Verdacht auf Diebstahl von Spirituosen

Die Kieler Nachrichten melden am 22.4., zwei Neunzehnjährige, die aus einer Tankstelle mehrere Flaschen Schnaps gestohlen hätten, seien festgenommen worden.
Die Diebe seien einschlägig bekannt.
Hier gilt also nicht die Unschuldsvermutung. Jene Vermutung also, die die Zivilisation von der Barbarei scheidet.
Oder ist man nicht verpflichtet, wenigstens Zweifel zu äußern, wie etwa in der Standardformulierung „mutmaßlicher Täter“, wenn man keine Namen nennt?
Aber die beiden Festgenommenen sind doch „einschlägig bekannt“, der eine oder andere Leser wird sich daher denken können, um wen es sich handelt.
Gehen also die KN einfach davon aus, daß sich die von der Zeitung Vorverurteilten ohnehin nicht wehren werden?
Im Unterschied zu reichen Schwerverbrechern, die auch für die KN vor der Verurteilung immer nur Verdächtige sind, weil man ja sonst in des Teufels Küche käme?
So wird es sein. Mutmaßlich.
Aber übernehmen wir doch mal zum Schein die Vorverurteilung der KN und setzen noch einen drauf:
verdammte Bande, gewissenlose Räuber, typische deutsch!
Woher ich wissen will, daß es sich um Deutsche handelt?
Na ja, wenn es Türken, Russen oder Sudanesen wären, dann hätten sich die KN die Gelegenheit zum Schüren von Haß sicher nicht entgehen lassen.