Neumünster-Blog: Das Weblog von Neumünsteranern für Neumünsteraner

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Do
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Jun '06

Umsonst von Neumünster nach Kiel

Vor einigen Wochen, an einem Freitag, fuhr ich spät abends mit dem Kielius von Neumünster nach Kiel.
Kielius, so nennt sich die Buslinie, die vor allem für Fluggäste eingerichtet wurde (in Hamburg halten die Busse direkt an den Fuhlsbüttler Terminals), aber auch von Pendlern wie mir genutzt wird.
Warum die Linie “Kielius” heißt?
Da muß man wohl weit zurückgreifen:
Igendwann in den sechziger Jahren (oder war es noch früher?) gab es ein erfolgreiches deutsches Eiskunstlauf-Paar, das aus dem später als Quizmaster tätigen Hans-Jürgen Bäumler und einer Marika Kilius bestand.
Da hielt man es wohl für eine gute Idee, die Linie wortspielerisch “Kielius” zu nennen.
Nicht gerade geistreich, oder?
Zumal es ja keine wie auch immer geartete Verbindung zwischen einer Eiskitschläuferin und einem Busunternehmen gibt.
So, nun zurück zu eingangs erwähnter Fahrt.
Beim Zwischenhalt auf dem ZOB Neumünsters stieg der Fahrer aus, um sich des Gepäcks der Fahrgäste anzunehmen.
Diese Gelegenheit nutzten ca. fünf Jugendliche, um schnell hinten in den Bus zu schlüpfen.
Das scheint eine sichere Sache zu sein.
Denn es gibt zwar mitunter Konrolleure auf dieser Strecke, aber wohl kaum zu so später Stunde.
Der Fahrer jedenfalls bemerkte nichts.
Und wenn ich mich recht entsinne, war derlei auch vorher schon vorgekommen.
Da scheint es in Neumünster ein paar Spezialisten zu geben.
Bemwerkenswert ist dabei auch, daß die Schwarzfahrer ja ihr illegales Tun zwar vor dem Busfahrer, nicht aber vor den aufmerksameren unter den hinten sitzenden Fahrgästen verheimlichen können.
Sie zählen halt einfach auf deren Diskretion.
Und die meisten Leute halten eben den Mund, weil sie keinen Ärger / keine Verzögerung wollen.
Ich käme mir allerdings auch als Denunziant vor, wenn ich den Busfahrer informieren würde.
Da wollen halt ein paar Kids am beginnenden Wochenende Spaß in der Landeshauptstadt haben. Finanziell haben sie es nicht so dicke, also sind sie auf diesen Trick gekommen. Not macht erfinderisch.
Na gut, zugegeben, genial isses nicht gerade, diese Aktion zu ersinnen.
Nun, jedenfalls, lassen wir ihnen doch ihren Spaß.

Nacht der Clubs

Neulich war wieder Nacht der Clubs.
Da war dann Leben in der Bude bzw. sogar in weitenTeilen Neumünsters, und man konnte sich wie in einer Großstadt fühlen.
Warum aber nicht immer so?
Meiner Auffassung nach kann sich eine Stadt von der Größe Neumünsters selbst entscheiden, ob sie wie ein verschlafenes Dorf oder wie eine Metropole wirkt.
Nun gut, “Metropole” ist vielleicht ein wenig übertrieben, aber so richtig großstädtisch sollte es schon sein. So weit ist Neumünster ja auch nicht davon entfernt, eine Großstadt zu sein.
Nach weit verbreiteter Definition ist eine Großstadt nämlich eine Stadt mit mindestens 100.000 Einwohnern.
Damit will ich nicht sagen, daß man alles daran setzen sollte, die Reproduktion anzukurbeln.
Aber laßt Euch, nein lassen wir uns doch einfach mehr einfallen, was das Nachtleben und das öffnetliche Leben allgemein in unserer Stadt betrifft.
Warum muß hier immer alles so betulich sein?
Gartenausstellungen und so ´n Kram?!
Wann hat es in den Holstenhallen zuletzt einen Event gegeben, den man guten Gewissens als hip hätte bezeichnen können?
Sogar der Independent Rock kommt in der hiesigen nächtlichen Szene zu kurz.
Und wer will denn dauernd nach Hamburg oder Kiel fahren!
(Übrigens, wenn schon, liebe Leute, dann doch besser nach Hamburg. Noch nicht einmal die Kieler Woche ist eine Reise wert, obwohl diese Veranstaltung kurioserweise auch von vielen Hamburgern aufgesucht wird.)
Und wo sind sie, die Impresarios, die interessante, ja wegweisende Festivals aller Art nach Neumünster holen?In die Stadt, die die schönsten Frauen Norddeutschlands beherbergt.
So etwas sagt man immer so, es ist aber irreführend:
Es heißt zum Beispiel, in Brasilien gebe es die schönsten Frauen. Aber das stimmt nicht. Der Eindruck entsteht nur dadurch, daß der Anteil schöner Frauen an der weiblichen Gesamtbevölkerung Brasiliens signifikant höher ist als in anderen Ländern.
So verhält es sich auch mit Neumünster. Es gibt hier eben mehr schöne Frauen als sonst irgendwo in Norddeutschland.
Oder auch in Bayern.
Aber ich schwefe ab.
Also, auf jeden Fall sollten wir Neumünsteraner viel mehr aus unserer Stadt machen.

