Deutsche Meisterschaft im Schiffsmodell-Sport

Die fanden am 23. April in Neumünster statt, und zwar auf dem Falderateich.
An sich hatte ich immer gedacht, Schiffsmodelle sollten gut aussehen und werkgetreu sein – weiter nichts.
Weit gefehlt!
Man soll sie – jedenfalls die, um die es hier geht – auch zu Wasser lassen könen, und dort sollen sie etwas leisten.
Natürlich nicht alleine, sondern mit Hilfe ihrer mikronautisch geschulten Erbauer und Steuerer.
Ein Schiff wird dabei von einer ganzen Mannschaft auf Trab gehalten (na gut, vielleicht sollte in diesem Zusammenhang von Trab nicht die Rede sein).
Denn es gilt in diesem Sport nicht nur, schnell zu sein, sondern auch exakt und wendig, wenn man Tore durch- und Bojen umfährt.
Letzteres bedeutet natürlich nicht, daß man – in anderem Sinne – Bojen umfährt, nein, die Betonung liegt auf der zweiten Silbe: nicht UMfahren, sondern umFAHren: Das UMfahren soll gerade vermieden werden, das gibt nämlich heavy Punktabzüge.
Na, jedenfalls könnt Ihr Euch vorstellen, daß dieser Sport ganz und gar nicht uninteressant ist.
Für die, die ihn betreiben, ohnehin nicht.
Aber im Falle dieser Meisterschaften waren alle Teilnehmer bereits durch schwere Qualifikationen gegangen. Das Niveau war also hoch. Und in einem solchen Fall macht die Sache nicht nur den Teilnehmern Spaß, sondern auch den Zuschauern.
Zugegeben, es ist nicht immer einfach, den Überblick zu behalten. Ganz anders wäre es bei einer Fernsehübertragung: Wenn eine kompetente Bildregie acht oder mehr Kameras zur Verfügung hätte, dann könnte das eine sehr spektakuläre Sache sein.
Glaubt Ihr nicht?
Na, Ihr hättet es vielleicht auch für unmöglich gehalten, daß Snooker in Deutschland reüssiert.
Aber nun ist der Erfolg da.
Also, man soll den Tag nicht vor Abend beschimpfen.
Vielleicht erhält der hochsympathische Schiffsmodell-Sport ja doch noch die Aufmerksamkeit, die er verdient.
Was nun aber diese Meisterschaften betrifft:
Das Neumünsteraner Team war immerhin vor sechs Jahren Deutscher Meister gewesen, aber diesmal wollte es entschieden nicht klappen, und man landete „unter ferner liefen“.
Siegriech aber war, wie so oft in der Welt des Sports, das Ruhrgebiet, hier in Gestalt des SMC Oberhausen.
Die Neumünsteraner aber packen es beim nächstenmal wieder.