Archiv für den Monat: Juni 2006

Sky wählt Party-Girl Juni

Oder läßt wählen.
Und zwar am 30. Juni im Zusammenhang mit einer Flirtparty.
Manche werden sagen, daß sei sexistisch.
Andere werden erwidern:
„Ach was, diejenigen Frauen, die sowas sagen, ärgern sich nur, daß man sie niemals zu einem Partygirl des Monats wählen würde.“
Na, wenn die Fronten so verhärtet sind, dann wollen wir mal einen neuen Gedanken präsentieren:
Warum eigentlich sollte es weniger dümmlich / spießbürgerlich / öde sein, ein Partygirl des Monats zu wählen, als in einem Betrieb einen Mitarbeiter des Monats zu bestimmen?
Mit anderen Worten:
Bei solchen Events versucht man, der Arbeit zu entfliehen, aber was tut man?:
Man reproduziert die Struktutren der verhaßten Arbeit in der Freizeit.
Ist das nicht recht sehr traurig?

Houseparty im De Cuba

Am 29. Juni.
Der Eintritt ist frei.
Einheizen wird den Massen kein Geringerer als DJ Raininger.
Wer kennt ihn nicht?
Ein Mensch, der keine Gefangenen macht, wenn es um die Übergänge von einem Stück zum nächsten geht.
Ein Mensch, der im übrigen die alten Werte hochhält, auch nach der Rückkehr der älteren Werte. Will sagen:
House hat heute einen schweren Stand, for Rock and Roll has returned.
And it is here to stay und alles.
Und House-Musik ist bald nur noch etwas für eine Sekte von Sonderlingen.
Und es wird nichts davon bleiben.
Der Rock and Roll hat mehr Meisterwerke hervorgebracht als die Weltliteratur des Neunzehnten Jahrhunderts.
Aber die House-Musik?
Nix.
Es sei, man zählte den Hit von Deee-Lite
(Groove is in the Heart)
dazu.

