. Aber ach, in Deutschland insgesamt sieht es doch ganz anders aus:
Die Medien wollen mit dem Handball wenig zu tun haben, im überregionalen Fernsehen ist zwar am laufenden Meter Fußball, aber während der Saison wird nur einmal wöchentlich Hanball live gezeigt.
Wenn ich den richtigen Überblick habe.
In den überregionalen Nachrichten werden die Ergebnisse der ersten Fußball-Bundesliga und sogar die der zweiten Liga genannt, aber nicht die der ersten Handball-Bundesliga.
Und das ist, gestehen wir es hier in Neumünster doch ein, einfach richtig so, denn insgesamt ist selbst die zweite Fußball-Bundesliga um ein Vielfaches populärer als die erste Handball-Bundesliga.
Und jede der beiden Fußball-Regionalligen kann ohne weiteres mit der Handball-Bundesliga mithalten, was die Popularität betrifft.
Das sollte uns klar machen, daß Schleswig-Holstein tatsächlich ein Sonderfall ist.
(Daher werden übrigens in den NDR-Nachrichten die Ergebnisse der Handball-Bundesliga mit norddeutscher Beteiligung durchaus genannt.)
Aber das Problem ist: Auch hier sieht man eben vor allem überregionales Fernsehen. Das führt dazu, daß die Handball-WM-Stimmung hier ein wenig gedämpft ist. Das wäre tatsächlich vollkommen anders, wenn Schleswig-Holstein ein souveränder Staat wäre und das staatsweite Fernsehen uns dann gebührend auf eine Handball-WM einstimmen würde.
Aber wollen wir mal ausnahmsweise keine separatistische Propaganda machen.
Jedenfalls, was ich sagen will, ist: Laßt Euch nicht von den bundesweit operierenden Medien niederdrücken.
Versammelt Euch und feiert ein Fest des Handballs!