Archiv für den Monat: Januar 2007

Bundesrammlerschau in Neumünster

In dieser Woche war in Neumünster Bundesrammlerschau.
Jeder Kaninchenzüchter mit sowohl Rang als auch Namen war da, um sich und seine Geschöpfe zu präsentieren. Und natürlich vor allem, um sich den Preisrichtern zu stellen. Davon gab es immerhin 100!
Hundert Preisrichter, Herrschaften. Das ist schon große Welt.
Was allerdings für Katzen gilt, das gilt auch für Kaninchen: Die Stammform, die in der Natur vorkommende Form also, von der die Zuchttiere abstammen, ist die schönste. Da nützt eben alles Züchten nicht. Es sei, um die Tiere irgend schmackhafter zu machen. Das ginge, wie Beispiele anderer Arten zeigen.
Aber ums Essen ging es ja bei dieser Schau nicht.

Linke in Neumünster stark aufgestellt

Die Partei Die Linke, hervorgegangen aus PDS und WASG, ist auch in Neumünster stark aufgestellt. Bei den Kommunalwahlen 2008 wird sie in jedem der 23 Neumünsteraner Wahlkreise mit einem Kandidaten vertreten sein. Die Vermutung, daß die Partei nur im Osten stark sei und daß es im Westen erhebliche Personalprobleme geben würde, hat sich also als falsch erwiesen.
Nicht nur in Neumünster.

Lieblingsschlagzeile aus den Kieler Nachrichten

Diese lautet:

„Verfahren wegen Hehlerei eingestellt“

Das heißt, Hehlerei führte zur Einstellung eines Gerichtsverfahrens, obwohl doch in einem Rechtsstaat Hehlerei im Gegenteil zur Aufnahme eines Verfahrens führen müßte.
Aber natürlich meinen die KN etwas anderes:
nämlich, daß ein Verfahren gegen einen Geschäfsbesitzer, der wegen Hehlerei angeklagt war, vom Neumünsteraner Amtsgericht wegen geringer Schuld eingestellt wurde.
Aber was sie da in der Überschrift schreiben – na, sie merken eben nichts.

KIWA – was ist das denn?

Das Akronym KIWA steht für Koorinationsstelle für innovative Wohn- und Pflegeformen im Alter.
Und diese befindet sich, obwohl für das ganze Land zuständig, nicht etwa in Kiel und auch nicht in Lübeck oder Flensburg, sondern in unserer schönen Stadt. Das unterstreicht die Bedeutung Neumünsters für Schleswig-Holstein.
Leider bin ich aber an dieser Stelle gezwungen, ein wenig zu schulmeistern: Es gibt weder Wohn- noch Pflegeformen, da Wohnen und Pflege weder Gegenstände noch Zustände, sondern Vorgänge sind. Zu sprechen wäre also von PflegeWEISEN.
Vielleicht sollte ich das den guten Leuten mal mitteilen, denn, wenn es auch der eine oder andere Leser nicht einsehen wird: Verbrechen gegen die Sprachlogik sind Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
Na gut, in diesem Fall ist es kein Verbrechen.
Grund ist vielmehr Fahrlässigkeit oder Dummheit. Dennoch darf so etws nicht unerwähnt bleiben.

Tatjana Großkopf und die Weltmusik

Die Musikschule Neumünster bietet einen Kurs über Weltmusik an. Maßgeblich dafür ist die Initiative von Tatjana Großkopf, einer jungen, rotschöpfigen, lieblichen und liebenswürdigen Dozentein, bei der man sich wirklich gern auch in die Geheimnisse von Spielarten der Musik einführen lassen würde, aber leider bin ich gegen diese Art von Tonkunst allergisch. Oder nein, es ist keine Allergie, es ist vielmehr ein fundiertes ästhetisches Urteil, das mich diese Musik ablehnen läßt.
Nichts gegen das, was dieser Musik unter anderem zugrunde liegt: Folk aller Weltteile. Aber was die Weltmusik daraus macht, ist vollenweidersches Gewaber, Musik, die immer auf das penetranteste vorgibt, Entspannung zu schaffen und Weisheit zu vermitteln.
Aber damit soll Tatjanas Engagement nicht geschmälert werden. Es muß und soll ja nicht jeder meiner Auffassung sein.