Yvonne, die Burgunderprinzessin

Dieses Stück von Witold Gombrowicz wird am Mittwoch, dem 28.Juni in der Holstenschule aufgeführt. Und zwar ab 19 Uhr.
Es geht um Intrigen.
Aber ist es nicht sexistisch, daß immer eine Frau im Mittelpunkt steht, wenn Intrigen das Hauptmotiv bilden?
Das legt doch nahe, daß wesentlich mehr Frauen als Männer intrigant seien.
Oder noch schlimmer:
„Der Man ist geradeheraus, die Frau verschlagen.“
Manche wiederum werden sagen, daß Frauen zwar in höherem Maße zu Intrigen neigen als Männer, daß das aber zu den Nachwirkungen des Patriarchats gehöre: Als Frauen ganz offiziell von der Macht ausgeschlossen waren, mußten sie sich eben auf irgendeine Weise zu helfen wissen, und die einzige Weise, die übrig blieb, war eben die Intrige.
Wieder andere werden sagen, de Umstand, daß Frauen zu Intrigen neigen, hänge damit zusammen, daß Frauen eben große Schwierigkeiten haben, sich physisch durchzusetzen: Da bleibe eben nichts anderes als die Intrige übrig.
Ich für meinen Teil bin da noch unentschieden und erlaube mir zu bezweifeln, daß Frauen überhaupt intriganter sind als Männer.
Es gibt da so einige Männer, die Ränkespiele treiben, und manchmal sogar, ohne sich einen Vorteil davon zu versprechen, aus Spaß an der Freude also. Aber, zugegeben, diese Männer wirken alle weibisch.
Übrigens: Ein Intrigant / eine Intrigantin ist doch recht einfach zu erkennen, zumindest wenn er oder sie nicht zu den begabtesten zählt:
Sie sprechen beständig im Unschuldstonfall, oder, anders gesagt: Ihr Ton behauptet stets, daß sie unschuldig seien.
Wenn aber jemand etwas behauptet / beteuert, ohne daß ein anderer das Gegenteil auch nur nahegelegt hätte, dann ist anzunehmen, daß eben dieses Gegenteil der Fall ist.
Spricht also jemand beständig im Unschuldston, dann deshalb, weil er sich beständig schuldig fühlt, in fast allem, was er tut.
(Das heißt natürlich nicht, das er ein schlechtes Gewissen hat. Möglicherweise hat er gar kein Gewissen.)
Schuld aber konzentriert sich fast immer auf einzelne Punkte (Vergehen, Verbrechen). Nur im Falle von Intrigen ist die Schuld flächendeckend, weil eine Intrige immer weitergesponnen werden will.
Daher sprechen Intriganten nicht nur hin und wieder, sondern immer im Unschuldston.
Aber andererseits: Wer intrigiert, der intrigiert zwar beständig, aber ist jemand ein Sadist, dann quält er nach Möglichkeit auch beständig (physisch oder psychisch).
Daraus folgt, daß man einen Menschen, der im Unschuldston spricht, doch nicht ohne weiteres als Intriganten erkennen kann.
Er könnte ebensogut ein Sadist sein.
Kann man den sadistischen vom intriganten Unschuldston unterscheiden?
Schwierige Frage.
Man kann wohl festhalten, daß der intrigante Unschuldston stets auch weibisch ist. Dieses Motiv klang hier schon an.
So, liebe Neumünsteraner, jetzt habt Ihr wieder etwas über das Wesen des Menschen gelernt.
Nach diesem überraschenden Lernerfolg können wir zum Stück zurückkehren.
Zurück zur lieblichen Kriemhild also, die sich mit dem eklen Etzel vereinigte, nur um fürchterliche Rache an Hagen von Tronje und nebenbei auch den drei Gs üben zu können. Und am Spielmann Volker.
Wie?
Die Burgunderprinzessin heißt hier gar nicht Kriemhild, sondern Yvonne?
Tatsache!
Yvonne also. Eine ganz üble Betriebsnudel ist das. Das kann ich Euch sagen. Eine seltsame Sekretärinnenpeinigerin und Ränkespinnerin.
Woran man sehr schön sehen kann, daß Sadismus und die Neigung zu Intrigen oft gemeinsam auftreten. In einer Person.
Wenn Ihr aber wissen wollt, welches gute oder böse Ende es mit Yvone nimmt, dann seht Euch das Stück halt an.
Man hat schließlich zwar so manche Kosten, aber wenige Mühen gescheut, um es auf die Bühne zu bringen.
Das sollte man zu schätzen wissen.

IGS Brachenfeld macht großes Theater

Das Stück, das eine Gruppe der IGS Brachenfeld auf die Beine gestellt hat und am 22. Juni um 19 Uhr aufführen wird, trägt den Titel
Ich knall Euch ab.

Es handelt sich um ein Drama nach Morton Rhue, und es geht um das Geschehen an einer US-amerikanischen High School.
Wir erinnern uns in diesem Zusammenhang an Littleton in der Nähe von Denver, Colorado.
Wir erinnern uns aber auch an Erfurt.
Wenn Dramen, Roman, Filme auch meistens nicht direkt eine wirksame Botschaft vermitteln, so könnte das doch hier der Fall sein.
Und nichts anderes ist die Botschaft als:
Demütigt niemanden! Die Gedemütigten, Getriezten, bis zum äußersten Gereizten werden zu allem fähig.

Es kann also nicht darum gehen, Mitleid zu erzeugen, sondern nur darum, Schüler dazu zu bringen, die Quälerei um der schieren Selbsterhaltung willen zu unterlassen.
Warum kann ein Stück kein Mitleid hervorbringen? werden manche Fragen.
Weil Schüler erfahrungsgemäß kühle Distanz zu solchen „Problemstoffen“ wahren und nach Möglichkeit spotten, was das Zeug hält.
Bleibt also die Hoffnung auf die abschreckende Wirkung.
Wenn sie auch nicht groß ist, denn die Zahl der Fälle, in denen die Gemarterten mit furchtbarer Wirkung zurückschlagen, ist so gering, daß die meisten psychisch und physisch Quälenden sich nicht in Gefahr sehen.
Oder die sadistischen Praktiken machen denen, die sie ausüben, so viel Spaß, daß sie die Gefahr in Kauf nehmen.

80er-Jahre-Party im De Cuba

Und zwar war die am 15.6.
Warum braucht man noch Ü-30-Partys, wenn es sowas gibt?

