Archiv für den Monat: August 2006

VFR Neumünster annonciert stümperhaft

Ihr müßt es mir ja nicht glauben, ihr könnt es vielmehr selbst nachschlagen, wenn Ihr es noch nicht gesehen habt.
Und zwar auf Seite 21 des Veranstaltungsmagazins After Dark.
Dort wirbt dert VFR für seine Oberliga-Mannschaft mit den Worten:

„Spitzenfußball für Neumünster“

Ist das zu fassen?!
Man kann sich das ungefähr vorstellen:
Wahrscheinlich war das Tagesordnungspunkt einer Sitzung des Vorstands, und da werden verschiedene Leutchen ungefähr dies gesprochen haben:

– Wir müssen da was unternehmen.
Es kommen doch immer nur 150, 200 Gestalten zu unseren Spielen, und das sind nicht die Jüngsten meistens.

– Dann laßt uns doch mal im After Dark inserieren.
Muß ja nicht gleich ganzseitig sein.
Eine Viertelseite tut ´s auch. Die kostet nicht die Welt. Und die Vereinskasse ist ja noch nicht ganz leer.

– Gute Idee, aber da brauchen wir was Griffiges, einen Spruch.

– Warum nicht „Spitzenfußball in Neumünster“?

– Bist Du wahnsinnig? Wir sind vierte Liga! So machen wir uns nur lächerlich.

– Dann eben „Spitzenfußball FÜR Neimünster“.
Das klingt nach Verheißung, nach einer Forderung, die mit Hilfe des Lesers der Anzeige in Realität überführt werden kann, wenn er sich regelmäßig die Spiele der Mannschaft ansieht.

Mit dem letzten fiktiven Zitat habe ich dem Vorstand vermutlich zuviel Ehre getan.
Aber jedenfalls vermittelt der Slogan

„Spitzenfußball für Neumünster“,

daß für Neumünster schon spitze sei, was für andere eben viertklassig ist, ja daß Neumünster nichts Besseres verdiene als Viertklassigkeit.
Und das ist nicht nur werbetechnisch katastrophal, sondern auch sachlich falsch.
Man muß also Neumünster und seinen VFR gegen dessen Vorstand verteidigen.

Mid Summer Party in der Stadthalle Neumünster

Am Samstag, dem 26.8.
Zwar hatte man sich das Ganze ein wenig sommerlicher vorgestellt, aber was spricht dagegen, sich auch bei diesem Wetter zur Mittsommerfeier zu versammeln.
6 Euro kostete der Spaß, das beinhaltete übrigens einen 2-Euro-Verzehrgutschein.
Na ja, satt ist man davon nicht geworden, aber das ist ja auch nicht der Sinn der Sache.
Der Crowd heizte übrigens DJ Chris Reger ein, und eine Party ohne Chris Reger ist bekanntlich keine, die aufzusuchen lohnte.

Handball-Supercup – warum nicht in Neumünster?

Unlängst gewann der HSV Hamburg überraschend den Supercup gegen den THW Kiel.
Mit 39:35.
Der Pokalsieger also gewann gegen den Meister.
Auf wessen Seite stehen eigentlich in so einem Fall die meisten Neumünsteraner?
Na, vielleicht geben ein paar Kommentare, die auf diesen Artikel hin eingestellt werden, Aufschluß.
Ich bin in solchen Fällen jedenfalls eher für den THW.
Denn der ist ein traditionsreicher Verein.
Der HSV Hamburg dagegen ist eine recht dubiose Angelegenheit:
Die Mannschaft (und das Recht, in der ersten Liga zu starten) wurde vor einigen Jahren aus Bad Schwartau weggefischt.
Und wozu?
Nur um die Color Line Arena in Hamburg auszulasten, weil da mit Tralala und Eishockey sonst nicht genug los ist.
Argerlich, sowas.
Übrigens, wißt Ihr, wo das Supercup-Finale stattfand?
Wahr und wahrhaftig in München.
Die Absicht ist klar erkennbar:
Man will den Handball dorthin tragen, wo er bislang keine Rolle spielt.
Aber das nützt nichts.
Gegen den Fußball, insbesondere gegen Bayern München, wird in der Stadt nichts ankommen.
Warum also beläßt man den Handball nicht dort, wohin er gehört?
Und warum geht man nicht darauf ein, daß zwei Mannschaften aus dem hohen Norden Deutschlands sich für dieses Spiel qualifiziert haben?
Schließlich mußte man den Austragungsort nicht festlegen, bevor die Gegner bekannt waren.
Die standen seit Monaten fest.
Was läge also näher, als das Spiel in neutraler Halle, zwischen Hamburg und Kiel, anzusetzen?
Da kommen dann doch wohl nur die Holstenhallen unserer Stadt in Frage.
Das wäre dann doch mal eine feine Sache gewesen.
In Ermangelung eines Spitzen-Handballvereins in Neumünster.

