Es geschah am Donnerstag letzter Woche um 11.00 Uhr:
Ein Schüler der achten Klasse hatte offenbar großes Interesse an einem Haifisch-Gebiß, das sich hinter einem Glas mit Formaldehyd in einem Biologieschrank befand. So nahm er es denn heraus.
Für Kinder gilt schließlich das Primat des Haptischen: Sie müssen alles, was sie sehen, anfassen, denn erst so vergegenwärtigen sie es sich.
Nun wird der aufmerksame Leser einwenden, ein Schüler der achten Klasse sei 13 oder 14 Jahre alt, also eben kein Kind mehr.
Tja, das ist wahr. Wir können in der Tat nicht ausschließen, daß der betreffende Schüler sich nicht auf dem Entwicklungsstand befindet, den man von einem Menschen seines Alters erwarten kann.
Nun, jedenfalls kam es, wie es kommen mußte:
Er riß das Glas herunter, es zerschellte, und die Dämpfe des Formaldehyd machten den Umstehenden erheblich zu schaffen.
Sie gelangten in die Atemwege und verursachten Kopfschmerz, Übelkeit und Husten.
36 Schüler und ein Lehrer der Realschule wurden sicherheitshalber ins Friedrich-Ebert-Krankenhaus gebracht.
Über möglicherweise bleibende Schäden ist nichts bekannt.
Eine Dreiviertelstunde nach dem Vorfall wurde die ganze Schule geräumt.
Der unvorsichtige Schüler hat also manchen anderen vorerst vor einem Vortrag oder einer Klassenarbeit bewahrt.
Ob sie sich dafür erkenntlich zeigen werden?
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Do
6
Apr '06


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