Aus zwei Gründen:
1. weil nicht alle über 30 auf 80s-Sounds stehen, und
2. weil auch mancher Teenager sich auf die musikalischen Werte der 80er besinnen.

Was aber ist mit der Zeit, in der der Rock and Roll erfunden wurde, einer der gloriosesten Epochen in der Geschichte der Künste?
Was, in einem Wort, ist mit den 50ern?
Viele Menschen beschäftigen sich mit dem Rock vergangener Dekaden, machen dabei aber regelmäßig in den 60ern halt.
Selbst Elvis Presley wird nur mehr als tragischer Entertainer wahrgenommen und nicht als der virtuose Sänger und große Stilist, der er war.
And what about Jerry Lee Lewis, Little Richard, Gene Vincent, Eddie Cochran, Buddy Holly, Bo Diddley?
Es gibt viel zu entdecken.
Und zu erkennen.
Zum Beispiel, daß der Rock and Roll die Rebellion war, die aus Kreaturen des Industriezeitalters, die wie per Stop-Motion-Technik animierte Zinnsoldaten wirkten, Menschen machte.
Da sollte auch klar sein, daß die Studentenunruhen der späten 60er ohne die Erfindung des Rock and Roll über zehn Jahre zuvor nicht denkbar gewesen wären.
Also, es ist an der Zeit, daß 50er-Partys gefeiert werden.
Und warum sollte so etwas nicht de Cuba ausgehen?

Neues zum Thema Migräne

Heute im Hotel Prisma Best Western, um 19.30 Uhr:
Jan Brand referiert über Migräne.
Genauer:
„Migräne – Ursachen, aktuelle Studien, Vorbeugung und moderne Behandlungsmöglichkeiten“

In Studien aber wird doch wohl Ursachenforschung betrieben, und es könnten sich daraus vorbeugende Maßnahmen und neue Behandlungsmöglichkeiten ergeben.
Daraus folgt, daß „aktuelle Studien“ als Element genannter Aufzählung nicht taugt.
Daraus wiederum folgt, daß Brand nicht klar denken kann.
Und daraus folgt, daß man der Veranstaltung fernbleiben sollte.
Es mag allerdings einige geben, die meinen, meine Beweisführung empirisch überprüfen zu müssen.
Für die dann doch noch die Adresse:

Max-Johannsen-Brücke 1

Fitnesscenter Muskelkater in Neumünster

Das heißt wirklich so.
Nach der Devise:
Bekommt man vom Training keinen Muskelkater, dann hat es nichts gebracht.
Oder auch:
No pain,
no gain.

Der Slogan des Hauses lautet:
„Geben Sie sich einen Ruck, den Rest machen wir.“
Und der Rest ist beträchtlich. Es gibt jede Menge Kurse für Nordic Walking, Yoga, Aerobic, aber aber auch einiges, worunter ich mir nix rechtes vorstellen kann:
Body Fun Mix, Hot Iron u.a.
Aber letztlich ist doch auch so ein Fitnesscenter nur ein Ort, um Bekanntschaften zu machen.
Sich fit machen kann man auch allein – ohne all die teuren Apparaturen.
Soll ich dennoch die Adresse angeben?
Na gut:
Wrangelstraße 12-16

Antigone und Sophie Scholl

In der IGS Brachenfeld führen Schüler am 16. Juni um 11 Uhr Goethes Antigone auf.
Heavy Stoff.
Aber wer schrieb denn da, wie man auf Seite 10 des diesmonatigen After Dark nachlesen kann, folgendes ins Programm?:
„Antigone und Sophie Scholl – zwei mutige Schicksale“
Frauen können mutig sein, Schicksale nicht.
Aber die Antigone, die kann man sich schon ansehen.
Und vorher vielleicht mal lesen.

De Cuba mit Zwillingsparty

Die läuft am 9.6.
Ob da Zwillinge umsonst reinkommen, ist mir nicht bekannt.
Zweieiigen sieht man´s ja auch nicht an.
(Der eine oder andere wird sich noch an den hübschen Film von Ivan Reitman erinnern, in dem Arnold Schwarzenegger und Danny de Vito Zwillinge mimten.)