Ann-Kathrin Krebs ist göttlich

Es ist stets löblich, wenn sich Schulen um die Künste verdient machen.
Wenn sie den Schülern nicht die Klassiker vergällen, sondern den Nachwuchs enthusiasmieren.
Ich soll nicht immer so viele Fremdwörter benutzen?
Na gut, dann eben: begeistern.
Bestens dafür geeignet sind bekanntlich Projektkurse und dergleichen.
Und ein treffliches Beispiel dafür ist der Theater-Projektkurs des dreizehnten Jahrgangs in der Alexander-von-Humboldt-Schule.
Der Kurs scheute keine Mühen, das Stück “Der Nackte Wahnsinn” von Michael Frayn auf die Bühne zu bugsieren, ja vor einiger Zeit gleich viermal aufzuführen.
Vielleicht verdienen die Aufführungen mehr Interesse als das um Wortwitz bemühte Stück selbst.
Die schauspielerischen Leistungen der Schüler waren stupend.
Alles überragend blieb freilich die Vorstellung von Ann-Kathrin Krebs, deren subtiles, nuancenreiches (wenn auch noch nicht souveränes) Spiel G. Paltrow vor Neid erblassen lassen würde.
Die sowieso.
Vielleicht sogar Judy Davis.
Selten finden enormes Schauspieltalent und ebensogroße Schönheit zusammen.
Dies ist so ein Glücksfall: Ann Kathrin Krebs ist nicht nur eine göttliche Darstellerin, sondern auch ihre Erscheinung nimmt den Zuschauer ein, ja euphorisiert ihn.
Ihr ganzer Leib ist Poetry in Motion, und in der Holdseligkeit ihres Antlitzes spiegelt sich sonder Zweifel eine schöne Seele.
Wer geriete nicht ins Schwärmen angesichts so samtiger, zarter Haut, feiner und dennoch voller, sinnlicher Lippen, klassischer hoher Wangenknochen — aber auch des entzückenden Stupsnäschens, das zu allem anderen den perfekten Kontrapunkt bildet!
Und wer würde nicht behaupten, daß es hier ausnahmsweise mal zutreffend ist, blondes Haar als gleißendes Gold zu bezeichnen.
Die arme Tina Eggers, die sonst auch imstande sein dürfte, einiges an männlicher Aufmerksamkeit zu
zu erregen, wirkte neben Ann-Kathrin wie ein Mehlbüdel.
Neumünsteraner, es kann nicht mehr lange dauern, dann werdet Ihr sagen: “Dieser weibliche Megastar dort, ja, der ist von hier!”
Es ist in der Tat zu wünschen, daß wir Ann-Kathrin bald in Filmen von M. Night Shyamalan und Steven Spielberg sehen werden.
Oder sollte sie – bangste aller Fragen – am Ende gar keine Schauspielkarriere anstreben?
Wäre das möglich?
Vielleicht ist sie sich ihres riesigen Talents gar nicht bewußt!
Es mag absurd erscheinen, aber so etwas gibt es.
Und es ist nicht ausgeschlossen, daß ihre Mitschüler es aus Neid unterlassen, sie darüber aufzuklären.
(Denn daß diesen die Begabung Ann-Kathrins entgangen sein sollte, kann ich mir nicht vorstellen. Außenstehende haben für so etwas immer einen besseren Blick als die Betreffenden selbst.)
Aber dafür gibt es ja diesen Artikel.
Allerdings: Eine Zelluloid-Heroine mit dem Namen Krebs ist undenkbar. Das klingt entschieden zu prosaisch.
Und da ist es wohl kaum ein Gegenargument, daß auch Arnold Schwarzenegger ohne Pseudonym Karriere gemacht hat.
(Es wurde schon verschiedenenorts darauf hingewiesen, daß der Steirer in den USA, insonderheit bei der Black Community deshalb so beliebt ist, weil sich hartnäckig das Gerücht hält, “Schwarzenegger” bedeute “black negro”.)
Der Vorname dagegen darf bleiben.
Er ist sowohl klanglich passend als auch inhaltlich.
“Ann” geht letztlich zurück auf die Bedeutung “Gott ist gnädig”, wenn ich mich recht entsinne (Ann – Anna – Johanna – Johannes). Ich habe gerade kein Lexikon zur Hand, und in Wikipedia sollte man nicht nachschauen, aber ich täusche mich wohl nicht.
Und “Kathrin” (Kurzform von “Katharina”) bedeutet “die Reine”.
Ja, das ist sie: eine zauberschöne, wunderbare junge Frau, deren Reinheit sich in ihren klaren, verhalten leuchtenden, sanften Augen zeigt; mit einem Talent von Gottes Gnaden.