Stock Guss in Schwierigkeiten

Es hätte so schön werden für die hiesige Eisengießerei: Das Geschäft brummte vielleicht noch nicht, aber die Auftragslage hatte sich erheblich verbessert. Wer dies in Zusammenhang mit dem Umstand sieht, daß in unserem Land in den vergangenen Monaten 1000 Tonnen Bahn-Altschienen abhanden gekommen sind, der liegt falsch. Stock Guss ist eine seriöse Firma und arbeitet nicht mit Diebesgut.
Außerdem würde diese Angelegenheit nicht die verbesserte Auftragslage erklären. Die ist nämlich konjunkturell bedingt, also zyklisch, und der gegenwärtige Aufwärtstrend hat weder etwas mit irgendwelchen Leistungen der alten noch der neuen Bundesregierung zu tun.
Aber ich schweife ab.
Das Problem ist nun angeblich, daß der Strompreis um über 50 % erhöht worden ist, wenn man den Kieler Nachrichten glauben kann.
Daher sind angeblich Stellen in Gefahr.
Hallo!
Da sollte man doch aufmerken. Denn entweder bedroht eine Strompreiserhöhung den Betrieb in seiner Existenz, oder er kommt damit gut zurecht. Inwiefern aber sollte „Stellenabbau“ (mieser Euphemismus für Entlassungen) dem Betrieb in so einer Situation helfen?
Man wird also den Verdacht nicht los, daß die Strompreiserhöhung dazu dient, etwas zu rechtfertigen, das ohnehin geplant ist.
Entlassungen sind nun mal nicht gut fürs Image, und wer würde da den Schwarzen Peter nicht gern weitergeben (in diesem Fall an die Stadtwerke)?

Stegner und die Neumünsteraner CDU

Ist das nicht eine unheilige Allianz?
Stegner stimmt der Neumünsteraner CDU zu. In welcher Frage der SPD-Landesminister der CDU zustimmt, wollt Ihr wissen?
Es geht um nichts Geringeres als die städtische Wohnungsbau GmbH. Diese soll nach den Plänen der hiesigen CDU in eine Genossenschaft umgewandelt werden. Und da sehen wir, daß es doch nicht immer eine unheilige Allianz sein muß, wenn Sozial- und Christdemokraten zusammenfinden. Denn der von Stegner sehr wohlwollend aufgenomme Vorschlag der CDU ist ja nun mal einer, den man von linken SPD-Leuten erwartet, aber nicht von schwarzbrauntauben Nüssen.
Tja, auf regionaler, nein lokaler Ebene ist eben einiges möglich, das auf Bundesebene einen Sturm der Entrüstung bei der Springer-Presse, dem Spiegel und dergleichen auslösen würde.
(Wer sich jetzt wundert und meint, man könne doch nicht Springer-Presse und Spiegel in einem Atemzug nennen, der bekommt vielleicht nicht viel mit. Man denke nur an den gemeinsamen Vorstoß in Sachen Rechtschreibreform-Ablehnung: Aust und Friede Springer Seit an Seit, eine Einheitsfront bildend. Peter Hacks hatte übrigens schon in den 70er Jahren den Durchblick, als er den Spiegel als des deutschen Bourgeois` Bildzeitung bezeichnete.)

Orkanopfer in Neumünster

An dem Abend, an dem der Schienenverkehr flächendeckend eingestellt wurde, sah ich verzweifelte Menschen auf dem ZOB umherirren. Überall fragten sie, wo denn nun der Schienenersatzbus wohin auch immer sei.
Ja, es war schon recht sonderbar – gestrandete Menschen allenthalben. Man fühlte sich geradezu an die Ergebnisse der Verwüstungen in New Orleans nach dem Hurricane Katrina erinnert.
Das wäre übertrieben, meinst Du, geneigter Leser?
Na, ich habe die Ereignisse doch nicht gleichgesetzt, ich sagte ja nur, das eine erinnere an das andere.
Der Schienenersatzverkehr könnte übrigens wirklich effektiver sein.