Wollen die umsonst rein, müssen sie wohl ihre Ausweisee zum Abgleichen präsentieren.
Übrigens: Ein sicherer Beweis wäre das auch bei Eineiigen nicht: Wie sollen die nämlich beweisen, daß sie nicht Drillinge odere Vierlinge sind?

Na, so genau wird man es doch wohl nicht nehmen.

Aber allein mit Mehrlingen der Region ist der Schuppen doch nicht vollzukriegen.

Man braucht also noch genügend andere.
Leute, die bereit sind, diese Laune der Natur zu begaffen.

Wollen wir Erich (von Erich´s Grill) beim Wort nehmen und also arm machen?

Erich´s Grill – natürlich werden nun einige einwenden, es gebe im Deutschen kein Genitiv-Apostroph, und es müsse daher „Erichs Grill“ heißen.
Aber da bin ich päpstlicher als der Papst und entgegne
1., daß das Fehlen des Genitiv-Apostrophs ja nun wirklich keine strukturelle Eigenschaft des Deutschen ist – dieses Apostroph gab es auch in unserer Sprache, derzeit ist es zwar nicht vorgesehen, aber das kann sich ändern. Eigentlich ist es wurst.
Womit wir beim Thema wären, denn ist Erich etwa nicht nicht bekannt für seine vorzüglichen sausage´s?!
Das ist übrigens ein falsches Apostroph, denn es zeigt weder eine Auslassung noch einen Genitiv an.
Dieser übrigens kommt auch ohne Indikator aus, daher sagte ich ja, es ist wurst.
Womit wir allerdings, wenn ich es recht bedenke, doch noch nicht beim Thema sind, denn wo ein 1. ist, da muß doch mindestens ein 2. folgen.
Also bitte:
2. entgegene ich, daß „Erich´s Grill“ ein Eigenname ist, und bei Eigennamen von Imbißbuden und dergleichen ist alles erlaubt.

Klingt „Imbiß-Bude“ despektierlich?
Das war so nicht gemeint.
Ich kenne einen solchen Schuppen in der Nähe von Kiel, der nennt sich Bistro.
Meinetwegen.
Nun aber zur Sache:
Erich grillt ja nicht nur einmal hier, sondern an drei Orten:
Brachenfelder Straße 21,
Einfelder Straße 2,
Neumünsterstraße 53.

Zur WM hat Erich sich etwas überlegt, dabei aber nicht nachgedacht.
Das gibt es!
Und ein Beispiel dafür ist eben Erichs Anzeige in einem Monatsmagazin, aus der ich im folgenden zitiere:

„20 % auf ALLE Gerichte am Tag nach einem Sieg bei der WM

50 % auf alle Gerichte am Tag nach dem WM-Titel.“

Kleiner steht darunter:
„bezieht sich natürlich auf die Spiele der deutschen Mannschaft“

Diese Einschränkung reicht allerdings nicht, und nun kann man in die Lücke stoßen, die Erichs Angebot läßt:
Denn ein Sieg bei Spielen der deutschen Mannschaft – das bedeutet nun einmal nicht: ein Sieg der deutschen Mannschaft.
Sondern: Erich muß den Nachlaß nach jedem Spiel der deutschen Mannschaft gewähren, egal WER gewinnt – nur bei einem Unentschieden ist er aus dem Schneider.
Wie kommt Erich aus der Nummer nun wieder raus?
Vielleicht dadurch, daß das
20% bzw. 50% auf alle Gerichte
ja bei genauem Hinsehen doppeldeutig ist?
Es kann ja sowohl Nachlaß als auch Aufschlag bedeuten.
Aber ich glaube, mit dieser Argumentation würde Erich vor Gericht nicht durchkommen.
Der Richter würde sagen:

Hundsfott
(denn so spricht er,
der Richter),
glaube er nicht, er könne mich zum Besten haben.
Gegen alle Vernunft wär´s, würbe ein Kaufmann mit Preisaufschlag.“
Da hat der Richter doch wohl recht.
Also bleibt Erich nichts anderes, als zum Beispiel im Falle eines Sieges Costa Ricas gegen Deutschland im Eröffnungsspiel für ein 10-Euro-Gericht nur 8 zu berechnen.
Aber wollt Ihr das wirklich ausnutzen?
Das bleibt Euch überlassen.

