Archiv für den Monat: April 2006

Osterlauf

Das Osterwochenende brachte auch Gutes.
Zum Beispiel den Neumünsteraner Osterlauf, an dem sich immerhin fast 400 Menschen beteiligten.
Glücklicherweise war es kein Marathon:
Kinners, was is das auch für ne Quälerei!
Schön ist das doch nicht, Menschen leichenhaft ausgezehrt am Ziel ankommen zu sehen.
Nee, nee, nee.
Da hat man in Neumünster genau die richtigen Entscheidungen getroffen: ein Halb-Marathon (also gut 21 km) war dort das höchste der Gefühle im Gewühle, welches sich nach dem Start, wie üblich, bald auflöste. So entzerrt, bot das Ganze dann einen erquicklichen Anblick, und die Akteure waren sichtlich in ihrem Element.
Aber natürlich ist auch ein Halb-Marathon nicht jedermanns Sache.
Daher ist es wirklich eine famose Idee – sie zeugt von der geistigen Flexibilität der Veranstalter – daß daneben auch die zehn und die fünf Kilometer angeboten wurden.
Das bedeutet übrigens, daß auch bei den interessierten Laien für Abwechslung gesorgt war.
Nun, Ihr merkt es schon, liebe Neumünsteranerinnen und Neumünsteraner, werte, liebe Blogging-Freunde:
Die Läufe bildeten eine rundum gelungene Veranstaltung.

Verdammte Schlesier

Am vorvergangenen Sonntag beging der Kreisverband Neumünster der „Landsmannschaft Schlesien“ einen Heimatnachmittag inklusive Jahresversammlung.
Politisch engagierte Neumünsteraner, wo seid ihr?
Ist so etwas denn keine Demonstration wert?
Ist Euch denn nicht bekannt, daß diese „Landsmannschaft Schlesien“ und der „Bund der Vertriebenen“ revanchistische Organisationen sind?
Die Mitglieder glauben noch immer, ein Anrecht auf die ehemaligen deutschen Ostgebiete zu haben.
Ihre Sprecher haben natürlich Kreide gefressen und werden nicht so deutlich, wie es den meisten Mitgliedern lieb wäre.
Aber seht Euch doch nur mal den Namen an:
„Landsmannschaft Schlesien“! Diese Bezeichnung beinhaltet, daß das doch längst in Polen aufgegangene Schlesien noch immer existiere und daß die Mitglieder der „Landsmannschaft“ seine rechtmäßigen Bürger (Eigentümer) seien.
Als sei der Verlust der Ostgebiete nicht Konsequenz deutscher Schuld:
des Überfalls auf Polen, der Terrorisierung der polnischen Bevölkerung, des industrialisierten Massenmordes, der Zerstörung Warschaus.
Und die Täter stellen sich nun als Opfer dar, indem sie ein „Zentrum gegen Vertreibungen“ fordern.
Wes Ungeistes Kind auch die organisierten Schlesier sind, demonstrierte Kulturreferent Heinz Lellek bei der Veranstaltung am Sonntag.
Dort führte er aus:
„Schlesien, das Land an der Oder, ist schon seit 70.000 Jahren bewohnt. Erst seit Christi Geburt kennen wir ihre Namen: Nordgermanen, Wandalen, Silinger, ab dem Jahre 600 die Slawen.“
Die Kieler Nachrichten zitieren dies unkommentiert, was mich nicht wundert. Einige Anmerkungen aber sollten sein:
1. Das Land Schlesien existierte vor 70.000 Jahren ebensowenig wie heute.
2. „Ihre Namen“? Die Namen der Jahre? Ein anderer Bezug ist hier nicht möglich. Lellek aber meint selbstredend die Namen der Völker. Deutsch ist selten eine Stärke derer, die stolz darauf sind, Deutsche zu sein.
3. Die Geburt Christi erlöste die Menschen aus dem Dunkel der Unwissenheit über das Land Schlesien. Seitdem kennen „wir“ die Namen der Völker – der Mann sollte es tatsächlich auf ein Alter von über 2000 Jahren bringen?
4. Germanische Völker / Stämme werden im einzelnen genannt; dagegen ist undifferenziert von „(den) Slawen“ die Rede, die damit als dunkles, feindliches Gegenüber erscheinen.
5. Seit Christi Geburt und seit 600 – vor einem schlesischen Kulturreferenten muß auch die Geschichte stramm stehen. Krumme Zahlen und ungefähre Angaben werden nicht geduldet.
6. Wir waren zuerst da, also haben wir ein Recht darauf: Das ist die wesentliche Botschaft des Satzes dieses Germanen mit dem slawischen Namen.

„Schlesien bleibt unser“ – so lautete ein Motto der „Landsmannschaft“ in den achtziger Jahren.
An dieser Haltung hat sich bis heute nichts geändert.
Na, Neumünsteraner, seht Ihr immer noch keinen Handlungsbedarf?
Meint Ihr immer noch, es bestehe ein deutlicher Unterschied zwischen einer Schlesier-Versammlung und einem Neonazi-Auflauf?

