Archiv für den Monat: November 2006

Schlesier bleiben wie sie sind

Die Schlesier sind in Neumünster besonders umtriebig. Jedenfalls die, die in der „Landsmannschaft Schlesien“ organisiert sind.
Daß sie Schlesien immer noch als Bestandteil Deutschlands betrachten, daß sie also Revanchisten sind, geht ja schon zweifelsfrei aus ihrem Namen vervor.
Am vergangenen Wochenende rotteten sie sich mal wieder zusammen.
Es setzte im Kiek In ein Video über „Breslau“, und es fogte das Verspeisen schlesischer Wellwurst. Auch etwas, worauf man vermutlich stolz ist. Und es klingt ja schon reichlich unappetitlich.
Danach wird man noch ein wenig palavert haben – in dem polnisch-deutschen Idiom, das sie für einen deutschen Dialekt halten.

In Neumünster wird gekegelt

In Neumünster gibt es einen Zweitligisten in Sachen Kegeln. Und dieser befindet sich immerhin auf dem sechsten Tabellenplatz. Unlängst gewann diese Mannschaft sogar mir 3:0 gegen Goldene Neun Bremerhaven.
In der Rudi-Kreimsen-Arena.
Vor 120 Zuschauern.
Und einer war begeisterter als der andere.
Aber was heißt das überhaupt in diesem Fall, 3:0?
Spielen die da nach Sätzen, wie im Tennis?
120 Zuschauer, das ist allerdings nicht von schlechten Eltern für eine Stadt dieser Größe und eine Sportart, die nicht als Zuschauersport bekannt ist.
Die Begeisterung sollte die Mannschaft in die Erste Liga tragen.

Randalierende Türken???

Die Kieler Nachrichten berichteten am 13. November auf Seite 15 von einer einen Tag vorher frühmorgens stattgehabten Schlägerei zwischen Rechtsradikalen und Türken vor einer Gaststätte in der Gasstraße.
Die Kieler Nachrichten sprechen in diesem Zusammenhang von „verfeindeten „Gruppen“ und lassen auch sonst nicht erkennen, wer der Aggressor gewesen sein könnte.
Offenbar sind KN-Redakteuren Türken genauso mißliebig wie Neonazis.
Von wem aber in solchen Fällen grundsätzlich die Aggression ausgeht, dürfte klar sein:
Machen Türken Front gegen Rechtsradikale?
Brüllen sie „Blonde und Blauäugige raus“ und „Deutschland den Türken“?
Wie, nie gehört?
Seht Ihr?

Neuerdings lasen die Menschen ihre Handys fallen

Immer wieder ist es in Bussen, auf der Straße oder sonstwo zu beobachten – zumindest in Neumünster, aber wahrscheinlich nicht nur hier:
Die Menschen lassen ihre Handys fallen und müssen sie dann im Stück, wenn sie Glück haben, ansonsten eben in verstreuten Einzelteilen aufsammeln.
Zugegeben, das passiert nicht alle paar Minuten, aber es kommt vor.
Vor zwei Jahren noch konnte man dieses Phänomen kaum je beobachten.
Was ist inzwischen geschehen?
Ganz einfach: Die Menschen haben sich an ihre Handys gewöhnt.
Vor ein paar Jahren noch behandelten sie ihr Handy wie ein rohes Ei und saßen davor, wie andere vor einem Altar knieen.
Heute ist das Handy zur Selbstverständlichkeit geworden, die entsprechend achtlos behandelt und eben auch mal fallengelassen wird.

Praktisch zweimal WM-Silber für Neumünster

Renate Schröder wohnt zwar in Eckernförde, aber sie wirkt als Tennisspielerin für den (im Bereich Damen 50) mehrfachen Mannschaftsmeister Olympia Neumünster.
Und eben diese Renate Schröder errang bei den Weltmeisterschaften in der Türkei zweimal Silber.
Und zwar im Einzel und im Doppel.
Da gibt es überhaupt nichts zu grinsen, liebe Leser. Ich weiß, Ihr seid alle noch jung, aber respektiert doch bitte auch die Leistungen der älteren Semester.
Ich bin sicher, daß ich gegen diese Dame völlig chancenlos wäre.
Und sehen lassen kann sich ihr Spiel auch:
Sie ist eine wirklich gute Stilistin.
(Tja, rein stilistisch dürfte John McEnroe auch heute noch allen Top-Ten-Spielern wolkenkratzerhoch überlegen sein.)

FDP contra Stadtbücherei

Die FDP Neumünster will folgende Möglichkeit prüfen lassen:
Die Stadtbücherei könnte ins Gebäude des Capitol-Kinos umziehen; der somit freigewordene Platz soll von der Norddeutschen Retail-Service (NRS) genutzt werden.
Die Stadtbücherei aufs Abstellgleis, so hätten es die Liberalen gern.
Die FDP ist die Partei des Sozialabbaus, und die Stadtbücherei ist ja AUCH eine soziale Einrichtung.
Sie wird nicht ausschließlich, aber doch zu einem guten Teil von Menschen aufgesucht, die es sich nicht leisten können, alles, was sie lesen, selbst zu kaufen.
Und eben die sind der FDP schnurz, auch wenn es aufgrund neoliberaler Politik auch anderer Parteien immer mehr davon gibt.
Die FDP ist Feind aller öffentlichen Büchereien.
Soviel sollte jedem bei Kommunalwahlen klar sein.

Die Volkshochschule Neumünster und der Islam

Ich zitiere aus den Kieler Nachrichten vom 9. November, S. 35:

„Einen kurzen Überblick über die Geschichte des Islam und eine Einführung in die Glaubensgrundsätze dieser Weltreligion wird am 16. November um 19.00 Uhr in Neumünsters Volkshochschule Muammar Muslu geben, Imam aus Neumünster geben.“

(Das steht da wörtlich so, mit falscher Wortstellung im Satz und doppeltem „geben“.)
Man zeigt sich also auch in Neumünster außerordentlich verständnisvoll, wenn es um den Islamismus geht.
Wie bitte, ich hätte Islam und Islamismus verwechselt?
Verzeihung, soll nicht wieder vorkommen. Sie sind ja so leicht auseinanderzuhalten, denn sie unterscheiden sich so deutlich voneinander (da hat H. G. Gremliza zweifellos recht) wie die Armut von der Powerteh.

Schumann in Neumünster

Es jährt sich in diesen Tagen der 150. Todestag des Komponisten Robert Schumann.
Und der wird auch in Neumünster begangen.
Schumann war ohne Zweifel ein inspirierter Liedschmied. und ich ziehe ihn Schubert allemal vor.
Daher kann ich der Aussage Leonard Bernsteins, Lennon/McCartney seien die größten Liedkomponisten seit Schubert, nicht zustimmen.
In der Neumünsteraner Musikbücherei nun findet am 10. November ein Schumann-Konzert statt.
Es singt eine Dame aus Hamburg mit großem Stimmumfang (zumindest ist darauf aus dem Umstand zu schließen,daß sie als Mezzosopranistin und Altistin firmiert. Aber vielleicht soll das ja nur heißen, daß sie sich zwischen den beiden Stimmlagen befindet.)
Am Klavier begleitet wird sie von einem Jochen Brockmann.
Und wenn es den beiden gelingt, Schumann adäquat zu interpretiren, dann sollt sich auch dem gröbsten Klotz etwas von der Kunst des Meisters vermitteln.