Neumünsteraner und die WM

Nun haben also die besten Kicker der Welt ihre von den vielen beschwerlichen Spielen in den besten Ligen der Welt müden Knochen nach Deutschland geschleppt.
Welt- und Kontinentalmeisterschaften waren schon immer Müde-Knochen-Paraden.
Aber seitdem die besten Liegen der Welt aufgrund der an sich zu begrüßenden weitgehenden Aufhebung der „Ausländerbegrenzung“ enorm an Qualität gewonnen haben und außerdem der Champions-League-Spielplan viel dichter geworden ist, wird das überdeutlich:
Zurecht (was die Klasse der Mannschaften betrifft) wurden Frankreich und Argentinien bei der letzten WM als die beiden Favoriten genannt – beide schieden in der Vorrunde wegen der enormen Belastung ihrer Leistungsträger in den europäischen Ligen schon in der Vorrunde aus.
Und bei der EM 2002?
Die Griechen konnten nur deshalb gewinnen, weil ihre besten Vereinsmannschaften in der heimischen Liga größtenteils nur bessere Trainingsspiele haben und diejenigen, die im Ausland spielten, dort eher selten zum Einsatz kamen und daher zur Zeit der EM körperlich fit waren.
Aber, Neumünsteraner, laßt Euch doch von mir nicht Eure gute Fußball-Laune verderben.
Pilgert ruhig immer wieder in die Stadthalle und macht Stimmung.
Nicht nur bei Spielen der Deutschen.
Und hört auf meine Worte:
Die Niederlande werden Weltmeister.
Und wenn nicht die, dann England.
Oder Brasilien.
Aber einer von den dreien bestimmt.

Landesturnfest

Vor einiger Zeit in unserer Stadt, und wir haben es unbeschadet überstanden.
Aber es bleibt dabei:
Die Söhne und Töchter im Ungeiste des unseligen Turnvaters Jahn sind autoritäre Nationalisten.

Mittelalterlich Spectaculum in Hohenwestedt

Das war zu Christi Himmelfahrt und am darauffolgenden Wochenende.
Man konnte eine Ahnung von so manchem Mittelalterlichen gewinnen: vom bäuerlichen Leben über den Handel bis zum ritterlichen Turnier.
Immer noch und immer wieder fasziniert das Mittelalter die Menschen.
Woran liegt das?
Es hat wohl damit zu tun, daß die Kultur sich im Hochmittelalter wie aus dem Nichts zu höchsten Höhen aufschwang.
Weitere Erklärungsmöglichkeiten hier bitte als Kommentare einstellen.

Informationen für psychisch erkrankte Menschen

Brücke, am 6. Juni ab 19.00 Uhr, Großflecken 41.
Ist das nicht ein Service, den jeder in Anspruch nehmen sollte?
Wer hat schon genügend Distanz zu sich, um beurteilen zu können, ob er psychisch gesund ist?
Wenn jemand aber glaubt, psychisch krank zu sein, dann hat er in jedem Falle recht. Auch wenn er die Krankheit, die er sich unterstellt, nicht hat: Denn dann ist er ja ein Psycho-Hypochonder, und auch das will behandelt sein.
Aber: Woher sollen psychisch Kranke wissen, daß sie bei dieser Veranstaltung in guten Händen sind?

Sex in Neumünster

Das durchschnittliche Neimünsteraner Paar hat 2,3mal in der Woche Geschlechtsverkehr.
Damit liegen die Neumünsteraner und Neumünsteranerinnen deutlich über dem Bundesdurchschnitt.
Dieser liegt bei 1,84.
Die Werte wurden vom Verfasser dieses Artikels selbständig geschätzt und sind daher bestens fundiert.

