Neumünster-Blog: Das Weblog von Neumünsteranern für Neumünsteraner

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Mi
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Mai '06

Dagmar Bargmann – zahmes Frettchen

Es bleibt uns, liebe Neumünsteranerinnen und Neumünsteraner, ja nix anderes, als hin und wieder einen Blick in die Kieler Nachrichten zu werfen.
Warum das prekär ist?
Aus zwei Gründen:
1. Das Niveau ist niedrig.
2. Kritischen Journalismus wird man dort kaum finden.
In der Ausgabe vom 2. Mai zum Beispiel schreibt eine Dagmar Bargmann über den Landvergnügen-Markt auf dem Großflecken.
Dieser fand natürlich “ein begeistertes Publikum”.
War das so?
Ist es nicht so, daß den Kieler Nachrichten zufolge immer und überall alle begeistert sind?
Neben dem Artikel sehen wir ein wirklich schönes Foto:
Ein älterer Herr, vermutlich hockend, ist dort abgebildet, auf dessen wohlbemütztem Kopfe sich ein Frettchen tummelt, das wiederum von einem hinter dem Mann stehenden Jungen gestreichelt wird.
Wie aber lautet die Bildunterschrift?
“Martino Poser (das Kind heißt Poser? Das paßt ja bestens, wenn auch zu jedem Foto; Anmerkung des Verfassers) (7) durfte zum Landvergnügen auf Neumünsters Großflecken die zahme Frettchendame `Neena´ sogar auf dem Arm halten, unter Aufsicht von Besitzer Jürgen Güntherschulze.”
Was Frau Bargmann offenbar nicht weiß:
Ein Frettchen ist nun mal für gewöhnlich zahm, da das Frettchen eine domestizierte Form des Iltisses ist.

Wo man auch hinsieht, nichts als Unterwürfigkeit und Unkenntnis.

Weniger Arbeitslose

Neumünsteraner Arbeitslose!
Ihr seid zahlreich, aber nicht so zahlreich wie im Vergleichsmonat des Vorjahres.
Es besteht also Hoffnung.
Legt nicht die Flinte ins Korn!
Legt sie auch nicht auf Euch an!
Aber glaubt auch nicht, die positive Tendenz habe irgend mit Merkel zu tun!

Falschgeld als Blüten entlarvt

Was für eine absurde Überschrift!
Aber da Ihr den Artikel ja offenbar trotzdem oder deshalb oder unabhängig davon lest, wird er nicht nur begonnen, sondern auch fortgesetzt, und zwar so:
In der schönen Stadt Neumünster, der Perle Mittelholsteins, ja dem Zentrum des stolzen Bundeslandes Schleswig-Holstein, ist am 27.4. ein Mann als Geldfälscher, man kann fast schon sagen, entlarvt und infolgedessen von der Polizei festgenommen worden.
De Mann hatte, so berichten die Kieler Nachrichten, mit einem einfachen Farbkopierer Blüten im Wert von 210.000 € hergestellt.
Nein, natürlich im Wert von exakt 0 €, aber eben mit einem “Nennwert” von besagter Höhe.
Nun wollte er in einem Geschäft mit einer der Blüten zahlen.
Der Verkäufer aber alarmierte die Polizei.
Daß der mutmaßliche Täter dann aber auch so artig abwartete, bis er festgenommen wurde!
Jeder Mensch, der nicht mehrfach auf den Kopf gefallen und gegen den Schrank gelaufen ist, hätte doch an seiner Stelle aufgrund der offenbar eingetretenen Verzögerung die richtige Vermutung gehabt und infolgedessen das Weite gesucht und gefunden.
Und daß sein Verbrechen gleich entdeckt wurde, weist darauf hin, daß die falschen Banknoten von schlechtester Qualität sind.
Anzunehmen, daß der Mensch einfach handelsübliches Papier verwendet hat.
Und dann bemerkt nun wirklich jeder den Betrug.
Gab es nicht einmal eine Fernsehsendung mit dem Titel “Deutschlands dümmste Verbrecher”?
Oder täusche ich mich da?
Sollte es tatsächlich mal einen Wttbewerb in der Richtung geben, dann stünde es um die Siegchancen des Helden dieses Artikels nicht schlecht.