Jana Reinert – Anmut in Bewegung

Der Neumünsteraner Sport hat eine Attraktion, die sonderbarerweise bislang kaum Beachtung findet. Sicher, ein Damen-Handball-Oberligist wie Olympia Neumünster ist normalerweise nicht imstande, Massen zu mobilisieren, aber in diesem Fall sollte man schon mal einen Blick riskieren:
Wenn auch nur wegen Jana Reinert, und zwar deshalb, weil sie eine der stilistisch besten Handballerinnen unter der Sonne ist. Ja, man kann sogar mit Fug und Recht behaupten: Sie verleiht dem Spiel Anmut und Würde.
Und das ist etwas, das ich im Frauenhandball nie und nimmer erwartet hätte.

Westenseer Ortswehr mit brandneuer Führung

Es ist schon lange Zeit her – damals war Ignaz Kiechle Bundeslandwirtschaftsminister: Da brachte das famose Satiremagazin Titanic eben diesen inzwischen verstorbenen Allgäuer auf die Titelseite, und unter dem Poträtfoto stand:

Katoffeln sprechen.

Irgendwie und ich weiß selbst nicht warum fühlte ich mich daran erinnert, als ich heute in den Kieler Nachrichten ein Foto mit den neuen Spitzenkräften der Westenseer Ortswehr sah.
Neu dabei sind Jan Zabienski als Stellvertretender Wehrführer und Gruppenführer, Michael Schulat als Wehrführer sowie Christian Lüders als Stellvertretender Gruppenführer.
Da gratuliere ich natürlich recht herzlich all den wehrhaften Führern, die offenkundig gegen solche Bezeichnungen wie „Wehrführer“ rein gar nichts einzuwenden haben.
Deutsch bleibt deutsch.

Gunter Gabriel in Neumünster

Das war am vergangenen Samstag, und er brachte sogar ein Neumünster-Lied zu Gehör.
Daneben auch seine ölleren Kamellen aus der Zeit, als er richtig populär war.
Tja, der gute Gunter läßt nichts aus. Neulich bekannte er ja bereits im Fernsehen, er lasse sich sogar privat engagieren. Für 1000 Euro die Stunde, und er gucke da nicht so genau auf die Uhr. Kein schlechter Stundenlohn, aber da muß man natürlich auch an Zeit und Geld für die Anreise denken, das ist wohl wahr.
Und sollte er mal wieder in Neumünster aufkreuzen, dann geht mal ruhig hin, denn unfreiwillig komische Qualitäten hat seine erdige Vortragskunst durchaus.
Einmal sang er im Fernsehen gar das folgende (Melodie: House of the Rising Sun):

Da ist ein Haus im Kosovo,
das ist zerstört und leer.
Und die Jungs aus Good Old Germany,
die stelln das Haus wieder her.

Stefan Raab antwortete damals so:

Da ist ein Haus, ein Irrenhaus.
Da lebt der Gunter drin.
Da läßt man ihn jetzt nicht mehr raus,
denn da gehört er hin.

Ich habe übrigens ein neues Betätigungsfeld für den Gunter entdeckt: Umwelt-, Natur- und Tierschutz.
Wie wäre es zum Beispiel, wenn er seinen alten Hit

Ohne Moos, ohne Moos nichts los.
Ich bin immer pleite, mir fällt gar nichts in den Schoß.

abwandeltete zu:

Ozelot, Ozelot in Not.
Das Fell hängt anner Schickse, und das Fleisch liegt aufm Brot.

Ist doch nett, gell?

Zugegeben, nicht so schön wie Gabriels beste Verse:
Er ist ein Kerl, ein ganzer Mann,
und sein Zuhause ist die Autobahn.

und:

Er heißt Dankwart
und ist Tankwart.

Dankwart?
Kann man so heißen?
fragen jetzt einige Menschen.
Doch, das kann man in der Tat, und eine Gestalt im Nibelungenlied trägt diesen Namen.
Das paßt: So ursprünglich und hünenhaft wirkt er, unser Gunter, wie eine Gestalt aus der mittelalterlichen Heldenepik.
Ja, auf sonderbare Weise ist der Mann wirklich sympathisch, und da freut es uns doch, daß der deutsche Country-Barde öfter mal in Neumünster aufkreuzt.