Nordic Walking auch hier immer beliebter

Am 6. Juni um 17.00 Uhr treffen sich die NaturFreunde auf dem Parkplatz Hansaring/Bachstraße zum Nordic Walking.
Da wird, wie ich annehme, niemand abgewiesen, der die richtige Ausrüstung dabei hat.
Und diese besteht ja nun einmal nur aus zwei Skistöcken, die so an den Händen des Athleten anzubringen sind, daß sie bis zum Boden reichen.
Es ist erst wenige Jahre her, daß ich zum erstenmal jemanden bei dieser Beschäftigung sah, und als ich einer Bekannten davon erzählte, sah sie mich an, als würde ich wirres Zeug reden.
Einige Zeit später ging sie dann selbst nordisch.
Nun frage ich mich allerdings noch immer:
Was soll das eigentlich?
Ausgleichssport für die ältere Generation?
Oder gibt es auch jüngere Menschen, die das tun?
Zur Bandscheibenvorfall-Prophylaxe?
Oder was?

CDU Neumünster dämmert dahin

Am 6. Juni um 19.00 Uhr trifft sich die CDU Neumünster zum Dämmerschoppen im Hotel Kühl.
Die Landtagsabgeordnete Susanne Herold wird mit von der müden Party sein, und als zentrales Thema ist die Schulpolitik der Großen Koalition avisiert.
Gemeint ist natürlich die Große Koalition auf Landesebene, in deren Kompetenzbereich die Schulpolitik liegt.
Schulpolitik – das war ja auch ein wesentliches Thema des letzten Landtagswahlkampfes der CDU. Man warnte vor Gleichmacherei, unter anderem mit einem Plakat, das eine Gruppe von Kindern zeigte, die wie von einem Individuum geklont aussahen. Das erinnerte von fern an den klassischen Horrorfilm Das Dorf der Verdammten.
Jedenfalls wollte man Ängste schüren, appellierte an die Irrationalität der Menschen, wie es die Union ja immer tut.
Dieses Plakat legte aber auch ein beredtes Zeugnis ab von der Unvereinbarkeit der schulpolitischen Vorstellungen von CDU und SPD.
Da wir nun aber die Große Koalition haben, dürfen sich die CDU-Wähler gut und gern verschaukelt fühlen.
Aber das liegt ihnen als unterwürfigen Menschen fern.
Was es aber nun bei der Veranstaltung zu bekakeln geben wird?
Vielleicht die Katastrophe des dreigliedrigen Schulsystems, das schließlich und endlich einen Ministerpräsidenten hervorgebracht hat, der, vorsichtig ausgedrückt, von nur sehr wenig eine Ahnung hat?
Nein, darüber wird man aus diesem Anlaß wohl kaum sprechen.
Dazu ist es dann doch zu dämmrig in den Köpfen der lokalen CDU.
Und auch insofern ist die Bezeichnung Dämmerschoppen angemessen.

Umsonst von Neumünster nach Kiel

Vor einigen Wochen, an einem Freitag, fuhr ich spät abends mit dem Kielius von Neumünster nach Kiel.
Kielius, so nennt sich die Buslinie, die vor allem für Fluggäste eingerichtet wurde (in Hamburg halten die Busse direkt an den Fuhlsbüttler Terminals), aber auch von Pendlern wie mir genutzt wird.
Warum die Linie „Kielius“ heißt?
Da muß man wohl weit zurückgreifen:
Igendwann in den sechziger Jahren (oder war es noch früher?) gab es ein erfolgreiches deutsches Eiskunstlauf-Paar, das aus dem später als Quizmaster tätigen Hans-Jürgen Bäumler und einer Marika Kilius bestand.
Da hielt man es wohl für eine gute Idee, die Linie wortspielerisch „Kielius“ zu nennen.
Nicht gerade geistreich, oder?
Zumal es ja keine wie auch immer geartete Verbindung zwischen einer Eiskitschläuferin und einem Busunternehmen gibt.
So, nun zurück zu eingangs erwähnter Fahrt.
Beim Zwischenhalt auf dem ZOB Neumünsters stieg der Fahrer aus, um sich des Gepäcks der Fahrgäste anzunehmen.
Diese Gelegenheit nutzten ca. fünf Jugendliche, um schnell hinten in den Bus zu schlüpfen.
Das scheint eine sichere Sache zu sein.
Denn es gibt zwar mitunter Konrolleure auf dieser Strecke, aber wohl kaum zu so später Stunde.
Der Fahrer jedenfalls bemerkte nichts.
Und wenn ich mich recht entsinne, war derlei auch vorher schon vorgekommen.
Da scheint es in Neumünster ein paar Spezialisten zu geben.
Bemwerkenswert ist dabei auch, daß die Schwarzfahrer ja ihr illegales Tun zwar vor dem Busfahrer, nicht aber vor den aufmerksameren unter den hinten sitzenden Fahrgästen verheimlichen können.
Sie zählen halt einfach auf deren Diskretion.
Und die meisten Leute halten eben den Mund, weil sie keinen Ärger / keine Verzögerung wollen.
Ich käme mir allerdings auch als Denunziant vor, wenn ich den Busfahrer informieren würde.
Da wollen halt ein paar Kids am beginnenden Wochenende Spaß in der Landeshauptstadt haben. Finanziell haben sie es nicht so dicke, also sind sie auf diesen Trick gekommen. Not macht erfinderisch.
Na gut, zugegeben, genial isses nicht gerade, diese Aktion zu ersinnen.
Nun, jedenfalls, lassen wir ihnen doch ihren Spaß.