Stadthalle feiert zwanzigjähriges Bestehen

Jüngst wurde das zwanzigjährige “Bestehen” der Neumünsteraner Stadthalle gefeiert.
So formulierten es die Kieler Nachrichten, und es ist ja vielleicht auch wirklich bemerkenswert, daß ein Gebäude nach 20 Jahren noch steht.
Das mußte begossen und begangen werden – mit Oper und Tanz.
In fünf Jahren trifft man sich dann wieder – dann kann man ein Vierteljahrhundert Stadthalle feiern.
Zwischendurch findet man vielleicht noch Gelegenheit, aus Anlaß des tausendsten Events eine Riesen-Party steigen zu lassen.
Einen Grund findet man eben immer für seine Werbeveranstltungen.

Deutsche Meisterschaft im Schiffsmodell-Sport

Die fanden am 23. April in Neumünster statt, und zwar auf dem Falderateich.
An sich hatte ich immer gedacht, Schiffsmodelle sollten gut aussehen und werkgetreu sein – weiter nichts.
Weit gefehlt!
Man soll sie – jedenfalls die, um die es hier geht – auch zu Wasser lassen könen, und dort sollen sie etwas leisten.
Natürlich nicht alleine, sondern mit Hilfe ihrer mikronautisch geschulten Erbauer und Steuerer.
Ein Schiff wird dabei von einer ganzen Mannschaft auf Trab gehalten (na gut, vielleicht sollte in diesem Zusammenhang von Trab nicht die Rede sein).
Denn es gilt in diesem Sport nicht nur, schnell zu sein, sondern auch exakt und wendig, wenn man Tore durch- und Bojen umfährt.
Letzteres bedeutet natürlich nicht, daß man – in anderem Sinne – Bojen umfährt, nein, die Betonung liegt auf der zweiten Silbe: nicht UMfahren, sondern umFAHren: Das UMfahren soll gerade vermieden werden, das gibt nämlich heavy Punktabzüge.
Na, jedenfalls könnt Ihr Euch vorstellen, daß dieser Sport ganz und gar nicht uninteressant ist.
Für die, die ihn betreiben, ohnehin nicht.
Aber im Falle dieser Meisterschaften waren alle Teilnehmer bereits durch schwere Qualifikationen gegangen. Das Niveau war also hoch. Und in einem solchen Fall macht die Sache nicht nur den Teilnehmern Spaß, sondern auch den Zuschauern.
Zugegeben, es ist nicht immer einfach, den Überblick zu behalten. Ganz anders wäre es bei einer Fernsehübertragung: Wenn eine kompetente Bildregie acht oder mehr Kameras zur Verfügung hätte, dann könnte das eine sehr spektakuläre Sache sein.
Glaubt Ihr nicht?
Na, Ihr hättet es vielleicht auch für unmöglich gehalten, daß Snooker in Deutschland reüssiert.
Aber nun ist der Erfolg da.
Also, man soll den Tag nicht vor Abend beschimpfen.
Vielleicht erhält der hochsympathische Schiffsmodell-Sport ja doch noch die Aufmerksamkeit, die er verdient.
Was nun aber diese Meisterschaften betrifft:
Das Neumünsteraner Team war immerhin vor sechs Jahren Deutscher Meister gewesen, aber diesmal wollte es entschieden nicht klappen, und man landete “unter ferner liefen”.
Siegriech aber war, wie so oft in der Welt des Sports, das Ruhrgebiet, hier in Gestalt des SMC Oberhausen.
Die Neumünsteraner aber packen es beim nächstenmal wieder.