Hilf Dir selbst, dann hilft Dir auch die Polizei

An die Küh und an die Bulln vorbei,
überholn wir auch die Polizei.

An diesen schönen Doppelvers aus eiem Hit der Gruppe Torfrock erinnerte mich, was ich heute in den Kieler Nachrichten las:
Ein fünfundzwanzigjähriger Mann wollte sich im Keller eines Wohnhauses, das nicht das seine war, mit Lebensmitteln versorgen.
Ein dort wohnender Mensch bemerkte den Einbruch und stellte den Delinquenten. Dieser wehrte sich offenbar nicht, sondern ergriff die Flucht: Durch die Rendsburger und die Victoriastraße, und zwar unter Zurücklassung des Diebesgutes. Aber es nutzte alles nichts, der Verfolger war dennch schneller, überwältigte ihn und übergab ihn der Polizei.

Zu solch einer Verfolgungsjagd gehört schon einiges an Mut.
Also, ein Hoch auf den unbekannten, weil ungenannten Verfolger.

Handball-WM

Huhu, Mädels und Jungs, es ist Handball-WM!
Seid Ihr denn noch gar nicht so recht begeistert?
Das ist angesichts der Popularität dieses harten Sports in Neumünster und ganz Schleswig-Holstein sonderbar, aber erklärlich.

An sich ist Handball in Schleswig-Holstein so populär wie Fußball. Aber ach, in Deutschland insgesamt sieht es doch ganz anders aus:
Die Medien wollen mit dem Handball wenig zu tun haben, im überregionalen Fernsehen ist zwar am laufenden Meter Fußball, aber während der Saison wird nur einmal wöchentlich Hanball live gezeigt.
Wenn ich den richtigen Überblick habe.
In den überregionalen Nachrichten werden die Ergebnisse der ersten Fußball-Bundesliga und sogar die der zweiten Liga genannt, aber nicht die der ersten Handball-Bundesliga.
Und das ist, gestehen wir es hier in Neumünster doch ein, einfach richtig so, denn insgesamt ist selbst die zweite Fußball-Bundesliga um ein Vielfaches populärer als die erste Handball-Bundesliga.
Und jede der beiden Fußball-Regionalligen kann ohne weiteres mit der Handball-Bundesliga mithalten, was die Popularität betrifft.
Das sollte uns klar machen, daß Schleswig-Holstein tatsächlich ein Sonderfall ist.
(Daher werden übrigens in den NDR-Nachrichten die Ergebnisse der Handball-Bundesliga mit norddeutscher Beteiligung durchaus genannt.)
Aber das Problem ist: Auch hier sieht man eben vor allem überregionales Fernsehen. Das führt dazu, daß die Handball-WM-Stimmung hier ein wenig gedämpft ist. Das wäre tatsächlich vollkommen anders, wenn Schleswig-Holstein ein souveränder Staat wäre und das staatsweite Fernsehen uns dann gebührend auf eine Handball-WM einstimmen würde.
Aber wollen wir mal ausnahmsweise keine separatistische Propaganda machen.
Jedenfalls, was ich sagen will, ist: Laßt Euch nicht von den bundesweit operierenden Medien niederdrücken.
Versammelt Euch und feiert ein Fest des Handballs!

Schweinegilde Gadeland feiert hundertjähriges Bestehen

Das muß in der Tat gefeiert werden, und es WIRD gefeiert, und zwar an diesem Wochenende.
Da haben sich vor hundert Jahren tatsächlich ein paar patente Leute zusammengetan und sich gesagt:
Wir versichern uns selbst bzw. gegenseitig gegen die Gefahren, denen man als schweinehaltender Geschäftsmann ausgesetzt ist.
Das sollte man sich heute zum Vorbild nehmen. Tut Euch zusammen, Bürger! Inzwischen muß so etwas ja nicht mehr lokal oder regional begrenzt sein. Das Internet bietet unbegrenzte Möglichkeiten. Gründet Bürgerversicherungen, statt Euch von den üblichen Versicherungen das Fell über die Ohren ziehen zu lassen.
Und laßt Euch nicht davon beirren, daß auf der Schweinegilde Gadeland ein Fluch lastet:
Sämtliche Gründungsmitglieder sind gestorben.