Nacht der Clubs

Neulich war wieder Nacht der Clubs.
Da war dann Leben in der Bude bzw. sogar in weitenTeilen Neumünsters, und man konnte sich wie in einer Großstadt fühlen.
Warum aber nicht immer so?
Meiner Auffassung nach kann sich eine Stadt von der Größe Neumünsters selbst entscheiden, ob sie wie ein verschlafenes Dorf oder wie eine Metropole wirkt.
Nun gut, „Metropole“ ist vielleicht ein wenig übertrieben, aber so richtig großstädtisch sollte es schon sein. So weit ist Neumünster ja auch nicht davon entfernt, eine Großstadt zu sein.
Nach weit verbreiteter Definition ist eine Großstadt nämlich eine Stadt mit mindestens 100.000 Einwohnern.
Damit will ich nicht sagen, daß man alles daran setzen sollte, die Reproduktion anzukurbeln.
Aber laßt Euch, nein lassen wir uns doch einfach mehr einfallen, was das Nachtleben und das öffnetliche Leben allgemein in unserer Stadt betrifft.
Warum muß hier immer alles so betulich sein?
Gartenausstellungen und so ´n Kram?!
Wann hat es in den Holstenhallen zuletzt einen Event gegeben, den man guten Gewissens als hip hätte bezeichnen können?
Sogar der Independent Rock kommt in der hiesigen nächtlichen Szene zu kurz.
Und wer will denn dauernd nach Hamburg oder Kiel fahren!
(Übrigens, wenn schon, liebe Leute, dann doch besser nach Hamburg. Noch nicht einmal die Kieler Woche ist eine Reise wert, obwohl diese Veranstaltung kurioserweise auch von vielen Hamburgern aufgesucht wird.)
Und wo sind sie, die Impresarios, die interessante, ja wegweisende Festivals aller Art nach Neumünster holen?In die Stadt, die die schönsten Frauen Norddeutschlands beherbergt.
So etwas sagt man immer so, es ist aber irreführend:
Es heißt zum Beispiel, in Brasilien gebe es die schönsten Frauen. Aber das stimmt nicht. Der Eindruck entsteht nur dadurch, daß der Anteil schöner Frauen an der weiblichen Gesamtbevölkerung Brasiliens signifikant höher ist als in anderen Ländern.
So verhält es sich auch mit Neumünster. Es gibt hier eben mehr schöne Frauen als sonst irgendwo in Norddeutschland.
Oder auch in Bayern.
Aber ich schwefe ab.
Also, auf jeden Fall sollten wir Neumünsteraner viel mehr aus unserer Stadt machen.