Dieb muss im Kofferraum verweilen

Ein 19-jähriger musste im Kofferraum liegen bis die Polizei kam. Der Täter stieg in einem unbeobachteten Moment in die offene Heckklappe eines PKW Kombi um eine Tasche zu stehlen. Doch er hatte die Rechnung ohne den Fahrzeugbesitzer gemacht. Als der den 19-jährigen im Kofferraum liegend fand, schlug er die Kofferraumklappe zu und alarmierte die Polizei.

polizeipresse

Osterjazz-Treff bei Hamanns

Und zwar mit Reiner Riegels Jazz-Band am 16. April um 20.00 Uhr. Der Eintrittspreis ist mit 10 € keineswegs zu hoch; wer dem Jazz-Club Neumünster angehört, kommt sogar noch billiger weg. Bandleader Reiner Riegel hat bereits so einiges hinter sich:
Er kooperierte nicht nur mit Udo Lindenberg und Inga Rumpf, sondern auch mit Mick Taylor, dem stilistisch besten Gitarristen, den die Roling Stones je hatten. Ohne Taylors subtiles, schmelzendes Spiel wäre Exile on Main Steet nicht das Meisterwerk, das es eben ist.
Aber ich schweife ab.
Hin zu Reiner Riegel, sage ich, und was außerdem gesagt werden muß:
Es ist schön, daß der Jazz in Neumünster clubseits so gepflegt wird.

Sportstadt Neumünster?

Neumünster ist zwar eine der vier größten Städte Schleswig-Holsteins – aber würde man das vermuten, wenn man sich den Zustand der Top-Sportteams der Stadt ansieht?
Wohl kaum.
Schleswig-Holstein ist bekanntlich Handball-Land:
Der THW Kiel hat die beste Mannschaft Deutschlands (und eine der besten der Welt), Flensburg-Handewitt ist bundesweit die Nummer zwei. Selbst der Hamburger Bundesligist hat sein Team aus Schleswig-Holstein: Die erste Mannschaft des VFL Bad Schwartau ist lediglich an die Elbe gezogen und firmiert nun als HSV Hamburg (eine reichlich dubiose Angelegenheit übrigens).
Aber Neumünster?
Kein Handball auf höchstem Niveau, weit entfernt davon.
Und wie sieht es mit der anderen Volks-Sportart, dem Fußball, aus?
Man sollte doch erwarten, Neumünster hätte eine Mannschaft wenigstens in der Regionalliga.
Aber wo steht der VFR?
Am Tabellenende der Oberliga, und nach dem 1:2 gegen Brinkum stehen die Zeichen auf Abstieg in die Bedeutungslosigkeit.
Warum nun also sieht es mannschaftssportlich in Neumünster derart mau aus?
Vielleicht liegt es an der Nähe Hamburgs und Kiels. Ostseehalle, Volkspark-Stadion (denn der jetzige, dreist werbende Name soll hier nicht genannt werden), Millerntor und …-Arena sind so nah, daß man meint, auf erstklassigen Sport vor Ort verzichten zu können.
Aber schöner wär´s doch wohl schon, wenn Neumünster im Handball und Fußball von sich reden machte.

Erneuerung der Robert-Koch-Straße 2006?

Gerüchte besagen, das die Robert-Koch-Straße im Jahr 2006 oder 2007 komplett erneuert werden soll.

Dabei kommen hohe Kosten auf die Anwohner zu, da die Straße hauptsächlich durch die Anwohner genutzt wird und somit 75% der Kosten von der Stadt abgewälzt werden dürfen.

Außerdem will die Stadt durch die Umgestaltung der Straße mit Parkbuchten und ähnlichem die Kosten noch zusätzlich in die Höhe treiben.

Wer die Robert-Koch-Straße kennt, weiss das hier Parkbuchten die Parksituation nur unnötig verschärfen würde, denn schon jetzt sind nicht ausreichend Parkplätze an der Straße vorhanden.

Ich hoffe, das der Stadtteilbeirat Gartenstadt und die Anwohner die richtigen Entscheidungen treffen und helfen, die Kosten klein zu halten.

Ehefrau verletzt Mann mit Messer

Vermutlich von seiner angetrunkenen Ehefrau ist ein Mann in Neumünster am Montag mit einem Messer verletzt worden.
Der Mann musste in einem Krankenhaus behandelt werden. Lebensgefahr bestand aber nicht. Nach dem Streit hat der Mann die Ehefrau aus der gemeinsamen Wohnung geschmissen. Die Hintergründe der Tat sind ungeklärt.

Quelle: Segeberger Zeitung

Unfall in der Helene-Lange-Schule

Es geschah am Donnerstag letzter Woche um 11.00 Uhr:
Ein Schüler der achten Klasse hatte offenbar großes Interesse an einem Haifisch-Gebiß, das sich hinter einem Glas mit Formaldehyd in einem Biologieschrank befand. So nahm er es denn heraus.
Für Kinder gilt schließlich das Primat des Haptischen: Sie müssen alles, was sie sehen, anfassen, denn erst so vergegenwärtigen sie es sich.
Nun wird der aufmerksame Leser einwenden, ein Schüler der achten Klasse sei 13 oder 14 Jahre alt, also eben kein Kind mehr.
Tja, das ist wahr. Wir können in der Tat nicht ausschließen, daß der betreffende Schüler sich nicht auf dem Entwicklungsstand befindet, den man von einem Menschen seines Alters erwarten kann.
Nun, jedenfalls kam es, wie es kommen mußte:
Er riß das Glas herunter, es zerschellte, und die Dämpfe des Formaldehyd machten den Umstehenden erheblich zu schaffen.
Sie gelangten in die Atemwege und verursachten Kopfschmerz, Übelkeit und Husten.
36 Schüler und ein Lehrer der Realschule wurden sicherheitshalber ins Friedrich-Ebert-Krankenhaus gebracht.
Über möglicherweise bleibende Schäden ist nichts bekannt.
Eine Dreiviertelstunde nach dem Vorfall wurde die ganze Schule geräumt.
Der unvorsichtige Schüler hat also manchen anderen vorerst vor einem Vortrag oder einer Klassenarbeit bewahrt.
Ob sie sich dafür erkenntlich zeigen werden?