Endlich wird im Caspar-von Saldern-Haus geheiratet

Haben wir nicht alle darauf gewartet?
So, come on,
every guy:
Grab a girl.
Everywhere
around the world.
And come to Neumünster to marry her.
Oder, wie es in den Kieler Nachrichten heißt:

„Das Caspar-von-Saldern-Haus hat seine Feuertaufe als Außenstelle des Standesamtes bestanden. Am Sonnabend gaben sich Manuela Sachon und Roland Jakobs vor der Standesbeamtin Birgit Wiesner im 1746 errichteten Gebäude das ´Ja´-Wort. Vor allem der Barriere freie Zugang in dem zum Trauzimmer umgewidmeten Gartensaal gab für die Brautleute den Ausschlag.“

Barriere frei: Die Rechtschreibreform ist schon dumm genug – wird sie auch noch falsch verstanden, wie eben hier von einem KN-Redakteur, dann wird es noch schlimmer.
Aber das nur am Rande.
Schade, daß sich immer noch so viele Menschen für die Ehe entscheiden.
Aber sie hält ja glücklicherweise nicht mehr so lange.

TBZ contra CDU und FDP

Alles hätte so schön werden können.
Da ist man als CDU-Mensch unterwegs zur Stadthalle, um das parteiliche Sommerfest zu feiern (so war es am vergangenen Samstag) – und schon springen einem am Kleinflecken Plakate ins Auge.
Von einer Aggressivität und Impertinenz sondergleichen.
Hätts früher nich gegeben, sowas.
Unter AH.
Was stand denn da zum Beispiel auf solchen Plakaten?:

„Uns Beschäftigten ist nicht zum Feiern zumute, denn wir werden verkauft.“

So ist es.
Aber die rechte, nämlich durchdachte Opposition ist das dann doch nicht.
Denn es ist doch geradezu lächerlich, wenn sich hart und gewissenhaft arbeitende Menschen selbst Beschäftigte nennen.
Das Wort ist ja fast so schlimm wie „Arbeitnehmer“.
Es legt nahe, daß die Genannten froh und dankbar sein sollten, überhaupt etwas zu tun zu haben.
Aber zurück zur Sache:
Woher kamen die Plakate?
Von der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di und insbesondere vom tecnischen Betriebszentrum (TBZ) Neumünsters.
Denn große Teile des TBZ sollen nach dem Willen von CDU und FDP privatisiert werden.
Aktionen von TBZ und ver.di sind zwar gut, aber werden am Ende nicht allein den Ausschlag geben.
Da hilft nur Widerstand im Großen.
Neumünsteraner, nehmt diesen Disput nicht einfach nur zur Kenntnis!
Solidarisiert Euch mit den TBZ-Leuten!
Sonst trifft es früher oder später auch Euch.

Vetriebene schlagen wieder zu

Ich zitiere aus den Kieler Nachrichten vom 7. August (S. 12):

„Rund 250 Mitglieder aus dem Landes- und Kreisverband Neumünster im Bund der Vertriebenen (BdV) gedachten am Sonnabend am `Tag der Heimat` ihrer leidvollen Zeit als Flüchtlinge und Entwurzelte.“

Tja, wie denn nun?
Vertriebene gedenken ihrer Flucht?
Also sind sie gar niht vertrieben worden?
Es klingt halt nur am besten, weil am skandalösesten, wenn man sich `Bund der Vetriebenen` nennt.
Wahr ist, daß manche geflüchtet , manche von den deutsche Gauleitern auf den Weg nach Westen geschickt worden und ein paar ausgesiedelt worden sind.
Nun gedenken sie also.
Öffentlich.
Des eigenen Leids.
Man gedenkt üblicherweise anderer öffentlich.
Seiner selbst öffentlich zu gedenken, ist lächerlich, aber vielleicht liegt der Fehler ja hier eher in der Formulierung des zitierten Journalisten.
Daß die Umsiedlung aber Konsequenz deutscher Verbrechen ist, wird vom BdV, wie immer, ausgeblendet.
Der KN-Artikel endet übrigens mit den Worten:

„Der BdV-Landesverband fordert zudem die Errichtung eines `Zentrums für Vertreibung` in Berlin.“

Der Verfasser hat von diesem ganzen leidigen Thema offenbar noch nichts vernommen, wie sich in zitiertem Satz zeigt.
Und:
Ein Zentrum FÜR Vertreibung!
Es ist schon recht komisch.