An Catrin Krehps ist göttlich

Es ist stets löblich, wenn sich Schulen um die Künste verdient machen.
Wenn sie den Schülern nicht die Klassiker vergällen, sondern den Nachwuchs enthusiasmieren.
Ich soll nicht immer so viele Fremdwörter benutzen?
Na gut, dann eben: begeistern.
Bestens dafür geeignet sind bekanntlich Projektkurse und dergleichen.
Und ein treffliches Beispiel dafür ist der Theater-Projektkurs des dreizehnten Jahrgangs in der Alexander-von-Humboldt-Schule.
Der Kurs scheute keine Mühen, das Stück „Der Nackte Wahnsinn“ von Michael Frayn auf die Bühne zu bugsieren, ja vor einiger Zeit gleich viermal aufzuführen.
Vielleicht verdienen die Aufführungen mehr Interesse als das um Wortwitz bemühte Stück selbst.
Die schauspielerischen Leistungen der Schüler waren stupend.
Alles überragend blieb freilich die Vorstellung von An Catrin Krehps, deren subtiles, nuancenreiches (wenn auch noch nicht souveränes) Spiel G. Paltrow vor Neid erblassen lassen würde.
Die sowieso.
Vielleicht sogar Judy Davis.
Selten finden enormes Schauspieltalent und ebensogroße Schönheit zusammen.
Dies ist so ein Glücksfall: An Catrin Krehps ist nicht nur eine göttliche Darstellerin, sondern auch ihre Erscheinung nimmt den Zuschauer ein, ja euphorisiert ihn.
Ihr ganzer Leib ist Poetry in Motion, und in der Holdseligkeit ihres Antlitzes spiegelt sich sonder Zweifel eine schöne Seele.
Wer geriete nicht ins Schwärmen angesichts so samtiger, zarter Haut, feiner und dennoch voller, sinnlicher Lippen, klassischer hoher Wangenknochen — aber auch des entzückenden Stupsnäschens, das zu allem anderen den perfekten Kontrapunkt bildet!
Und wer würde nicht behaupten, daß es hier ausnahmsweise mal zutreffend ist, blondes Haar als gleißendes Gold zu bezeichnen.
Die arme Tina Eggers, die sonst auch imstande sein dürfte, einiges an männlicher Aufmerksamkeit zu
zu erregen, wirkte neben An Catrin wie ein Mehlbüdel.
Neumünsteraner, es kann nicht mehr lange dauern, dann werdet Ihr sagen: „Dieser weibliche Megastar dort, ja, der ist von hier!“
Es ist in der Tat zu wünschen, daß wir Ann-Kathrin bald in Filmen von M. Night Shyamalan und Steven Spielberg sehen werden.
Oder sollte sie – bangste aller Fragen – am Ende gar keine Schauspielkarriere anstreben?
Wäre das möglich?
Vielleicht ist sie sich ihres riesigen Talents gar nicht bewußt!
Es mag absurd erscheinen, aber so etwas gibt es.
Und es ist nicht ausgeschlossen, daß ihre Mitschüler es aus Neid unterlassen, sie darüber aufzuklären.
(Denn daß diesen die Begabung An Catrins entgangen sein sollte, kann ich mir nicht vorstellen. Außenstehende haben für so etwas immer einen besseren Blick als die Betreffenden selbst.)
Aber dafür gibt es ja diesen Artikel.
Allerdings: Eine Zelluloid-Heroine mit dem Namen Krehps ist undenkbar. Das klingt entschieden zu prosaisch.
Und da ist es wohl kaum ein Gegenargument, daß auch Arnold Schwarzenegger ohne Pseudonym Karriere gemacht hat.
(Es wurde schon verschiedenenorts darauf hingewiesen, daß der Steirer in den USA, insonderheit bei der Black Community deshalb so beliebt ist, weil sich hartnäckig das Gerücht hält, „Schwarzenegger“ bedeute „black negro“.)
Der Vorname dagegen darf bleiben.
Er ist sowohl klanglich passend als auch inhaltlich.
„Ann“ geht letztlich zurück auf die Bedeutung „Gott ist gnädig“, wenn ich mich recht entsinne (An – Anna – Johanna – Johannes). Ich habe gerade kein Lexikon zur Hand, und in Wikipedia sollte man nicht nachschauen, aber ich täusche mich wohl nicht.
Und „Catrin“ (Kurzform von „Katharina“) bedeutet „die Reine“.
Ja, das ist sie: eine zauberschöne, wunderbare junge Frau, deren Reinheit sich in ihren klaren, verhalten leuchtenden, sanften Augen zeigt; mit einem Talent von Gottes Gnaden.